Garten- und Siedlungsvögel

Lernen Sie die häufigsten Brutvögel kennen!

Amsel (Turdus merula)

Die Amsel wird in die Familie der Drosseln eingegliedert und ist ein häufiger, weit verbreiteter und bekannter Brutvogel in Österreich. Sie fehlt lediglich im Gebirge oberhalb der Waldgrenze. Die höchsten Bestandsdichten werden im Siedlungsraum erreicht, wo sie zu den häufigsten Brutvögeln zählt. Bei gutem Nahrungsangebot (Schnecken, Würmer, Insekten, Beeren) können Amseln mehrmals im Jahr brüten!

 

Bachstelze (Motacilla alba)

Die Bachstelze hat einen für Stelzen typischen, schlanken Körperbau und einen langen Schwanz. Sie zeigt ein weitgehend geschlossenes Verbreitungsbild in Österreich, was auf ihre hohe Anpassungsfähigkeit zurückzuführen ist. Als Brutvogel der offenen und halboffenen Landschaft und Kulturfolger brütet sie vorzugsweise in Nischen und Halbhöhlen, angefangen von den Niederungen bis in die Zentralalpen – dort sind Bruten auf über 2.000 m dokumentiert.

 

Dohle (Corvus monedula)

Die grau-schwarze Dohle zählt zu den Krähenvögeln und ist am einfachsten an ihrem typischen „kja“ oder „kjack“-Ruf zu erkennen. Aus der Nähe fällt besonders die helle Iris im Kontrast zum dunklen Gefieder auf.  Im Winter mischen sich Dohlen oftmals unter große Krähen-Schwärme, aber auch zur Brutzeit sind sie gesellig. Als Höhlenbrüter nehmen Dohlen diverse Höhlen- und Halbhöhlenstrukturen an. Im Weinviertel wird sogar in aktiven Erdölpumpen gebrütet! Der Hauptverbreitungsschwerpunkt der Dohle liegt in Österreich unterhalb von 500 m Seehöhe.

 

Feldsperling (Passer montanus)

Der Feldsperling ist ein weit verbreiteter Brutvogel der halboffenen Kulturlandschaft, aber auch im locker bebauten und gut durchgrünten Siedlungsraum nistet der Höhlenbrüter. Ihre Nisthöhlen verteidigen Feldsperlinge außergewöhnlich konsequent gegenüber den eigenen Artgenossen, aber auch gegenüber anderen Höhlenbrütern.

 

Grauschnäpper (Muscicapa striata)

Der Grauschnäpper ist in Österreich ein weit verbreiteter Brutvogel. Besiedelt werden Wälder, wald- und baumreiche Kulturlandschaften sowie Siedlungen bzw. vor allem Gärten und Parks mit älteren Baumbeständen. Als Weitstreckenzieher ist er nur von Mai bis September in Mitteleuropa. 

 

Grünfink (Carduelis chloris)

Der etwa sperlingsgroße Grünfink (oder auch Grünling) ist einer der häufigsten Brutvögel Österreichs. Seit ca. 2012 tritt allerdings während der Sommermonate bei Grünfinken die Vogelkrankheit Trichomoniasis auf, die durch einzellige Parasiten hervorgerufen wird. Sie verbreitet sich hauptsächlich über Futterstellen und Vogeltränken. Die beste Maßnahme bei Auftreten dieser Krankheit ist, die Fütterung sofort einzustellen, Futterreste zu entfernen sowie Futtergeräte und Vogeltränken mit heißem Wasser zu reinigen. Lesen Sie mehr

 

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

Der Hausrotschwanz ist ein Insektenfresser, der sein Aktivitätsmaximum in den frühen Morgen- und späten Abendstunden hat. Als Kulturfolger ist er besonders in menschlichen Siedlungen anzutreffen. Ursprünglich brütete der Hausrotschwanz im Gebirge, im Laufe der Zeit hat er sich aber an den Menschen gewöhnt. Im April baut der Halbhöhlenbrüter ein Nest aus Gras, Moos und Haaren, das er in dunklen Nischen gut versteckt. Der Gesang beinhaltet charakteristische, knirschende Elemente und wird von Warten aus vorgetragen. 

