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    Zielarten
     
    Weißstorch Ciconia ciconia
Weißstorch (Foto: R. Kreinz)   Beschreibung
Gewicht: ca. 2,5-4 kg
Körperlänge: ca. 95-110 cm; Flügelspannweite: ca. 180-218 cm.
Unverkennbar mit seinem weißen Gefieder, den schwarzen Schwingen und den roten Beinen und Schnabel.
Stimme: kann zwar stimmlos zischen, das ist aber kaum zu hören; Schnabelklappern zur Kommunikation.

Situation in Europa und Österreich
Der Weißstorch ist in seinem Vorkommen auf Europa konzentriert. Nach starken Verlusten in den 1970er- und 1980er Jahren gibt es momentan wieder positive Bestandstrends - nach der letzten Zählung 2004/2005 geht man von weltweit 230.000 Brutpaaren aus. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Österreich wieder, wenn auch nach 2004 wieder ein Rückgang und einige Jahre mit schlechtem Bruterfolg zu verzeichnen waren. 2010 waren in Österreich 337 Horste besetzt. (Karte)

Lebensraum und Nahrung
Offene, wiesenreiche Landschaften. Zur Nahrungssuche brauchen Weißstörche vor allem Wiesen oder Feuchtgebiete, zur Erntezeit werden auch Äcker genutzt, um dort Mäuse zu jagen. Wiesen sollten regelmäßig gemäht oder beweidet werden. Wichtig sind ausreichende Nahrungsflächen in bis zu 3 km Entfernung zum Horst.
Nahrung: Verschiedenste Kleintiere bis zu Mäusegröße: Insekten, Regenwürmer (vor allem für die kleinen Jungen wichtig), Frösche und andere Amphibien, Eidechsen, Mäuse, gelegentlich auch Fische.

Das Weißstorchjahr
Störche kehren ab Ende Februar bis spätestens Anfang Mai aus dem Winterquartier in Afrika zurück. Die Eier werden zwischen Mitte April und Mitte Mai gelegt. Nach ca. 32 Tagen (also etwa Mitte Mai bis Mitte Juni) schlüpfen die Jungen, die ca.65 Tage im Nest von den Altvögeln versorgt werden, bevor sie Mitte Juli bis Mitte August erstmals ausfliegen. Danach kehren sie immer wieder zum Horst zurück, wo sie auch noch von den Altvögeln gefüttert werden. Der endgültige Abzug erfolgt im August, spätestens bis Mitte September.

Der Weißstorchhorst
Weißstorchhorste wurden ursprünglich auf mächtigen, einzeln stehenden Bäumen errichtet, meist auf solchen mit abgebrochenen Wipfeln oder Ästen, heute meist auf Gebäuden oder Masten. Wichtig ist eine starke Unterlage, die den oft riesig anwachsenden Horst tragen kann (anfangs etwa 1 m - alte Horste bis 2 m Durchmesser, 2,5 m Höhe, über eine Tonne Gewicht). Außerdem sind vor allem ein freier Anflug und eine übersichtliche Lage (meist am höchstmöglichen Punkt der Umgebung) von zentraler Bedeutung.

Besonderheiten
Weißstörche kehren jedes Jahr wieder zum gleichen Horst zurück. Er wird alljährlich und über die ganze Brutsaison hinweg weiter ausgebaut. Oft errichten sich Paare auch kleinere Nebenhorste, die sie zum Übernachten nutzen.

Schutzmaßnahmen
Da jedes Jahr der gleiche Horst benutzt wird, ist seine Erhaltung sehr wichtig. Falls ein Horst zu groß wird, (etwa zu schwer für den Kamin), kann man während des Winters einen Teil abtragen (oberste Schicht nicht entsorgen, sondern wieder oben auf legen. Bei notwendigen Baumaßnahmen sollte immer ein Ersatzhorst an der gleichen Stelle oder möglichst nahe zum alten Horst angeboten werden. Ein Storchenpaar zum Umzug zu bewegen, ist oft schwierig.

