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    Über das Projekt
     

  CORO-SKAT (Conservation Of Raptors and Owls) ist ein österreichisch-slowakisches Projekt zum Schutz von Störchen, Greifvögeln und Eulen. Finanziert wird es durch den Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung, das Land Niederösterreich und Ministerium für Bauwesen und Regionalentwicklung. Weltweit bedrohte Arten wie Kaiseradler oder Sakerfalke finden in der Grenzregion zwischen Niederösterreich und der Zahorie ihre Heimat. Seit Jahren laufen beiderseits der Grenzen verschiedene Schutzaktivitäten. Durch das bis August 2013 laufende Projekt werden diese Aktivitäten gebündelt, Schutzmaßnahmen aufeinander abgestimmt und verbessert. Durch die Entwicklung von Schutzkonzepten soll der Grundstein gelegt werden, für eine langfristige Sicherung der Arten.

Ein Schwerpunkt der Aktivitäten wird in Natura 2000 Gebiete liegen. Natura 2000 ist ein Netzwerk an Schutzgebieten von europäischer Bedeutung. Ziel dieses Netzwerkes ist es, die in der europäischen Union gefährdete Tier- und Pflanzenarten langfristig zu erhalten.

Aktivitäten

    Bestandsüberwachung

  Im Rahmen des Projektes werden die Brutbestände von Störchen, Greifvögeln und Eulen erhoben, die aufgrund ihrer Gefährdung von europäischer Bedeutung sind. Im Konkreten sind dies Wespenbussard, Schwarzmilan, Rotmilan, Seeadler, Rohrweihe, Wiesenweihe, Kaiseradler, Sakerfalke und Uhu. Auf der österreichischen Seite wird auch der Bestand von Weiß- und Schwarzstorch erhoben; auf der slowakischen werden zusätzlich Steinkauz und Schleiereule erfasst. Dadurch soll eine aktuelle Datenbasis geschaffen werden, die als Grundlage für Schutzmaßnahmen dienen wird. Durch die länderübergreifende Kooperation können die Erhebungen akkordiert und die Erfassungsmethoden aufeinander abgestimmt werden. Gerade die in diesem Projekt behandelten Großvögel nutzen Flächen beidseitig der Grenze.
     
    Beringung und Telemetrie





  Beringung und Telemetrie sind wichtige Methoden in der Ornithologie, um die Lebensweise von Vögeln zu erforschen und somit besser verstehen zu können. Im Naturschutz helfen sie, Schutzmaßnahmen effektiv zu planen und optimieren. Im Rahmen von CORO-SKAT werden in Österreich junge Schwarzstörche beringt. Zusätzlich zum klassischen Vogelzugforschungsring aus Metall werden Farbringe verwendet, welche es ermöglichen, dass die Tiere auch von weiter Entfernung individuell unterscheidbar sind. Dadurch erhoffen wir uns, verbesserte Erkenntnisse zu Lebensraumnutzung, Zugverhalten  und Populationsdynamik dieser bedrohten Art zu gewinnen.

Weit genauere Daten liefert die Methode der Telmetrie von Vögeln. Sowohl auf österreichischer wie auf slowakischer Seite werden Sender an jungen Kaiseradlern und Rotmilanen angebracht. Mehrmals täglich können so Aufenthaltsort der Tiere, ihre Flughöhe, die Fluggeschwindigkeit oder Flugrichtung bestimmt werden. Durch diese Technologie erhalten wir einen tiefen Einblick in das Leben der jungen Kaiseradler und Rotmilane. Der hohe Detaillierungsgrad erlaubt uns auch genauere Aussagen über die Lebensraumnutzung der Tiere zu treffen, wodurch Schutzmaßnahmen für diese vom Aussterben bedrohten Arten besser geplant werden können.

Ab Herbst berichten wir regelmäßig über die Aktivitäten der besenderten Adler. Zeitaktuell können die Aufenthaltsorte und Flugbewegungen im Internet auf einer Karte verfolgt werden.

