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    Kampagnen
     
    Die Kampagne „Wir schützen unsere Greifvögel“

Der Kaiseradler ist nur eine von vielen (Greif-)Vogelarten, zu deren Schutz das Projekt beitragen will. Mehr über die Zielarten erfahren Sie hier.
  Ziel der im Rahmen von CORO-SKAT laufenden Kampagne ist die langfristige Sicherung der Vorkommen unserer seltenen Greifvögel. Greifvögel zählen zu den am meisten bedrohten Vogelarten in Österreich. Alleine sechs Arten gelten in Österreich als vom Aussterben bedroht und haben weniger als 25 Brutpaare. Bis auf den Rotfußfalken kommen fünf dieser Arten im Projektgebiet vor und sind Schutzziele des Projektes: Rotmilan, Seeadler, Wiesenweihe, Kaiseradler und Sakerfalke. Aber auch Arten wie Schwarzmilan oder Wespenbussard wie auch nicht zu den Greifvögeln zählende Arten wie Schwarz- oder Weißstorch sollen profitieren.

Auf österreichischer Seite leitet BirdLife Österreich die Kampagne, der Auring ist für die Aktivitäten an der March und Thaya zuständig. Auf der slowakischen Seite zeichnet sich RPS verantwortlich. Das Schutzprogramm für die Wiesenweihe wird von der Forschungsgemeinschaft Wilhelminenberg und jenes für den Seeadler vom WWF Österreich durchgeführt.

     
    Wie wollen wir die Greifvögel schützen?


Neben der Sicherung natürlicher Horststandorte werden in geeigneten Gebieten auch künstliche Nisthilfen montiert.
  Einen breiten Raum nimmt die Sicherung der Horststandorte ein, da nur bei ausreichendem Nachwuchs die langfristige Erhaltung der Arten gegeben ist. Wir wollen gemeinsam mit Landnutzern wie Land- und Forstwirten oder Jägern bestehende Horste sichern und dort die Störung reduzieren. Dabei gilt es vor allem große, alte Bäume und Baumbestände zu erhalten. Zusätzlich wollen wir in Gebieten mit Mangel an Brutmöglichkeiten, Nisthilfen anbringen.

Großvögel können aufgrund ihrer großen Raumansprüchen als sogenannte Schirmarten (umbrella species) im Naturschutz dienen. Durch großräumige Schutzmaßnahmen für Adler und Co. erhöht sich die Strukturvielfalt auf einer großen Fläche. Im Rahmen des Projektes sollen also Schutzkonzepte entwickelt werden, die neben der Erhaltung der Populationen seltener Arten auch die Biodiversität in der Landschaft erhöht.

Besondere Bedeutung kommt hier dem europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 zu. Natura 2000 ist ein Netzwerk an Schutzgebieten von europäischer Bedeutung. Ziel dieses Netzwerkes ist es, die in der europäischen Union gefährdete Tier- und Pflanzenarten langfristig zu erhalten.

     
    Besenderung – so lernen wir über die Lebensraumansprüche der Zielarten


Ein Sender auf dem Rücken der Vögel ermöglicht es, den Aufenthaltsort der Kaiseradler zu verfolgen. Zu den Tagebüchern unserer besenderten Adler

  Durch die Besenderung der Tiere („Telemetrie“) bekommen wir die einmalige Möglichkeit, tiefere Einblicke in das Leben von Greifvögeln zu bekommen. Sowohl auf österreichischer wie auf slowakischer Seite werden Sender an jungen Kaiseradlern und Rotmilanen angebracht. Mehrmals täglich können so Aufenthaltsort der Tiere, ihre Flughöhe, die Fluggeschwindigkeit oder Flugrichtung bestimmt werden. Der hohe Detaillierungsgrad erlaubt uns auch genauere Aussagen über die Lebensraumnutzung der Tiere zu treffen, wodurch Schutzmaßnahmen für diese vom Aussterben bedrohten Arten besser geplant werden können.