Nisthilfen
Horstunterlagen sollten etwa 1,5 m Durchmesser und einen flachen Rand haben. Sie  können aus Holz oder besser aus Eisen bestehen. Obenauf legt man etwas Nistmaterial und flicht aus Reisig einen niedrigen Rand - keinesfalls einen zu fest geflochtenen Korb verwenden, da sonst die Störche das Nistmaterial nicht einbauen können. Einige weiße Kalkspritzer verleihen dem Nest einen „bewohnten“ Eindruck und können die Annahme erleichtern.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Weißstorchs in Österreich

     
    Schwarzstorch Ciconia nigra
Schwarzstorch (Foto: R. Kreinz)   Beschreibung
Gewicht: ca. 2,5- 3 kg
Körperlänge: ca. 90-105 cm; Flügelspannweite: ca. 173-205 cm.
Unverkennbar mit seinem schwarz schillernden Gefieder mit weißem Bauch, rotem Schnabel und Beinen. Jungvögel mit graugrünen Schnabel und Beinen.
Stimme: Klappert fast nie, selten zweisilbiger, langgezogener Flugruf; am Nest heisere, meist zweisilbige Rufe („ha-hi“)

Situation in Europa und Österreich
In seiner Verbreitung auf Europa konzentriert, wird der europäische Bestand des Schwarzstorchs gegenwärtig auf etwa 8000-12000 Brutpaare geschätzt. Er hat in Europa eine wechselvolle Geschichte hinter sich, nach Ausbreitungen im frühen 19. Jahrhundert und starken Bestandsrückgängen ab dem späten 19. Jahrhundert gab es ab den 1960er Jahren wieder Zunahmen in Osteuropa und davon ausgehend auch Neubesiedlungen in Mitteleuropa gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Aktuell gibt es in vielen Ländern immer noch Bestandszunahmen, allerdings am Baltikum auch wieder Verluste. In Österreich geht man momentan von etwa 200-300 Brutpaaren aus, die vor allem in der Osthälfte des Landes - von den March-Thaya-Auen bis zum Oberösterreichischen Alpenvorland brüten. (Karte)

Lebensraum und Nahrung
Als Waldbewohner braucht der Schwarzstorch naturnahe, ungestörte Wälder mit Gewässern wie Waldbächen, Altarmen, Feuchtwiesen und Teichen, die er zur Nahrungssuche nutzt.
Nahrung: überwiegend wasserlebende Insekten, Krebse, Amphibien und Fische. Nur zu geringen Teilen auch Landtiere.

Das Schwarzstorchjahr
Schwarzstörche kehren ab Mitte März, meist im April aus dem Winterquartier zurück, die Eiablage erfolgt ab Ende April. Die 2-5 Eier werden 35-36 Tage bebrütet, bis zum Ausfliegen der Jungvögel (meist Anfang bis Mitte Juli) dauert es noch 63-71 Tagen. Bis zum endgültigen Abzug im August oder September bleibt die Familie meist noch zusammen. Die Überwinterungsgebiete des Schwarzstorchs liegen in Ostafrika und dem tropischen Westafrika.

Der Schwarzstorchhorst
Stets im Inneren des Waldes gelegen, trägt immer ein mächtiger, alter Baum den Horst. In den March-Thaya Auen sind dies meist Eichen, vereinzelt auch Quirleschen. Gern wird er auf einem starken Seitenast und immer relativ tief im mittleren Drittel der Krone in 8-20 m über Höhe errichtet. Durch kleine Lichtungen oder lockere Bestände wird ein freier Anflug gewährleistet. Etwa 120 cm im Durchmesser und oft von ovaler Form bleibt er mit 20-50 cm Höhe etwas niedriger als ein Weißstorchhorst. Die Mulde wird gerne mit Moos oder grünen Pflanzen ausgekleidet. Schwarzstörche bleiben ihrem Horst über Jahre hinweg treu, wenn sie nicht gestört werden. Sie sind am Horst allerdings sehr störungsempfindlich.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Schwarzstorchs in Österreich

     
    Seeadler Haliaeetus albicilla
Seeadler (Foto: R. Kreinz)   Rote Liste: In Österreich vom Aussterben bedroht

Beschreibung
Gewicht: ca. 4,4 (Männchen) bis 5,9 (Weibchen) kg
Körperlänge: ca. 77-95 cm, Flügelspannweite: 210-230 cm.
Erwachsene: Weißer Schwanz sowie hellbrauner Kopf, der zum etwas dunkler braunen Körper kontrastiert; mächtiger gelber Schnabel; Im Flug sehr breite, brettförmige Flügel, relativ kurzer Schwanz und langer Hals. Jungvögel sehr dunkel mit dunklem Schwanz und Kopf, 2-3-jährige Exemplare wirken meist sehr scheckig.
Stimme: relativ hohe Rufreihe - krick-rick-rick-rick  des Männchens - etwas tiefer und dunkler die Rufreihe des Weibchens. Die Jungen haben hohe Bettelrufe - psiieh- psiieh