   
    Sicherung der Horststandorte und Gelegeschutz
 

Arten wie Kaiseradler, Seeadler oder Wiesenweihe weisen einen geringen Brutbestand auf. Für den Erfolg von Artenschutzmaßnahmen sind daher der Erhalt jedes Brutplatzes und die Sicherung des Bruterfolges maßgeblich. Gerade große Arten haben in unserer Landschaft zunehmend Probleme geeignete Brutbäume zu finden. Bodenbrüter wie Weihen verlieren wiederum ihre Bruten durch Ernte oder Mahd.

Im Rahmen des Projektes werden die Horststandorte der erhobenen Arten gesichert. Einerseits sollen bekannte Horstbäume gesichert werden, andererseits potentielle und bekannte Brutbäume erhalten bleiben. Bei fehlenden Brutmöglichkeiten werden Kunsthorste angebracht, um die Population zu stabilisieren. Ein Erfolg der Maßnahmen ist aber nur durch die Mitarbeit von Grundbesitzer, Landnutzer und Gemeinden möglich. Daher soll über die Schutzwürdigkeit und Besonderheit dieser Arten informiert werden. Denn nur was man kennt, schützt man auch.

Download:
Horstschutzmaßnahmen im Rahmen des Projektes CORO-SKAT auf österreichischer und slowakischer Seite
(pdf, 2,4 MB)

     
    Entwicklung von Schutzkonzepten
  Großvögel können aufgrund ihrer großen Raumansprüchen als sogenannte Schirmarten (umbrella species) im Naturschutz dienen. Durch großräumige Schutzmaßnahmen für Adler und Co. erhöht sich die Strukturvielfalt auf einer großen Fläche. Im Rahmen des Projektes sollen also Schutzkonzepte entwickelt werden, die neben der Erhaltung der Populationen seltener Arten auch die Biodiversität in der Landschaft erhöht.

Das wichtigste Instrument für Verbesserung in der naturräumlichen Ausstattung der Landschaft stellt das EU-Agrarförderprogramm Ländliche Entwicklung dar. In Österreich wird es in Form des ÖPUL (Österreichisches Programm für eine Umweltgerechte Landwirtschaft) umgesetzt. Strukturen wie Landschaftselemente, Brachen oder extensive Wiesen werden durch das Programm gefördert. Mit 2013 endet die aktuelle Periode. Ab 2014 wird ein grundlegend neues Programm implementiert werden. Im Rahmen des Projektes sollen Schutzmaßnahmen entwickelt werden, die im Rahmen der Ländlichen Entwicklung umgesetzt werden.

     
    Entwicklung von Schutzkonzepten für die Zielarten in N2000- und zentralen Verbreitungsgebieten
  Das Ziel ist es, Konzepte zu entwickeln, die Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen in Natura 2000 Gebieten und im Rahmen der Ländlichen Entwicklung sind. Als Grundlage dienen die Bestanderhebungen der Greifvögel, Eulen und Störche in beiden Ländern. Die Ergebnisse werden mit Lebensraumausstattung und Landnutzungen verschnitten, um die konkreten Lebensraumansprüche der Arten im Projektgebiet zu erhalten. Darauf aufbauend werden Schutzmaßnahmen entwickelt. Die Telemetrie von Kaiseradler ist ein essentieller Teil der Lebensraumanalyse. Hierdurch können genaue Daten zur Lebensraumnutzung gewonnen werden, die in die Konzeptentwicklungen eingehen.

  PROJEKTPARTNER

BirdLife Österreich


Verein Auring


Raptor Protection of Slovakia

     
Gefördert durch die EU im Rahmen des ETZ Slowakei-Österreich und durch das Land Niederösterreich im Projekt „CORO-SKAT“.
Spolufinancované EÚ prostredníctvom Programu cezhraničnej spolupráce Slovenská republika – Rakúsko 2007-2013 a krajinou Niederösterreich, v rámci projektu „CORO-SKAT“.