 

Kohlmeise (Parus major)

Die Kohlmeise ist einer der am weitesten verbreiteten und häufigsten Brutvögel Österreichs und ganzjährig zu beobachten. Die höhlenbrütende Meise weist eine geringe Spezialisierung an ihren Lebensraum auf. Ihr charakteristischer „ziii-zi-bä“-Gesang ist oft schon früh im Jahr zu hören und weckt erste Frühlingsgefühle. Allerdings ist diese Meise zu einer ausgesprochenen Fülle an weiteren Lautäußerungen fähig. Nicht selten entpuppt sich eine zunächst nicht identifizierbare Vogelstimme letztendlich als Kohlmeise. Zur Jungenaufzucht werden eifrig Raupen gesammelt, denn Kohlmeisennester können rund 10-12 Junge umfassen. Im Winter ernähren sich Kohlmeisen vor allem vegetarisch, Futterstellen werden gerne angenommen.

 

Mauersegler (Apus apus)

Der Mauersegler weist einen stromlinienförmigen Körper auf und ist ein extrem geschickter Flugkünstler: Nahrungsaufnahme, Paarung und Schlaf finden großteils in der Luft statt. Außerhalb der Brutzeit sind Mauersegler oft monatelang ohne Unterbrechung in der Luft! Sie sind sehr gesellig und bei guten Wetterbedingungen kann man Flugspiele beobachten, bei denen die Mauersegler mit rasantem Tempo laut rufend durch die Luft zischen. Dabei können Spitzenwerte von 40 – 60 m/sec erreicht werden!

 

Mehlschwalbe (Delichon urbica)

Die Mehlschwalbe ist eine kleine Schwalbe mit einem kurzen, gegabelten Schwanz. Auffällig ist der leuchtend weiße Bürzel. Die Nähe zu den Menschen hat den Schwalben Symbolwirkung eingebracht: Sie gelten als Glücksbringer und Boten des Sommers. Leider haben die Mehlschwalben selbst heutzutage weniger Glück, ihre Bestände sind rückläufig. Als Grund kann einerseits der Rückgang der Insekten angesehen werden, andererseits werden vielerorts die Nester mutwillig zerstört.

 

Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

Von der kleineren Mehlschwalbe unterscheidet sich die Rauchschwalbe vor allem durch ihre sehr langen Schwanzspieße, das rostrote Gesicht und die durchgehend dunkel gefärbte Oberseite. Zudem brütet die Rauschschwalbe in Österreich fast ausschließlich in den Viehställen, während die Mehlschwalbe meist an den Außenmauern der Gebäude ihre Lehmnester anbringen. Den Winter verbringt die Rauschschwalbe in Mittel- und Südafrika.

 

Sperber (Accipiter nisus)

Der Sperber ist ein sehr wendiger Überraschungsjäger, der vor allem im Winter in den Siedlungen gerne nach Singvögeln Jagd macht. Diese werden hauptsächlich im Überraschungsangriff erbeutet. Es gibt einen starken Geschlechtsdimorphismus zwischen den Geschlechtern: während das Weibchen bis zu 40 cm groß wird, ist das Männchen mit maximal 30 cm Körperlänge weitaus kleiner. Der Sperber brütet in allen Bundesländern verbreitet und ist nach Mäusebussard und Turmfalke der häufigste Greifvogel in Österreich.

 

Türkentaube (Streptopelia decaocto)

Die ursprünglich aus Vorderasien stammende Türkentaube war bis in die 1930er in Europa nur auf der Balkanhalbinsel beheimatet. Innerhalb weniger Jahrzehnte kam es zu einer Arealausweitung auf ganz Europa. Mittlerweile sind sogar Island und weite Teile Russlands besiedelt. Der erste Brutnachweis in Österreich gelang 1943 in Wien, seither ist es zu einer rasanten Ausbreitung gekommen.  Als Bruthabitat wählt die Türkentaube ausschließlich Dörfer und Stadtgebiete, Bruten außerhalb von Ortschaften kommen nur ausnahmsweise vor.