   
    Die Telemetrie des Kaiseradlers in Österreich


 
In Kooperation mit
  Insgesamt werden sechs Individuen besendert. Es ist das erste Mal, dass Kaiseradler in Österreich telemtriert werden. Die ersten drei Tiere, dieser weltweit bedrohten Art, wurden Ende Juni 2011 mit Sendern versehen. Es handelte sich um ein Geschwisterpaar an der March und eines im Nationalpark Donauauen. Begonnen wurde mit den beiden an der March. Die Tiere werden kurz vor dem Ausfliegen besendert. Da die Tiere dann nur mehr wenig wachsen, kann man zu dem Zeitpunkt die Sender perfekt anbringen.

Anita, ein gut entwickeltes Weibchen, und Alex wurden mit Hilfe der Hohenauer Feuerwehr aus dem Horst geborgen. Dann wurden von Anita Gamauf (Greifvogelexpertin des Naturhistorischen Museums) und Matthias Schmidt (Leiter des Telemetrieprogramms BirdLife Österreich) die Sender angebracht. Die Aktion verlief reibungslos und am selben Tag hatten wir schon die ersten Signale. Noch am späten Nachmittag fuhren wir in den Nationalpark Donauauen, wo ein dritter Vogel einen Sender erhielt. Wir tauften ihn Michi nach Michael Bierbaumer, den Entdecker des Horstes.

     

 

 

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    Wie funktionieren die Sender?

Das Kaiseradler-Geschwisterpaar Alex und Anita mit "Rucksacksendern" auf dem Rücken - bereit zum Abflug.
  Im Zuge des CORO-SKAT Projekts werden für die Kaiseradler sogenannte „Satelliten-GPS-Sender“ verwendet. Unter Satelliten-GPS-Sender versteht man Sender welche in vorgegebenen Intervallen die Position des Tieres via GPS ermitteln und speichern. Die gespeicherten Daten werden dann ebenfalls in bestimmten Abständen via Satellit an den Empfänger übermittelt. Die Sender sind technisch äußerst aufwändig gebaute Geräte, welche einerseits sehr leicht und klein sein müssen und andererseits präzise Daten über einen langen Zeitraum liefern müssen.  Die Energieversorgung der Sender erfolgt über Solarpanelle welche an der Oberseite des Senders lokalisiert sind, wodurch eine lange Lebensdauer der Sender gewährleistet ist.

Für die Anbringung der Sender an die Tiere wurde die etablierte und langjährig erprobte Methode des „Backpacks“ gewählt. Den Vögeln wird dabei der Sender mit Teflonbändern als Rucksack auf den Rücken geschnallt. Bei optimaler Verbindung mit dem Satelliten liefern die Sender sechsmal am Tag den Aufenthaltsort des Tieres. Die Genauigkeit kann wenige Meter betragen.

Zu den Tagebüchern unserer besenderten Kaiseradler

     
   

Raumnutzungs-Analyse der besenderten Kaiseradler

 
Großansicht

Durch die Besenderung von 7 nestjungen Kaiseradlern (20101-2013) konnten im Rahmen des Projekts bis dato knapp 5900 GPS-Datenpunkte ermittelt werden. Nach Prüfung und Säuberung der Daten standen für die vorliegende Auswertung 5699 Datensätze zur Verfügung.

Bei der Auswertung wurde zeitlich zwischen der Phase des Ausfliegens sowie dem darauffolgenden, juvenilen Dispersal unterschieden. Als Phase des Ausfliegens wurde jener Zeitraum definiert, in der das jeweilige Individuum noch regelmäßig ans Nest zurückkehrte (Vgl. Gonzalez et al. 1989). Die Phase schwankte zwischen 90 und 138 Tagen nach der Besenderung, wobei drei der sieben Vögel vor Beendigung dieser ersten Phase bereits verendeten.

Alle Datensätze zu einem späteren Zeitpunkt wurden der Phase des juvenilen Dispersals zugeordnet. Aufgrund Projektgebiets wurde neben einer generellen Auswertung der Raumnutzung noch eine Detailauswertung für Niederösterreich durchgeführt.

