DE l SK  
   
    Michi's Tagebuch
     

Kaiseradler Michi†
Besuchen Sie auch:
Alex
Anita
Esperanza
Jan
Luis

Video: Dokumentation der Besenderung



 

Link zu satellitetracking.eu

     
27.07.2013   Im Juni wurde das Unfassbare Realität! Nachdem Michis Satellitensignale sehr "ungewöhnlich" zu werden begannen, wurde er von BirdLife-Mitarbeitern gesucht und leider auch gefunden und zwar tot. Wie eine spätere Untersuchung des Vogels ergab, wurde Michi von 11 Schrotkugeln getroffen. Weiters konnte anhand der Signalauswertung und den Spuren im Feld sein langer und grausamer Todeskampf mit dem giftigen Blei in seinem Körper rekonstruiert werden.

Michi erblickte das Licht der Welt im Nationalpark Donauauen. In seinem ersten Jahr war er "der" Vielflieger unter unseren Adlern. Er kam weit herum und besuchte in seinem kurzen Leben Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Österreich, Rumänien, Serbien, Kroatien, die Ukraine, Slowenien, Bosnien-Herzegowina und Polen. Als Kind der Donauauen war er auch eher ungewöhnlicher Kaiseradler der oft in der Nähe großer Flüsse zu finden war, ein richtiger Donauadler eben.

Mit Michi ist nun der letzte unserer besenderten Adler viel zu früh verstorben. Schrecklich daran ist, dass 4 der 5 Adler klar menschlicher Nachstellung durch Gift oder Schrot zum Opfer gefallen sind. Kann es wirklich sein, dass diese majestätischen Vögel keinen Platz bei uns haben? Dass die schwarzen Schafe in der Jägerschaft weiterhin ihren dunklen, illegalen Machenschaften unbehelligt nachgehen können? Wir hoffen nicht!

Wir hoffen, dass eine neue Generation von Adlern bessere Chancen auf ein Überleben in Österreich hat. Die neue Generation wächst gerade heran und wir können auf die ersten Flüge unserer frisch besenderten Kaiseradler Esperanza und Vitus gespannt sein.
   
29.04.2013   Michi ist der einzige der Coro-Skat Kaiseradler der definitiv noch am Leben ist. Seine Flugroute lässt sich auf www.satellitetracking.eu verfolgen. Im nicht Enden wollenden Spätwinter hat er sich in den bewährten  Adlergebieten im Parndorf-Berhardsthal-Zàhorie-Dreieck aufgehalten. Mit den steigenden Temperaturen Anfang April wurde auch Michi wieder wanderfreudiger und zieht wieder weitere Kreise. Wünschen wir ihm Glück, unserem letzten lebenden Adler!
   
01.02.2013   Ein neues Jahr ist ins Land gezogen und wir haben schon lange nichts mehr von unseren Adlern hören lassen.
Gleich vorab, Alle sind wohlauf und fit. Wie schon letzten Winter haben unsere Sender leider auch dieses Jahr wieder mit den Lichtmangel bedingten, schwachen Akkus zu kämpfen. Die Positionsupdates sind daher nicht sehr regelmäßig. Michi ist wieder weiter in den Westen gezogen. Letztes Jahr hat er den Winter im Bereich des Duna Drava NP verbracht. Dieses Jahr bleibt er Österreich beinahe treu und zieht auf der Parndorfer Platte und im westliche Ungarn seine Kreise.
   
19.09.2012   Anfang Juli hat sich Michi aus dem Weinviertel verabschiedet und ist in die Slovakei übersiedelt. Besonders zwei Gegenden haben es ihm diesen Sommer angetan. Einerseits die kleinen Karpaten östlich der Stadt Kuchyňa / Záhorie die mit ihren Aufwinden perfekte Flugbedingungen für große Greifvögel bieten. Die Ebenen im Umland versorgen Michi außerdem mit reichlich Nahrung die von oben leicht zu erspähen ist. Andererseits besuchte Michi gerne die Gegend nördlich von Neutra, die zweitälteste Stadt der Slowakei (nach Bratislava) die, mit ihrer imposanten Burganlage, so manchem Türkenangriff trotzte. Das fruchtbare Tal des gleichnamigen Flusses bietet Michi gute Jagdgründe und einen reich gedeckten Tisch. Die letzten Wochen scheint ihn aber wieder das Heimweh gepackt zu haben und er absolvierte einen Kurzurlaub an seinem Schlupfort in den Donau-Auen. Seien wir gespannt ob er wenn es nun kälter wird wieder in ferne Länder fliegt.
   
