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Mag. Bettina Klöpzig
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bettina.kloepzig@birdlife.at
 
Presse
 
Artenschutzprojekt im Wiener Augarten: „Comeback Wanderfalke!“
Nistkästen für Wanderfalken auf Flaktürmen montiert

Wien, 24. März 2010 - Der Wiener Augarten besitzt neuerdings eine künstliche Felslandschaft. Gemeint sind die beiden über 50 Meter hohen Flaktürmen, die so zu sagen Natur im Nachbau, genau einer Felslandschaft entsprechen. Diese „Felslandschaft“ bietet optimale Strukturen für den Wanderfalken. Seit einigen Jahren wird das Mahnmal aus dem 2. Weltkrieg vermehrt von dem streng geschützten Greifvogel als Jagd- und Ruheansitz aufgesucht. Nur brüten wollte der Wanderfalke bisher hier nicht. Mit Nistkästen, die auf den Zinnen der Flaktürme von den Wiener Bundesgärten montiert wurden, wollen die BirdLife-Experten den Taubenjäger zum Brüten verleiten.

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Pestizidbelastung und illegale Aushorstung führten zu enormen Bestandseinbrüchen. „Von seinem ursprünglichen Lebensraum, den steilen Felsschluchten, dringt er heute immer weiter in den urbanen Raum vor. Doch gerade hier fehlen dem schnellen Jäger, dessen Nahrungsspektrum im Übrigen auch die Straßentaube beinhaltet, geeignete Nistmöglichkeiten“, erklärt Christoph Roland, Ornithologe und Vorstandsmitglied von BirdLife Österreich. Die Idee den Wanderfalken mittels Anbringung von speziellen Nistkästen im Augarten anzusiedeln, entwickelte Roland gemeinsam mit der Biologin und Fotografin Mag.a Brigitte Baldrian-Altmann. Unter dem Titel „Zahme Wildnis“ hat Brigitte Baldrian den Augarten bereits mehrfach durch die Linse erforscht und fotographisch festgehalten.

Wanderfalke: Brutvogel der Großstädte
Zur Bestimmung der artgerechten Platzierung der Nistkästen wurde Dr. Anita Gamauf, Greifvogelexpertin Naturhistorisches Museum und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates von BirdLife Österreich herangezogen: „Der Wanderfalke als Brutvogel in Großstädten ist bereits ein weitverbreitetes Phänomen. In Wien konnten wir bisher nur 0 - 1 Brutpaar feststellen. Mit der Montage der Nistkästen auf den Flaktürmen geben wir dem Felsenbrüter eine Chance sich auch in Wien zu etablieren. Nahrung gibt es für den schnellsten der Flugjäger genug“.

Großzügiger Unterstützung der Bundesgärten Wien
Mit großzügiger Unterstützung der Bundesgärten Wien, welche bezüglich Finanzierung, Konstruktion und Montage großen Einsatz geleistet haben, kann dieses Pilotprojekt erstmals in Wien erfolgreich durchgeführt werden. Ing. Daniel Rohrauer, Verwalter der Bundesgärten Wien: „Speziell im Internationalen Jahr der Biodiversität ist es uns ein Anliegen die Natur in der Stadt zu fördern und Bewusstsein der ParkbesucherInnen für die Artenvielfalt zu schaffen. Das Artenschutzprojekt „Comeback Wanderfalke“ fügt sich hier vorbildlich in die Strategie der vielfaltleben-Kampagne des Lebensministeriums ein“. Er selbst bezeichnet sich als Hobby-Biologe und hat sich bereits in der Vergangenheit für Projekte wie für die Schaffung von „Öko-Nischen“ in Schönbrunn und dem Augarten eingesetzt. Hier werden eingezäunte Flächen dem natürlichen Wildwuchs überlassen und nur ein bis zweimal im Jahr von fremdländischen Gehölz befreit.

Ein ExpertInnenteam u.a. aus Ornithologen und Fledermausforschern erkundeten im Vorfeld den „Lebensraum Flakturm“. Kooperationspartner der Aktion sind weiters das Naturhistorische Museum Wien, die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 - und das Greifvogelschutzzentrum Lobau.

Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Pressesprecherin, BirdLife Österreich
Mobil: +43 699 152 346 51
E-Mail: bettina.kloepzig@birdlife.at



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Links
 
http://www.biologischevielfalt.at/de/
http://www.bundesgaerten.at/
http://fotobaldrian.jimdo.com/fotos-home/augarten-wien/
http://fotobaldrian.jimdo.com/fotos-home/augarten-wien/comeback-wanderfalke/


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