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Ergebnis Wintervogelzählung: Kohlmeise bleibt die Nummer eins am Futterhaus
Wetterkapriolen vergraulten Vögel und Vogelzähler
Wien, 20.01.2012 – Bereits zum zweiten Mal gelingt der Kohlmeise die Erstplatzierung bei der österreichweiten Wintervogelzählung. Platz zwei und drei können wie bei der Vorjahreszählung die „Spatzen“ für sich behaupten: Haus-und Feldsperling, dicht gefolgt von Grünfink und Buchfink auf den Plätzen 4 und 5 im Vogelranking 2012. Orkanartige Windböen im Osten und extremer Wintereinbruch im Westen machten es Vögeln und Vogelzählern nicht gerade einfach. Mehr als 4.300 unbeirrbare Vogelinteressierte sind dennoch dem Aufruf von BirdLife Österreich zur Vogelzählung am Futterhäuschen gefolgt und haben 117.000 Vögel gezählt.
„Der zaghafte Start in diesen Winter hat dafür gesorgt, dass die Vögel in der freien Natur noch ausreichend Futter finden und daher im Vergleich zum strengen Winter im Vorjahr weniger Vögel an das Futterhaus kommen“, erklärt Norbert Teufelbauer, Vogelexperte bei BirdLife Österreich den Rückgang der gezählten Vögel. Wurden im Vorjahr durchschnittlich 48 gefiederte Freunde pro Garten gezählt, kommen die ZählerInnen dieses Jahr nur auf 37 Vögel. Da Ende Dezember große Teile des nördlichen Mitteleuropas noch schnee- und eisfrei waren, machen sich auch die Wintergäste aus dem Norden Europas, wie beispielsweise der Bergfink, rar.
Das Sturmtief Andrea hat dann am 6. Jänner bei vielen VogelzählerInnen enttäuschte Gesichter hinterlassen. Aufgrund des bisher milden Winters blieben auch an diesem Tag viele der im Vorjahr vollbesetzten Futterhäuschen ungenutzt. Hinzu kamen miserable Beobachtungsbedingungen wie schlechte Sicht und das Schneechaos in Westösterreich. „Bei Sturm verhalten sich auch die Vögel eher unauffällig und suchen Schutz“, so Teufelbauer.
Kaum Einflug von Bergfinken und Erlenzeisigen
Das Ranking der Top Vogelarten auf ganz Österreich bezogen bleibt bis Platz 7, abgesehen von einem Platztausch von Buch- und Grünfink bei Platz vier und fünf, dennoch gleich wie im Vorjahr. Teufelbauer: “Der Bergfink ist bei der diesjährigen Zählung nur halb so stark wie im Vorjahr und kam in den westlichen Bundesländer häufiger vor als im Osten. Bleiben Frost und Schnee im Nordeuropa aus und gibt es genügend Futter, treibt es den nordischen Brutvogel nicht notwendigerweise in die milderen mitteleuropäischen Gärten“. Ähnliches Verhalten beim Erlenzeisig: Im Winter zieht er auf der Suche nach Samen in großen Schwärmen über weite Strecken Richtung Süden. Im Rahmen der Zählung 2012 fällt er im Ranking vom Vorjahresplatz 18 auf Platz 34.
Wien im Winter: Stadt der Krähen!
Der Bundesländervergleich bringt Bewegung auf den Spitzenplätzen. Im Vorjahr war die Kohlmeise noch in 7 Ländern auf Platz 1, heuer nur noch in Ober- und Niederösterreich. Der Haussperling schafft den Stockerlplatz dieses Jahr im Burgenland und der Steiermark. Die Nummer eins in Kärnten ist der Feldsperling und in Salzburg der Grünfink. Buchfink voran heißt es in Tirol und Vorarlberg.
Wien verbucht 2012 bereits die dritte Zählung: Hier hat es die Saatkrähe endlich geschafft und ist Erster. Nach der Kohlmeise auf Platz 2 steht am 3.Platz mit der Aaskrähe ein weiterer Krähenvogel. Die Straßentaube findet sich erst an 10. Stelle.
Der Blick über die Grenze zum Zwischenergebnis der zeitgleich abgehaltenen Zählung in Deutschland zeigt, dass in München derzeit die Kohlmeise und in Berlin der Haussperling die Rangliste anführt.
Burgenland hat die vogelreichsten Gärten
Die Burgenländer können nach wie vor stolz auf die vogelreichsten Gärten mit durchschnittlich 53 Individuen sein. Schlusslicht bleiben Wien und Salzburg (25-33). Die Amsel bleibt auch dieses Jahr nach der Kohlmeise der am meisten verbreitetet Vogel in Österreichs Gärten. Aufgrund ihrer geringen Individuenzahl schafft es die Amsel im Ranking zwar nur auf Platz 6, dennoch ist sie in 77% aller Gärten, dicht gefolgt von Blaumeise (70%) und Buchfink (55%). Auffällig selten zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr der Buntspecht: wurde er im Vorjahr noch in 64% aller Gärten gesichtet, ist er dieses Jahr nur in einem Drittel (36%) der Gärten beobachtet worden.