Situation in Europa und Österreich
In Europa brüten etwa 6000 Paare, von denen ein Großteil auf den Norden und Osten konzentriert ist - die größten Bestände finden sich in Norwegen und Russland. In Österreich brütete er nach seiner Ausrottung um die Mitte der 20.Jahrhunderts erstmals 1999 wieder. Die 13-15 österreichischen Paare sind vom Waldviertel über die March- und Donauauen bis in den Seewinkel verteilt. Nach dramatischen Bestandseinbrüchen erholen sich momentan die Bestände europaweit wieder. (Karte)

Lebensraum
Zur Brutzeit vor allem ungestörte Wälder in der Nähe größerer Gewässer, teilweise reichen auch kleinere Gehölze, wenn nahrungsreiche Gewässer vorhanden sind. Im Winter auch in der offenen Agrarlandschaft. 

Nahrung
Ganzjährig sind Wasservögel und Fische sehr bedeutend, im Winterhalbjahr auch Aas.

Das Seeadlerjahr
Die Balz beginnt bereits im Oktober und erreicht im Februar ihren Höhepunkt, bevor um Mitte Februar die Eier abgelegt werden. Die Brutdauer beträgt etwa 38 Tage, die 1-2 Jungvögel verbleiben 80-90 Tage im Horst. Somit fliegen die Jungadler etwa Anfang bis Mitte Juni aus. Sie werden noch einige Wochen von den Altvögeln versorgt, bevor sie entweder verstreichen oder auch noch bis in den Winter hinein im Revier der Eltern verbleiben. Die meisten heimischen Seeadler überwintern auch hier, in der kalten Jahreszeit gesellen sich aber zahlreiche Wintergäste aus Nordeuropa dazu  

Der Seeadlerhorst
Österreichische Seeadlerhorste liegen fast ausschließlich mitten in Waldgebieten, als Horstbäume werden in den Tieflagen Pappeln, im Waldviertel vor allem Nadelbäume genutzt. Sie werden in der Krone meist recht weit oben erbaut. Anfangs messen sie etwa 2,5 m im Durchmesser und sind ca. 0,5 m hoch - können aber nach einigen Jahren mit jährlicher Bautätigkeit wesentlich größer werden.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Seeadlers in Österreich

     
    Kaiseradler Aquila heliaca
Kaiseradler (Foto: Snímek)   Rote Liste: In Österreich vom Aussterben bedroht

Beschreibung
Gewicht: ca. 2,6  (Männchen) - 4 kg (Weibchen),
Körperlänge: 72-83 cm; Flügelspannweite 190-220 cm
Altvögel: schwarzbraunes Gefieder, von dem sich der gelbbraune Nacken und Hinterkopf abhebt, charakteristische weiße Flecken an den Schultern, Schwanz grau mit einer breiten dunklen Endbinde. Jungvögel : hellbraun mit dunklem Schwanz und dunklen Schwungfedern.
Stimme: Folge von rauen, tiefen Rufe bei der Balz (krock-krock-krock-krock), Warnruf zweisilbig.

Situation in Europa und Österreich
Mit etwa 2.000 Brutpaaren zählt der Kaiseradler zu den seltensten europäischen Brutvögeln. Dabei ist der Großteil der Population in Osteuropa, vor allem in Russland, beheimatet, Österreich liegt am westlichen Verbreitungsrand der weltweit gefährdeten Art. Fast 200 Jahre nach seinem Aussterben brütete er seit 1999 wieder in Österreich, momentan mit 6-10 Paare (3-4 im Burgenland, 3-6 in Niederösterreich). Dies ist vor allem effizienten Schutzmaßnahmen (Horstschutzmaßnahmen und -bewachungen) in der Slowakei, Ungarn und Österreich zu verdanken. (Karte)

Lebensraum
Der Kaiseradler bewohnt offene Steppenlandschaften und offenes Kulturland. In Österreich ist er in brachenreichem Agrarland zu finden. Die Art brütet auch in geschlossenen Wäldern am Rande der Jagdgebiete.