17.07.2012   Michi ist und bleibt ein Weitflieger. Seit dem letzten Update hat Michi keine neuen Gebiete mehr erkundet, fliegt aber zwischen denen, die er schon kennt, fleißig hin und her. So ist er nach seinem Ausflug an die Polnische und Deutsche Grenze wieder zurück in die Ebenen Südostungarns zurückgekehrt. Um wiederum bis in die Westslowakei zu fliegen wieder kehrt zu machen. Er konnte sich wohl nicht entscheiden welche Gegend ihm besser zusagt, denn diese Strecke hat Michi  im Mai und Juni 4 mal zurückgelegt (2x hin und zurück). Allerdings hat er nun seine Vorliebe für die Donau hinter sich gelassen und streift nun in kaiseradlertypischen Ebenen umher. Nun wieder im Westen befindet sich Michi in seinem „Heimatland“ Österreich, genauer im östlichen Weinviertel. Das Östliche Weinviertel hat sich inzwischen zum Adlerland Österreichs gemausert, in dem auch dieses Jahr wieder zahlreiche (10 Jungadler in Niederösterreich) Paare gebrütet haben.
   
14.05.2012   Ganz anders als Alex kommt Michi nicht zur Ruhe. Er fliegt immer wieder weite Strecken um neues Land zu entdecken. Er hat in etwa einer Woche die Strecke von Ostungarn nahe der Ukrainischen Grenze über Südungarn (Duna-Drava NP), Plattensee, Südburgenland, Wienerwald und Waldviertel  nach Böhmen in Tschechien zurückgelegt. Seither erkundet Michi die Reviere in Tschechien und flog sogar bis hinauf ins Riesengebirge nach Polen in den Karkonosze NP im ehemaligen Schlesien.  Nach ein paar Tagen in Polen ist er in die Nähe von Prag zurückgekehrt. Aber nur um wieder einen Ausflug nach Norden zu versuchen, diesmal Richtung deutsche Grenze.
   
03.05.2012   Im Osten scheint es Michi zu gefallen. Fast 2 Wochen hat er sich im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Rumänien aufgehalten. Mitte April ist auch er (wie Alex) nach Norden geflogen und hat es bis in die Ukraine geschafft.  Die Affinität zu Flüssen und Auwäldern hat der „Donauadler“ Alex nicht verloren und hält sich gern in der Nähe von Flüssen auf.  Diesmal hat es ihm die Theiß angetan, der zweitgrößte und längste Zufluss der Donau. Die Theiß gilt/galt als der fischreichste Fluss Europas.  Entlang der Theiß hat sich Michi zurück in die Ungarische Tiefebene vorgearbeitet und hält sich aktuell in der Region Békés (eines wichtigsten Agrargebiete Ungarns) im Südosten des Landes auf.
   
03.04.2012   Michis Flugroute der letzten 2 Wochen ist wahrlich beeindruckend.  Sein Bogen ausgehend von serbisch-kroatischen Grenzgebiet durch Ungarn,  über die Kleinen Karpaten und Tschechien zur Donau in der Slovakei war nicht das Ende seines Ausfluges. Von der Kleinen Donau flog er weiter  nach Süden, vorbei an Györ und dem Balaton geradewegs in Richtung  „seines“ Auengebietes Kopački rit.  Aber kurz vor dem Ziel drehte er doch nach Osten ab um eine neue Gegend in Rumänien rund um die Stadt Arad zu erkunden. In den Ausläufern des Apuseni-Gebirges machte er wieder kehrt um doch zurück nach Kopački rit zu steuern. Damit hat Michi allein in den letzten 2 Wochen 5 Länder überflogen!
   
