Kulturlandvögel

Lernen Sie die häufigsten Brutvögel kennen!

Braunkehlchen (Saxicola rubetra)

Das Braunkehlchen ist ein kleiner Singvogel mit helloranger Kehle und Brust und einem markanten, hellen Überaugenstreif. Als Weitstreckenzieher kehren die Insektenfresser erst Mitte April in die Brutgebiete zurück, mit der Brut wird also zumeist erst im Mai begonnen. Die flächendeckende Intensivierung der Grünlandnutzung hat dazu geführt, dass dieser ehemals verbreitete Wiesenvogel zu einem absoluten Sorgenkind des Vogelschutzes geworden ist und in Österreich nur noch eine lückenhafte Verbreitung und rückläufige Bestandszahlen aufweist.

 

Feldlerche (Alauda arvensis)

Mit ihren 16 – 18 cm ist die braune Feldlerche ein optisch unscheinbarer Singvogel, der die Nahrung ausschließlich am Boden sucht. Sie steigt aber während des markanten Singflugs hoch in die Lüfte. Dabei kann sie ohne Pause mehrere Minuten lang ausdauernd singen! Die Feldlerche ist ein Brutvogel der offenen Kulturlandschaften mit niedriger Vegetation. In Österreich ist sie weit verbreitet, besonders in Ackerbaugebieten des Alpenvorlandes und des pannonischen Ostens, ansonsten aber stark im Bestand rückläufig.

 

Grünspecht (Picus viridis)

Nomen est omen. Der Grünspecht trägt ein grünes Gefieder mit einer roten Kappe. Er zählt zu den Bodenspechten, sucht also vorrangig seine Nahrung am Boden. Er besiedelt halboffene Landschaften und der lachende Balzruf ist charakteristisch für den Grünspecht. In Österreich ist der Grünspecht weit verbreitet, vor allem in den Niederungen und Hügelländern.

 

Kiebitz (Vanellus vanellus)

Unter den Limikolen ist der Kiebitz wohl der bekannteste und am leichtesten zu bestimmende Vogel. Er brütet in offener, wenig strukturierter Landschaft. Dem auffälligen Bodenbrüter setzt die Intensivierung der Landwirtschaft allerdings stark zu. Biozideinsatz führt zu einem massiven Verlust an Nahrung, vor allem von kleinen Bodentieren. Zudem gehen sehr viele Nester und Küken durch jahreszeitlich frühe, mechanische Bewirtschaftung der Felder und Wiesen verloren. Auch der Lebensraumverlust durch Zerstörung von Feuchtgebieten spielt eine Rolle. 

 

Kuckuck (Cuculus canorus)

Der Kuckuck ist ein schlanker, mittelgroßer Vogel mit einem langen, abgerundeten Schwanz und spitzen Flügeln. Sein lautmalerischer Ruf „Kuckuck“ ist weithin bekannt, ebenso seine Brutbiologie: Als Brutschmarotzer kümmert sich der Kuckuck nicht selbst um seine Jungen, sondern legt seine Eier in Nester kleinerer Singvögel. Damit hängt der Bruterfolg und letztendlich auch die Bestandsentwicklung des Kuckucks eng mit der Bestandsentwicklung des Wirtsvogels zusammen. 

 

Mäusebussard (Buteo buteo)

Der Mäusebussard ist mit dem Turmfalken der häufigste Greifvogel Österreichs. Durch seine geringen Anforderungen an den Lebensraum kommt er fast flächendeckend in Österreich vor und fehlt nur ober der Waldgrenze und im dichten Siedlungsgebiet. Die Hauptbeute stellen Kleinsäuger dar, daneben werden auch Amphibien, Großinsekten und Regenwürmer gejagt. Auch Aas (z.B. Verkehrsopfer) wird angenommen.

 

Rabenkrähe (Corvus corone) und Nebelkrähe (Corvus cornix)

Raben- und Nebelkrähe sind zwei eng verwandte Vogelarten und wurden lange als Unterarten der Aaskrähe zusammengefasst. Neben der bekannten hohen Intelligenz der Krähen, einer Grundlage für ihre enorme Anpassungsfähigkeit an vom Menschen gestaltete Lebensräume, ist auch ihr außergewöhnliches Sozialverhalten bemerkenswert. Einmal verpaart, hält z. B. die Ehe der monogamen Rabenkrähe ein Leben lang. Enger Paarzusammenhalt zeigt sich allerdings erst ab Februar zu Beginn der Brutzeit. Davor und danach kommt v. a. die Rabenkrähe in großen Trupps vor. 

 

Rebhuhn (Perdix perdix)

Das Rebhuhn ist ein kompakter und geselliger Bodenvogel aus der Familie der Fasanartigen bzw. der Unterfamilie der Glattfußhühner. Dank der graubraunen Gefiederfärbung ist es gut getarnt. Der ursprüngliche Steppenbewohner wurde zum Kulturfolger und besiedelt nun offenes Kulturland, Heidegebiete und Weiden. In Österreich beschränkt sich das Verbreitungsgebiet auf außeralpine Agrarlandschaften, der Bestand ist aber sehr stark rückläufig! Als Hauptgrund für den rapiden Rückgang gilt die Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft.