Mehr Vogelfans in Oberösterreich und Vorarlberg
Rund ein Drittel der vorjährigen Vogelfans haben dieses Jahr nicht mitgezählt. Bemerkbar vor allem unter den bisher fleißigsten ZählerInnen in der Steiermark und Kärnten, wobei die Steirer und Kärntner auch 2012 die meisten ZählerInnen stellten. Anders in Vorarlberg, wo die Zahl der Vogelfans verdoppelt werden konnte. Auch in Salzburger und Oberösterreichischen steigt die Anzahl der Hobby-Ornithologen.
„Die Motivation der Vogelzählerinnen war stark geprägt von den Wetterbedingung“, erklärt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer bei BirdLife Österreich, die geringere Teilnahme. „Ein milder Winter bedeutet, dass generell weniger Vögel in den Garten kommen. Besuchen dann nur fünf Meisen das Futterhaus, ist die Freude an der Vogelbeobachtung und das Mitteilungsbedürfnis nicht so groß, wie wenn am Futterhaus sich fünf verschiedene Vogelarten tummeln“.
Für die Vogelschutzorganisation bleibt die „Stunde der Wintervögel“ fixer Bestandteil des Programms. „Den 6. Jänner 2013 sollten sich daher alle Vogelfans bereits jetzt schon vormerken“, so Pfiffinger.
Weitere Informationen:
Detailliertes Endergebnis zur Stunde der Wintervögel nach Bundesländern und die Webcam der Musterfutterstelle im Tiergarten Schönbrunn:
http://www.birdlife.at/sdw/
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Birdlife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +43 (0) 699 181 555 65
bettina.kloepzig@birdlife.at
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BirdLife Österreich: Aufruf zur Stunde der Wintervögel am 6. Jänner 2012 – der österreichweiten Wintervogelzählung
Wien, 4.01.2012 - Am kommenden Dreikönigstag sind alle VogelfreundInnen wieder eingeladen, für eine Stunde lang Vögel im Garten, vor dem Fenster, auf Balkon, Terrasse oder im Park zu zählen. Wichtig ist dabei nur grundsätzlich die Amsel von der Kohlmeise und das Rotkehlchen von Specht und Spatz unterscheiden zu können. Bei den Ergebnissen kommt es schließlich darauf an wie viele Vögel von welcher Art gezählt werden. Mit der Auswertung kann BirdLife Österreich so über die Jahre wichtige Trends der Vogel- Bestandentwicklung und dem Verhalten der heimischen Wintervögel aufzeigen. Ob der bisher relativ milde Winter in Teilen Österreichs die Ergebnisse der Vogelzählung beeinflusst, bleibt spannend.
„Auch Kurzentschlossene können mitzählen - je mehr sich zur Vogelforschung berufen fühlen, desto besser das Ergebnis“, so Gerald Pfiffinger Geschäftsführer bei BirdLife Österreich. Wer sich bei den häufigsten Wintervögeln noch unsicher ist oder mehr über die Zählung wissen möchte, der kann sich über die Homepage (www.birdlife.at) informieren.
Via Internet kann der Folder zur Aktion mit Abbildungen der 16 häufigsten Vogelarten und einem vorgedruckten Formular für die eigenen Zählergebnisse heruntergeladen werden. Ebendort findet sich auch eine Eingabemaske für die direkte und einfache Online-Eingabe der persönlichen Zählergebnisse.
Die höchste Anzahl der gleichzeitig beobachteten Vogelart zählt
Damit es nicht zu Doppelzählungen kommt, darf immer nur die höchste Anzahl der gleichzeitig beobachteten Exemplare gezählt werden. Das klingt komplizierter als es ist: „Wenn innerhalb einer Stunde 5 Mal nur eine einzige Amsel am Futterhäuschen gesehen wird, melden Sie nur eine Amsel, da Sie nicht mehr als eine Amsel gleichzeitig gesehen haben“ erklärt Norbert Teufelbauer, Vogelexperte bei BirdLife nochmals genau wie gezählt werden soll. Die eine Stunde zur Vogelbeobachtung darf übrigens ganz frei und nach Belieben am Dreikönigstag gewählt werden. Die Ergebnisse kann man online eingeben oder per Post bzw. Fax an BirdLife schicken.
Artenschwund am Futterhaus?
Vogelzählungen sind bei Ornithologen eine wichtige Vorgangsweise, um die Bestände der verschiedenen Arten zu kontrollieren. Gerade die ältere Generation unter den VogelzählerInnen berichtet immer wieder von einem über die Jahre merkbaren Artenschwund am Futterhaus im eigenen Garten. Diesen Trends und Erkenntnissen ist BirdLife mit der Wintervogelzählung auf der Spur: Welche Arten kommen zu Vogel-Fütterungen? Gibt es regionale Unterschiede? Wie sind die Unterschiede Stadt versus Land? Teufelbauer: „Letztes Jahr wurden beispielsweise in Wien weniger Vögel pro Garten gezählt als im Österreich-Schnitt (Wien: 36 Vögel/ Garten; Ö-Schnitt: 48 Vögel/ Garten).“
Regionale Unterschiede zeigten sich 2011 mit dem beobachteten Einflug von Wacholderdrosseln in Ostösterreich: Die Vogelart landete dort auf Platz 12, in Süd- und Westösterreich fand sich diese Drosselart nicht einmal in den Top 20 Vogelarten wieder.
