|
Lebensraumschutz
Der Schutz gefährdeter Arten ist ohne Lebensraumschutz unmöglich.
Zwar kann eine Reihe seltener Arten in großen Schutzgebieten
wie Nationalparks erhalten werden, doch dies trifft aber nur für
Arten zu, die sich in speziellen Gebieten konzentrieren (z.B. die
ausschließlich am Neusiedler See brütende Moorente).
Ein großer Teil der gefährdeten Arten Österreichs
hat aber eine zerstreute, weite Verbreitung; es handelt sich v.a.
um Arten der Kulturlandschaft, der Wälder sowie der Flüsse:
Nicht nur Auerhuhn, Braunkehlchen und Eisvogel werden selten, sondern
auch allbekannte "Allerweltsvögel" wie Feldlerche,
Rauchschwalbe und Dohle.
Die Ursachen liegen darin, daß auch nach den großen
historischen Eingriffen in natürliche Landschaften (Rodungen,
Trockenlegungen, Flußregulierungen) die Nutzung produktiver
Landschaften noch immer an Intensität zunimmt, während
andere hingegen aufgegeben werden (z.B. Almen). Die "Modernisierung"
zwang die Landwirte zu Technisierung und Spezialisierung, auch in
den Wäldern nimmt der Rationalisierungsdruck zu. Heute kommen
wachsender Freizeitdruck, Zersiedelung, der Verlust bäuerlicher
Siedlungsstruktur und die zunehmende Verdichtung der Verkehrsnetze
dazu.
Die Lösung dieser Probleme bedarf keiner Schutzgebiete, sondern
geeigneter Gesetze für Forst- und Landwirtschaft, einer zeitgemäßen
Raum- und Verkehrsplanung, aber auch einer vorausdenkenden Umweltpolitik
(Stichworte Ressourcennutzung). Den besonders dringenden Themen
stellt sich BirdLife Österreich in zunehmendem Maße -
wahrlich keine leichten Aufgaben. Dazu zählt v.a. auch die
Einflußnahme auf Hilfsprogramme für Land- und Forstwirtschaft
(z.B. das Österreichische Agrarumweltprogamm ÖPUL).
|