Nahrung
Vor allem kleine und mittelgroße Säugetiere, daneben Vögel. Während früher das Ziesel Hauptnahrung war, sind heute bei uns Hasen die bedeutendste Beute, daneben auch Fasane, Feldhamster und Tauben. Im Winterhalbjahr kann überwiegend Aas auf dem Speiseplan stehen.

Das Kaiseradlerjahr
Der Horstbau kann ab November und Dezember beginnen, fertig ist er meist im Februar, manchmal erst kurz vor der Eiablage, die Ende März/Anfang April erfolgt. Nach etwa 42-45 Tagen schlüpfen die Jungadler (1-3), die danach 55-63 Tage im Nest versorgt werden, bevor sie Ende Juli bis Anfang August das Nest verlassen. Die Jungvögel können aber weit in den August hinein immer wieder zum Horst zurückkehren. Mindestens bis in den Herbst hinein bleibt die Familie zusammen. Spätestens zu Frühlingsbeginn verlassen die Jungvögel das Brutgebiet, wobei sie teilweise weite Strecken zurücklegen. Die Altvögel bleiben dagegen ganzjährig im Brutgebiet.

Der Kaiseradlerhorst
Als Horststandorte kommen die Kronen großer, alter Bäume in Frage. Diese können als Einzelbäume in der offenen Kulturlandschaft, in Windschutzstreifen oder auch am Rand oder im Inneren von Wäldern stehen. Im Bestand muss dieser Baum allerdings über das Kronendach ragen, um eine freie Aussicht und freien Anflug zu gewährleisten. In Windschutzstreifen können auch recht schwachstämmige Bäume genutzt werden, wenn diese über die Umgebung ragen. Als Brutbäume werden in Österreich hauptsächlich Pappeln oder Eichen genutzt, vereinzelt auch Robinien, Kiefern oder Ahorn. Sehr häufig wechselt der Kaiseradler von einem Jahr aufs andere den Horstbaum.  Der Horst misst etwa 100-130 cm im Durchmesser und kann bis zu 75 cm hoch werden.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Kaiseradlers in Österreich

     
    Rotmilan Milvus milvus
Rotmilan (Foto: R. Kreinz)   Rote Liste: In Österreich vom Aussterben bedroht

Beschreibung
Gewicht: ca. 1 kg (Männchen) bis 1,2 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 60-70 cm; Flügelspannweite: ca. 154-170 cm.
Erwachsene: Auffallend rötlich gefärbt. Rostbraun mit unterseits dunklen und oberseits hellen Strichen, Kopf grau, Schwanz oberseits leuchtend rotbraun, unterseits sehr hell. Schnabel gelb mit dunklerer Spitze. Jungvögel sehr ähnlich, aber etwas blasser. Im Flug lange schmale Flügel mit auffälligem weißem Feld unterseits am Handflügel und typischem langen, tief gegabelten Schwanz.
Stimme: langgezogenes, hohes Trillern.

Situation in Europa und Österreich
Mit etwa 20.000 Brutpaaren liegt über 90 % des Weltbestandes in Europa mit einem Schwerpunkt im Westen (v.a. Deutschland, Frankreich, Spanien, wobei es gerade in diesen 3 Ländern zwischen 1990 und 2000 zu Rückgängen kam). In Österreich brüten gegenwärtig etwa nur 12-19 Brutpaare - verteilt auf den äußersten Osten und äußersten Westen des Bundesgebietes - vor allem in den NÖ March-Thaya-Auen und dem Vorarlberger Rheintal. (Karte)

Lebensraum
Halboffene Landschaften mit ungestörten Waldstücken als Brutplätzen und brachenreichen Äckern sowie Wiesen zur Jagd; gerne in Gewässernähe.

Nahrung
Sehr vielseitig, vor allem Kleinsäuger wie Hamster und Mäuse, aber auch Aas und Abfälle sowie Kleintiere wie z.B. Regenwürmer.