22.03.2012   Michi hat wieder Geschmack am Fernfliegen gefunden und ist fast 700km in einer Woche geflogen. Kopački rit und Kiskunság hat er hinter sich gelassen um Richtung Norden fliegend Ungarn und die Slovakei zu durchqueren. In Osttschechien machte er wieder kehrt und befindet sich zur Zeit an der Malý Dunaj (Kleinen Donau) in der Slovakei. Die Kleine Donau ist ein Seitenarm der Donau östlich von Bratislava die auf einer Länge von 128 Kilometer parallel zur Donau mäandriert.

Neue Kartenansicht: Um die immer längeren Flugwege übersichtlicher zu gestalten, sind die letzten zwei Wochen der Flugroute rot (letzte Woche) und gelb (vorletzte Woche) eingefärbt.
   
16.03.2012   Michi dürfte Gefallen gefunden haben im 3-Ländereck (Serbien, Kroatien, Ungarn). Von dieser Gegend aus unternimmt er immer wieder Ausflüge in das nähere und fernere Umland, zeigt aber nach wie vor eine Vorliebe für Feuchtgebiete.  Zuletzt  besuchte er den Kiskunság Nationalpark.
   
07.03.2012   Im Gegensatz zu Alex war Michi sehr umtriebig. Den Jahreswechsel hat er im Dreiländereck zwischen Ungarn, Kroatien und Serbien verbracht. Diese Region ist eines der naturbelassensten und größten Feuchtgebiete an der Donau das durch 3 Schutzgebiete - Duna-Dráva National Park (Ungarn), Kopački rit Nature Park(Kroatien)und Gornje Podunavlje Special Nature Reserve (Serbien) – geschützt wird. Im neuen Jahr ist Michi dann über Novi Sad und Beograd weiter bis zum Eisernen Tor im Grenzgebiet zu Rumänien geflogen. Diese Gegend, mit den früher gefürchteten Donaustromschnellen, die heute durch Dämme gezähmt sind, beherbergt eine der größten und spektakulärsten Klippenlandschaften Europas und wird durch den Djerdab National Park geschützt.  Wenige Tage später machte Michi aber  wieder kehrt um stromauf die Save in der Vojvodina zu erkunden. Dieser Landstrich der sich nach der schrecklichen Kriegswirren heute wieder sehr beschaulich gibt, ist mit seinen vielen Ethnien (u.a. Serben, Deutsche, Ungarn, Tschechen, Ukrainer, Mazedonier, Albaner, Roma) nur zu gut als Winterquartier für einen Adler geeignet der den ganzen Donauraum seine Heimat nennt.

Anfang März ist auch Michi nordwärts unterwegs und befindet sich nun wieder im Kopacki rit/Gornje Podunavlje/Duna-Drava Gebiet an der Donau. Die Auwälder haben es ihm angetan. Wen wundert es, hat er doch in den Donauauen das Licht der Welt erblickt.
   
29.12.2011   Nun bekommen wir regelmäßig Signale von Michi. Er ist weitergezogen und hält sich nun südlich Szekszárd im Nahbereich des Donau-Drau Nationalparks auf. Die Gegend um Szekszárd ist berühmt für seinen Weinbau. Der Szekszárdi Bikavér stammt von hier - ein Rotwein, den wohl jeder weinaffine Tourist in Ungarn schon getrunken hat. Der Donau-Drau Nationalpark ist etwa 500 km2 groß und wird durch Auwälder und in ihrer Ausdehnung in Europa einzigartig große Überschwemmungsflächen der Donau und Drau geprägt. Fische wie Störe und Rutten finden hier noch Lebensraum. Seeadler, Schwarzmilan und Schwarzstorch kommen vor. In den Schilfflächen brüten Seiden-, Silber-, Nacht- und auch Purpurreiher.
   
23.12.2011   Nach einem Monat bangen, ob Michi noch lebt, haben wir wieder ein Signal von ihm bekommen! Das bisher letzte Signal kam aus der Gegend von Szombathely, nun ist er noch weiter östlich. Er hält in der Nähe von Sárbogárd auf - einem 13.000 Einwohner großen Ort, der zwischen dem Plattensee und der Donau lieg. Welch ein nettes Weihnachtsgeschenk! Das Kaiseradler Telemtrie Team von BirdLife wünscht in diesem Sinnen besinnliche Feiertage!
   