 

Ringeltaube (Columba palumbus)

Die Ringeltaube ist die größte heimische Taube. Als Opportunist ist sie fast überall anzutreffen, wo es Bäume oder Gebüsche als Nistmöglichkeiten gibt und günstige Nahrungsflächen. Sie ist daher in Österreich weit verbreitet. Das Nest besteht aus einigen wenigen, dünnen Ästen. Weitaus spektakulärer ist die Schwarmbildung von mehreren hundert bis mehreren Tausend Individuen im Herbst, wenn sich ein Teil der Population auf den Weg in den Süden aufmacht. 

 

Sumpfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus)

Der Sumpfrohrsänger ist die Zwillingsart des Teichrohrsängers. Die beiden Arten unterscheiden sich allerdings im Gesang. Der Sumpfrohrsänger ist für seine unendliche Fülle von z. T. exakten Imitationen von Rufen und Gesängen anderer Vogelarten bekannt. Er trägt sie allerdings in rhythmisierter Form vor. Bisher sind weit über 200 imitierte Arten bekannt, über 100 davon sind aus den afrikanischen Durchzugsgebieten! Mit dieser Besonderheit bringt der Sumpfrohrsänger „afrikanische Klänge“ an unsere Gewässerufer.

 

Turmfalke (Falco tinnunculus)

Der Turmfalke ist neben dem Mäusebussard der häufigste, heimische Greifvogel. Seine Jagdweise hat ihm den Beinamen Rüttelfalke eingebracht. Denn mit großer Geduld verharrt er oftmals in der Luft stehend über erfolgsversprechenden Jagdplätzen, meist auf der Jagd nach Mäusen. Immer wieder sieht man die Falken auch neben der Straße rütteln – leider nicht immer kollisionsfrei. Der Turmfalke ist ein häufiger Brutvogel der offenen Landschaft und des Kulturlandes und zeigt in Österreich eine weitgehend flächendeckende Verbreitung.

 

Uhu (Bubo bubo)

Der Uhu ist ein Spitzenreiter: er ist die größte Eule weltweit! Er ist sitzend 61 – 67 cm groß und erreicht eine Flügelspannweite von knappen 170 cm. Im Gebirge brütet der Uhu in Felsnischen, im pannonischen Osten stehen solche Brutmöglichkeiten aber nur in Steinbrüchen zur Verfügung. Gebietsweise brüten sie am Boden, andernorts nehmen sie Baumhorste von Bussarden oder Schwarzstörchen an. In Österreich war der Uhu durch direkte Verfolgung des Menschen stark zurückgedrängt, seit den 1980ern erholt sich der Bestand aber deutlich.

 

Wachtel (Coturnix coturnix)

Die Wachtel ist ein kleiner, sehr selten zu sehender Bodenvogel. Mit nur 16-18 cm Körperlänge ist sie der kleinste Hühnervogel Europas! Des Weiteren ist die Wachtel der einzige Zugvogel in der Familie der Hühnervögel. Charakteristisch ist der sanft tropfende „pick-per-wick“-Ruf. Sie ist ein verbreiteter Brutvogel der offenen Kulturlandschaft, der Bestand ist allerdings in Abnahme begriffen. In Österreich kann man von etwa 5.000 – 10.000 rufenden Männchen ausgehen.

 

Weißstorch (Ciconia ciconia)

Der Weißstorch fällt aufgrund seiner Größe, seines Aussehens und Verhaltens auf. Als Kulturfolger scheut er die Menschennähe nicht, Nester befinden sich häufig in Siedlungen. Nach einem alten Volksglauben bringt der Weißstorch demjenigen Glück, auf dessen Haus er nistet! In Österreich ist der Weißstorch lokal verbreitet, mit Schwerpunkten im Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark. Die größte, baumbrütende Weißstorchkolonie Mitteleuropas befindet sich in Marchegg in den Marchauen.

 

Star (Sturnus vulgaris)

Der Star ist einer der stimmgewandtesten, heimischen Vögel. Sein vielseitiger Gesang, bei dem andere Vogelstimmen aber auch Umgebungslaute imitiert werden, kann sogar mehrstimmig dargebracht werden! Im Frühjahr suchen größere Trupps oft auf kurzrasigen Wiesen oder Feldern nach Nahrung. Im Herbst können Starenschwärme enorme Größen annehmen, die nicht bei allen Landwirten gerne gesehen sind. Außeralpin ist der Star in Österreich fast flächendeckend verbreitet. 2018 wurde der Star vom NABU, LBV und BirdLife Österreich zum "Vogel des Jahres" gekührt.