Das Rotmilanjahr
Nach der Revierbesetzung im Februar beginnt im März die Balz. Die meist 2-3 selten 4 Eier werden ab Anfang April gelegt. Nach einer Brutzeit von 32-33 Tagen und einer Nestlingszeit von 48-54 Tagen fliegen die Jungvögel meist Ende Juni aus. Mit der Selbständigkeit der Jungen schließen sich Rotmilane oft zu größeren Gemeinschaften zusammen, vor allem zu herbstlichen Schlafgemeinschaften, die dutzende tiere umfassen können. Der Großteil der mitteuropäischen Rotmilane zieht nach Südwesteuropa, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwintert aber auch ein Teil im Brutgebiet. Auch in Österreich gibt es alljährlich überwinternde Rotmilane.

Der Rotmilanhorst
Eichen, Buchen und Kiefern sind die häufigsten Brutbäume in Mitteleuropa; meist liegen sie in der Randzone in lichten Wäldern, gerne nahe Gewässern in halboffenen Landschaften. Der Horst wird relativ hoch am Baum, meist nahe dem Stamm errichtet und charakteristischerweise mit Papier, Lumpen, Plastikfetzen oder ähnlichem ausgekleidet.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Rotmilans in Österreich

     
    Schwarzmilan Milvus migrans
Schwarzmilan (Foto: A. Thaler)   Rote Liste: In Österreich stark gefährdet

Beschreibung
Gewicht: ca. 0,81 kg (Männchen) bis 0,85 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 55-60 cm; Flügelspannweite: ca. 140-150 cm.
Erwachsene: Dunkelbraun mit hellerem, gräulichem Kopf; kann fast schwarz wirken, niemals aber rotbraun wie der Rotmilan; Schnabel gelb-schwarz. Im Flug sind die Flügel etwas breiter als beim Rotmilan, der Schwanz ist weniger tief gegabelt - ausgebreitet nur schwach eingebuchtet. Oberseits ein helles Band auf den Flügeldecken, unterseits ein helles Feld auf den Handschwingen. Jungvögel heller gefärbt mit dunkler Augenmaske.
Stimme: hohe, wiehernde oder trillernde Rufreihen.

Situation in Europa und Österreich
Der Schwarzmilan, der neben Europa auch Asien, Afrika und Australien besiedelt, hat seine bedeutendsten europäischen Bestände in Russland, Frankreich und Spanien. Insgesamt geht man in Europa von ca. 80.000 Brutpaaren aus. Wegen deutlicher Rückgänge in Osteuropa wird er als gefährdet eingestuft, obwohl es zugleich Zunahmen in Frankreich gibt. In Österreich brüten gegenwärtig 50-75 Brutpaare - mit Schwerpunkten im Vorarlberger Rheintal sowie den Niederösterreichischen Donau-, March- und Thaya-Auen. Wenige Paare gibt es auch in Oberösterreich, Kärnten, Wien, Tirol, Salzburg und dem Burgenland. Dabei sind in Niederösterreich in den letzten 10-15 Jahren deutliche Abnahmen festzustellen. (Karte)

Lebensraum
Vor allem halboffene Landschaften, in Österreich fast immer in Gewässernähe, meist in weiten Flusstälern.

Nahrung
Sehr vielseitig, vor allem kleine Säugetiere, Fische und Aas, teilweise auch Vögel.

Das Schwarzmilanjahr
Ab Ende März trifft der Schwarzmilan im Brutgebiet ein, unmittelbar darauf beginnt die Revierbesetzung und Balz, im April der Nestbau und die Eiablage. Die 2-3 Eier werden 31-32 Tage bebrütet, die Jungen schlüpfen dann im Mai und verbleiben noch 35-50 Tage im Horst, bevor sie Ende Juni/Anfang Juli ausfliegen. Bereits Ende Juli beginnt der Abzug in die Überwinterungsgebiete im tropischen Afrika.

Der Schwarzmilanhorst
Wie andere Greifvogelarten legt auch der Schwarzmilan großen Wert auf freien Anflug, weshalb der Horst oft relativ hoch in alten Bäumen liegt, meist in lockeren Altholzbeständen und in der Nähe von Gewässern. Die Baumart ist nicht so entscheidend, in den ostösterreichischen Augebieten werden meist Pappeln genutzt, in anderen Gebieten aber auch Kiefern, Eichen und andere Baumarten. Er ist anfangs eher flach, erst lange benutzte Horste können bis zu 80 cm Höhe anwachsen, der Durchmesser schwankt zwischen ½-1m. Die Mulde wird mit menschlichem Müll wie Papierfesten oder Lumpen, aber auch mit Grasbüscheln und Erde ausgekleidet.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Schwarzmilans in Österreich

     
    Rohrweihe Circus aeruginosus
  Rote Liste: In Österreich: Gefährdung droht

Beschreibung
Gewicht: ca. 0,5 kg (Männchen) bis 0,75 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 48-56 cm; Flügelspannweite: ca. 115-130 cm.
Schmalflügeliger Greifvogel, der im Suchflug mit v-förmiger Flügelhaltung nahe über dem Boden fliegt. Männchen dreifärbig: braun - grau - schwarz, Weibchen und Jungvögel braun mit gellem Kopf.
Stimme: Am Brutplatz zweisilbig „klijäh“.