12.12.2011   Nachdem Michi seinem Geburtsort bisher sehr treu geblieben war, überraschten uns Mitte November Signale aus Ugarn, welche mehr als 100 Kilometer von seinem bisherigen Jagdgebiet entfernt waren. Leider blieb es nur bei ein paar wenigen Signalen und seit 15. November ist er mittlerweile leider verschollen - die letzte Position war südöstlich von Szombathely. Wir können nur hoffen, dass Michi wohl auf ist und nur eine mögliche - durch das anhaltend schlechte Wetter bedingte - unzureichende Energieversorgung des Solar-Senders der Grund für das Ausbleiben der Signale ist.
   
14.11.2011

Kaiseradler Michi - auf der Großansicht sind die beiden Ringe oberhalb der Fänge erkennbar.
  Im Gegensatz zu Alex bleibt Michi weiterhin seinem Geburtsort treu. Sie fühlt sich im Marchfeld pudel wohl und scheint sich hier mal vorerst niedergelassen zu haben. Wir haben schon eine ganze Menge an Sichtbeobachtungen und sogar ein Foto von ihm. Wir konnten sogar Nahrungsreste von seinen geschlagenen Beutetieren finden. Darunter waren Stockente, Goldammer oder auch Ringeltaube. Er scheint sich auf Vögel spezialisiert zu haben. Auch bei Anbringung des Senders fanden wir Reste von Vögeln wie Kiebitz unter seinem Horst. Ein interessanter Befund, da üblicherweise Hasen, Fasane und Hamster die Hauptbeute darstellen.
   
8.11.2011   Seit einiger Zeit gibt es weder von Michi noch von Alex Signale, da sich die Sender  nicht aufladen können. Überhaupt fängt jetzt die Jahreszeit an, in der die Aufladung der Akkus schwer wird. Die Tage sind kurz und die Sonne oft verdeckt.
   
20.10.2011   Nun ist es soweit. Auch die Flugroute von Michi ist nun online verfolgbar. Im Gegensatz zur umtriebigen Alex, bleibt Michi in nächster Umgebung zu seinem Geburtsort in den Donauauen. Das Marchfeld bleibt vorerst sein hauptsächliches Aktivitätsgebiet. Nur einmal traute Michi etwas weiter weg. Er flog bis in die Slowakei auf Höhe von Angern an der March. Noch immer hat er auch eine enge Bindung zu seinen Eltern und folgt ihnen bei den Jagdausflügen. Michi nutzt einen Kernberiech von 45 km2. Für einen Kaiseradler eine recht kleine Fläche. Andererseits haben hier mehr als 1.000 Brutpaare Feldlerchen Platz!
   
19.09.2011   Michi ist doch etwa zwei Wochen jünger als Alex und Anita. Dementsprechend klein ist der Aktionsraum. Ausflüge ins Marchfeld hinein sind noch immer Mangelware. Zumeist hält sich Michi noch in den Donauauen auf. Dort dürfte der Jungvogel große Lichtungen oder offene Bereiche entlang  von Altarmbereichen zum Jagen nutzen. Das ist sehr überraschend, denn eigentlich ernährt sich ein Kaiseradler zumeist von Hasen, Fasanen oder auch Hamstern. Natürlich fanden wir auch Vogelreste unter Michis Horst. Z.B. gehört auch der Kiebitz oder die Straßentaube zu Michis Speiseplan. Aber dass der Vogel an offenen Flächen entlang von Altarmen jagt, erscheint uns noch immer seltsam.
     
  In Kooperation mit
  PROJEKTPARTNER

BirdLife Österreich


Verein Auring


Raptor Protection of Slovakia

     
Gefördert durch die EU im Rahmen des ETZ Slowakei-Österreich und durch das Land Niederösterreich im Projekt „CORO-SKAT“.
Spolufinancované EÚ prostredníctvom Programu cezhraničnej spolupráce Slovenská republika – Rakúsko 2007-2013 a krajinou Niederösterreich, v rámci projektu „CORO-SKAT“.