Drei Datensätze – „Phase des Ausfliegens“ (1872 Datensätze), „juveniles Disperal“ (3807 Datensätze) und „juveniles Dispersal in Österreich“ (275 Datensätze) – wurden daher für die Auswertung verwendet, wobei letzter Datensatz ein Subset des Datensatzes „juveniles Dispersal“ darstellt. Als Koordinatensystem wurde für die beiden Datensätze „Phase des Ausfliegens“ und „juveniles Dispersal in Niederösterreich“ die ETRS89 Austria Lambert Projektion verwendet. Die Auswertungen für den Datensatz „juvenlies Dispersal“ erfolgte aufgrund der großen räumlichen Ausdehnung im Koordinatensystem ETRS89 UTM Zone 33N.

Alle drei Datensätze mit HoRaE-Tool von Steiniger & Hunter 2012 in der GIS-Software OpenJump hinsichtlich der Raumnutzung ausgewertet, wobei die Phase des Ausfliegens rein deskriptiv, in Form der einzelnen Pfade für die einzelnen Individuen dargestellt wurde.

Die Analyse des juvenilen Dispersal (juveniles Dispersal & juveniles Dispersal in Niederösterreich) erfolgte mittels Point Kernel Densitiy Estimation (KDE). Entsprechend der Empfehlungen von Steiniger et al. (2010) wurde eine Scaled Normal/Gaussian Kernel (w_max~0.4) verwendet wobei einzelne, isolierte Punkte (2x Bandbreite, siehe unten) nicht berücksichtigt wurden. Als Wert für die Bandbreite (h) der KDE wurden die mittels des Programms errechneten href-Werte verwendet, welche sich durch die Verteilung der Punkte im Raum ergeben. (Juvenile Dispersal = 28181.18; juveniles Dispersal Niederösterreich = 9412.057) verwendet. Für die Darstellung der KDE wurde eine Rasterauflösung von 1km verwendet (cell-size=1000).

Anhand der erstellten KDE wurden Kerngebiete (Core Area´s) anhand der Methode von Laver 2005 errechnet, welche sich aus dem Verhältnis der genutzten Fläche und der Wahrscheinlichkeit der Nutzung ergibt. Die Errechnung erfolgte ebenfalls mit GIS-Tool HoRaE.

Weiters wurden 95% Wahrscheinlichkeits-Kontouren dargestellt, welche einen gängigen Wert für Homeranges dar (siehe Powell 2000) darstellen.


Zitierte Literatur


Gonzalez, L. M., B. Heredia, J. L. Gonzalez, and J. C. Alonso. 1989. Juvenile Dispersal of Spanish Imperial Eagles (Dispersión de los Jóvenes de Aquila adalberti). Journal of Field Ornithology:369–379.


Laver, P. 2005. ABODE Kernel Home Range Estimation for ArcGIS, using VBA and ArcObjects. Department of Fisheries and Wildlife Sciences, Virginia. Available from www.researchgate.net (accessed June 5, 2014).

Powell, R.A. 2000. Animal home ranges and territories and home range estimators. In L. Boitani & T. Fuller  (Eds.), Research  techniques  in  animal  ecology:  controversies  and  consequences (pp. 65–110). Columbia University Press.

Steiniger, S., and A. J. Hunter. 2012. OpenJUMP HoRAE—A free GIS and toolbox for home-range analysis. Wildlife Society Bulletin 36:600–608.

Steiniger, S., T. L. Timmins, and A. J. S. Hunter. 2010. Implementation and comparison of home range estimators for grizzly bears in Alberta, Canada, based on GPS data. Proceedings of GIScience. Available from www.geo.uzh.ch (accessed June 7, 2014).

  PROJEKTPARTNER

BirdLife Österreich


Verein Auring


Raptor Protection of Slovakia

     
Gefördert durch die EU im Rahmen des ETZ Slowakei-Österreich und durch das Land Niederösterreich im Projekt „CORO-SKAT“.
Spolufinancované EÚ prostredníctvom Programu cezhraničnej spolupráce Slovenská republika – Rakúsko 2007-2013 a krajinou Niederösterreich, v rámci projektu „CORO-SKAT“.