Situation in Europa und Österreich
Bei gegenwärtig 93.000-140.000 Brutpaaren kam es in den  letzten Jahren europaweit zu Bestandszunahmen. In Österreich brüten gegenwärtig etwa 300-400 Brutpaare, der Großteil davon am Burgenländischen Neusiedler See.

Lebensraum
Ursprünglich ein reiner Röhrichtbewohner, brütet die Rohrweihe immer häufiger auch in Getreide- oder Rapsäckern. Die Jagdflüge führen sie auch in Acker- oder Wiesengebiete.

Nahrung
Kleine Säugetiere und Vögel.

Das Rohrweihenjahr
Nach der Ankunft im Brutgebiet im April findet die Eiablage Ende April/Anfang Mai statt; die 4-5 Eier werden 31-38 Tage bebrütet, die Jungen verlassen noch flugunfähig mit 3-4 Wochen den Horst, erst mit 6-7 Wochen können sie ab ca. Anfang/Mitte Juli fliegen und werden danach noch einige Wochen von den Altvögeln versorgt. Im August erfolgt der Abzug in die Überwinterungsgebiete, die vor allem in Afrika südlich der Sahara liegen, zum Teil aber auch im Mittelmeerraum.

Der Rohrweihenhorst
Auf umgeknickten Schilfhalmen mitten im Röhricht oder auf umgeknickten Halmen in Getreide- oder Rapsfeldern errichtet die Rohrweihe meist mehrere (über dem Wasser liegende) Horstpattformen, von denen nur eine zum eigentlichen Horst ausgebaut wird. Dieser kann 40-100 cm Durchmesser und 25-45, ausnahmsweise sogar 1m Höhe erreichen.

     
    Wiesenweihe Circus pygargus
Wiesenweihe (Foto: J. Lengyel)   Rote Liste: In Österreich vom Aussterben bedroht

Beschreibung
Gewicht: ca. 0,25 kg (Männchen) bis 0,35 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 43-47 cm; Flügelspannweite: ca. 105-130 cm.
Männchen hellgrau mit schwarzer Flügelspitze und schmaler schwarzer Flügelbinde; Weibchen braun gebändert mit weißem Bürzel; noch schmalflügeliger als Rohrweihe.
Stimme: Balzruf ähnlich Dohle („kjä-kjäh-kjäh“).

Situation in Europa und Österreich
Nach starken Bestandseinbrüchen wegen Wiesenzerstörungen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nehmen die zahlen seit der Jahrhundertwende wieder zu. In Österreich ist die Wiesenweihe nach wie vor eine der seltensten Greifvogelarten mit nur etwa 15-25 Brutpaaren in Niederösterreich und dem Burgenland. (Karte)

Lebensraum
Ursprünglich ein Bewohner von ausgedehnten Feuchtwiesengebieten, hat sich die Wiesenweihe seit den 1990er Jahren auch auf brachenreiches, offenes Kulturland umgestellt und brütet in Getreidefeldern.

Nahrung
Vor allem Kleinsäuger, Großinsekten und Eidechsen.

Das Wiesenweihenjahr
Zwischen Ende April und Mitte Mai kehren Wiesenweihen aus dem Winterquartier zurück. Die Eiablage erfolgt meist ab Mitte Mai; die Eier werden 27-30 Tage bebrütet. Ab Mitte Juni schlüpfen dann die 3-5 Jungvögel, die das Nest meist schon mit 4 Wochen vor Erlangen der Flugfähigkeit mit verlassen. Nach dem Ausfliegen ab Mitte Juli werden sie noch einige Wochen von den Eltern versorgt, bevor sie ab Ende Juli, meist aber im August das Brutgebiet verlassen und Richtung Afrika abziehen.

Der Wiesenweihenhorst
Er wird in nicht zu dichter, aber ausreichend Deckung bietender, etwa 1 m hoher Vegetation gebaut - ursprünglich in Feuchtwiesen und lockerem Röhricht, in der Kulturlandschaft vor allem in  Wintergetreidefeldern und liegt normalerweise direkt am Boden. Mit etwa 40-80 cm Durchmesser ist er deutlich kleiner als ein Rohrweihenhorst und bleibt auch sehr flach.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete der Wiesenweihe in Österreich

     
    Wespenbussard Pernis apivorus
Wespenbussard (Foto: D. Occhiato)   Beschreibung
Gewicht: ca. 0,7 kg (Männchen) bis 0,8 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 52-60 cm; Flügelspannweite: ca. 118-144 cm.
Färbung sehr variabel von hell bis dunkelbraun. Typisch eine breite dunkle Endbinde am Schwanz sowie zwei breitere Binden an der Schwanzbasis.
Stimme: Ruft seltener als Mäusebussard, ebenso langgezogener, aber hellerer Ruf („wiehjeh“).

Situation in Europa und Österreich
Im Großteils Europas und in Asien bis Westsibirien beheimatet, brüten in unserem Kontinent nach Schätzungen etwa 130.000 Brutpaare  seine Bestände gelten bis auf einige Ausnahmen derzeit als stabil. Auch in Österreich geht man von einem stabilen Bestand zwischen 1500 und 2600 Brutpaaren aus.

Lebensraum und Nahrung
Meist reich gegliederte Landschaften, wo er zwar im Wald brütet, zumindest teilweise aber auch im Offenland auf Nahrungssuche geht.
Nahrung: Überwiegend Wespen, die er aus Erdnestern ausgräbt; daneben andere Insekten, Regenwürmer, Amphibien, Kleinsäuger oder Vögel.

Das Wespenbussardjahr
Erst im Mai kehrt der Wespenbussard ins Brutgebiet zurück. Er beginnt umgehend mit Balz und Nestbau, die Eiablage erfolgt zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Nach 31-37 Tagen schlüpfen die 1-3 Jungvögel, die 40-48 Tage im Nest bleiben und somit erst im August ausfliegen. Nur kurze Zeit werden sie danach von den Altvögeln weiter versorgt, bevor sie im August oder September ins afrikanische Winterquartier abziehen.

Der Wespenbussardhorst
Der Horst kann im Inneren oder am Rand von Waldbeständen erbaut werden, manchmal auch in kleineren Feldgehölzen, in der Regel auf sehr alten starken Bäumen eher im oberen Teil der Krone.
Für einen Greifvogelhorst mit 65 - 90 cm Durchmesser relativ klein, typischerweise werden lange, dünne Zweige für den Bau verwendet und das Nest  laufend mit frischen, grünen Zweigen und Blättern ausgekleidet. Oft wird auch ein vorhandener Horst eines anderen Greifvogels verwendet.

     
    Sakerfalke Falco cherrug
akerfalke (Foto: J. Chavko)   Rote Liste: In Österreich vom Aussterben bedroht

Beschreibung
Gewicht: ca. 0,8 kg (Männchen) bis ca. 1 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 47-55 cm; Flügelspannweite: ca. 110-126 cm.
Erwachsene: Braune Oberseite mit hellbeigem Kopf, dünnem Bartstreif und cremefarbener, dunkel gefleckter Unterseite. Größter heimischer Falke (mäusebussardgroß). Im Flug oberseits auffälliger Kontrast zwischen dunklen Schwungfedern und heller braunem Rücken, relativ breiten, etwas gerundeten Flügeln und langem Schwanz.
Stimme: raue, schnelle Rufreifen (etwa „gäck-gäck-gäck….“)

Situation in Europa und Österreich
Der in Europa und Asien verbreitete Sakerfalke brütet in Europa mit etwa 600-700 Paaren. Wegen Bestandsrückgängen in Osteuropa und der insgesamt kleinen Population wird er in Europa als „Stark Gefährdet“ eingestuft. Österreich liegt am westlichen Rand des Areals und beherbergt gegenwärtig 20-25 Brutpaare. In Folge von intensiven Schutzbemühungen stieg der Bestand in unserem Nachbarland Ungarn in den letzten 20 Jahren stark an - von dieser Entwicklung profitierte der Saker auch in Österreich. (Karte)

Lebensraum
Ursprünglich in Waldsteppen beheimatet, kommt der Saker heute in Mitteleuropa vor allem in großräumigen Ackerlandschaften vor.

Nahrung
Früher vor allem auf Ziesel und andere mittelgroße Säugetiere angewiesen, aktuell in Mitteleuropa überwiegend Vögel, vor allem Tauben.

Das Sakerjahr
Bereits im Jänner, spätestens im Februar beginnt die Balzzeit, bevor ab Mitte März 4-5 Eier abgelegt werden. Diese werden zwischen 30 und 35 Tagen bebrütet. Ab Mitte April schlüpfen die Jungvögel, die 6-7 Wochen im Horst, nach dem Ausfliegen im Juni noch 3-7 Wochen versorgt werden. Den Hauptanteil am Brutgeschäft übernimmt das Weibchen, während das Männchen Futter herbei schafft. Die Altvögel verbleiben je nach Nahrungsangebot ganzjährig in der näheren oder weiteren Umgebung des Brutreviers, während die Jungen meist verstreichen und sogar weite Wanderungen durchführen können. Saker sind sehr reviertreu und bleiben in der Regel dauerhaft verpaart.

Der Sakerhorst
Wie alle Falken baut auch der Sakerfalke kein eigenes Nest, sondern benutzt verlassene Krähen- oder Greifvogelhorste. Ursprünglich lagen diese meist in Bäumen. Heute brütet der Großteil der mitteleuropäischen Vögel auf Strommasten. Neben Krähennestern nimmt er dabei auch künstliche Horstplattformen an. Der Nistplatz muss freien Anflug und eine gute Übersicht über das Revier bieten.

Karte: Zentrale Vorkommensgebiete des Sakerfalken in Österreich

     
    Uhu Bubo bubo
Uhu (Foto: P. Buchner)   Beschreibung
Gewicht: ca. 1,9 kg (Männchen) bis 2,6 kg (Weibchen)
Körperlänge: ca. 59-73 cm; Flügelspannweite: ca. 140-170 cm.
Größte heimische Eule mit deutlich sichtbaren Federohren und orangen Augen; unterseits gelbbraun mit dunklen Streifen, oberseits braun gemustert.
Stimme: Gesang dunkles, sehr lautes „buho“

Situation in Europa und Österreich
Nach starken Bestandseinbrüchen zwischen 1970 und 1990 erholen sich die Uhubestände in vielen europäischen Ländern langsam wieder. Momentan geht man in Europa von 19.000-38.000 Brutpaaren aus. Auch in Österreich kam es nach früheren Verlusten in den letzten beiden Jahrzehnten zu Bestandszunahmen (auf etwa 400-600 Brutpaare) und auch zu Arealausweitungen.

Lebensraum und Nahrung
Halboffene oder offene Landschaften mit reichem Angebot an mittelgroßen Beutetieren.
Nahrung: Vor allem mittelgroße Säugetiere (bis etwa Hasengröße) und Vögel, wobei sich die Paare offensichtlich auf die in ihrem Revier häufigste Art spezialisieren (z.B. Krähen, Igel, Hamster).

Das Uhujahr
Die Balz beginnt oft schon im Winter, meist ab Jänner. Ab Ende Februar bis Ende März werden 2-4 Eier abgelegt, die 34-36 Tage bebrütet werden. Die Jungvögel verlassen den Horst mit etwa 4-5 Wochen ab Mai, werden aber noch den ganzen Sommer über von den Altvögeln betreut, bevor sie im September/Oktober das Revier verlassen. Die Altvögel bleiben ganzjährig im Revier.

Der Uhuhorst
Der Uhu baut kein eigenes Nest, sondern legt die Eier entweder in Mulden in Felsnischen oder benutzt verlassene Horste von Greifvögeln, Störchen oder Reihern.

     
  PROJEKTPARTNER

BirdLife Österreich


Verein Auring


Raptor Protection of Slovakia

     
Gefördert durch die EU im Rahmen des ETZ Slowakei-Österreich und durch das Land Niederösterreich im Projekt „CORO-SKAT“.
Spolufinancované EÚ prostredníctvom Programu cezhraničnej spolupráce Slovenská republika – Rakúsko 2007-2013 a krajinou Niederösterreich, v rámci projektu „CORO-SKAT“.