Vögel als Botschafter der Natur
Vögel reagieren sehr sensibel auf Veränderungen innerhalb ihres natürlichen Lebensraumes und sind daher auch ein wichtiger Indikator für eine intakte Umwelt. „Mit der Aktion Stunde der Wintervögel wollen wir einerseits Bewusstsein für diese wundervollen Botschafter der Natur schaffen, aber auch eine Möglichkeit bieten unsere heimischen Vögel kennen und schätzen zu lernen“, ergänzt Pfiffinger.
Überblick Ergebnisse 2011:
Bei der ersten bundesweiten Wintervogelzählung im Vorjahr haben österreichweit 6.057 TeilnehmerInnen 202.683 Vögel gezählt. Die Kohlmeise landete hierbei auf Platz eins, gefolgt von Haussperling und Feldsperling. Als fleißigste VögelzählerInnen konnten sich die SteirerInnen behaupten gefolgt von Platz 2 für Kärnten und dem 3. Platz für Niederösterreich.
Alle Infos zur Stunde der Wintervögel: www.birdlife.at
Webcam Musterfutterstelle: http://www.birdlife.at/sdw/livestream.php
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Birdlife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +43 (0) 699 181 555 65
bettina.kloepzig@birdlife.at
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Winterbeginn: Musterfutterstellen für Vogelzählung im Tiergarten Schönbrunn eröffnet
Wien 21. Dezember 2011 - Stieglitz, Buchfink, Kohlmeise und Gimpel picken Samen, Körner und Fettfutter aus modernen Futtersäulen – beobachtet vom neugierigen Eichhörnchen, das es auf die Nüsse abgesehen hat. „Mit den heute eröffneten Musterfutterstellen haben vor allem auch unsere kleinen TiergartenbesucherInnen die Möglichkeit heimische Wintervögel aus nächster Nähe zu beobachten und kennen zu lernen“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Eine Vogelvielfalt von vier bis fünf Arten lässt sich mit etwas Glück auf einen Blick erhaschen. Wem das „Birdwatching“ beim ruhigen Spaziergang entlang des Naturerlebnisweges nicht genügt, der kann zuhause per Webcam-Übertragung (www.birdlife.at) weiterschauen. Informationstafeln bei den Musterfutterstellen helfen bei der Bestimmung der Vogelarten. Ebenda finden VogelfreundInnen jetzt auch einen Gratis-Folder mit den häufigsten Vogelarten, Fütterungstipps und einer Teilnahmekarte für die österreichweite Wintervogelzählung am 6. Jänner 2012.
„Die Eröffnung der Musterfutterstellen sehen wir als Auftakt zur Stunde der Wintervögel 2012. Gleichzeitig sind wir stolz, dass das muntere Treiben an den modernen Futtersäulen auch einer verhaltensökologischen Studie der Universität Wien dient“, so Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. Seit diesem Sommer wird in Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn, der Universität Wien und BirdLife Österreich die Auswirkung der Vogelfütterung im Jahresverlauf untersucht. Die Studie läuft über mehrere Jahre. Anhand von Witterungs-und Futterstandsmessungen wird zunächst der Effekt einer Ganzjahresfütterung auf die Vogelpopulation untersucht. Darüber hinaus planen die Forscher zu klären, ob primär insektenfressende Vogelarten je nach Witterung langfristig auch auf andere Futterangebote umsteigen und ob sich gefiederte Freunde mit besserem Sehvermögen einen Futtervorteil verschaffen können.
Warum Futtersäule und nicht Vogelhaus?
Für die Vögel ist die äußere Gestaltung der Futterbehälter unwesentlich, solange das Futter für sie sichtbar ist. Aus hygienischen Gründen sind aber die sogenannten Futtersäulen unbedingt zu empfehlen, bei denen die Vögel nicht direkt im Futter sitzen und daher das Futter nicht mit Kot verunreinigt werden kann. Hier ist das Futter auch vor Nässe geschützt. Das klassische offene Futterhaus sollte nur dann verwendet werden, wenn es zumindest alle paar Wochen gründlich gereinigt wird.
Wer sind die häufigsten Gäste am Futterhaus?
Für die bevorstehende Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ von BirdLife sind nun alle Hobby-Ornithologen aufgerufen, diese eher einfache Forschungsfrage zu beantworten: Am 6. Jänner darf sich jeder berufen fühlen, innerhalb einer frei gewählten Stunde alle Vogelarten zu zählen, die am Futterhaus im Tiergarten, im eigenen Garten, am Balkon oder im Park zu sehen sind. Die Ergebnisse können per Post oder Fax an BirdLife Österreich geschickt werden; eine Online-Eingabe ist ebenfalls möglich. Informationsfolder mit Meldebogen und Vogelabbildungen gibt es bei den Musterfutterstellen im Tiergarten Schönbrunn oder per download auf www.birdlife.at. „Alle an uns geschickten Ergebnisse helfen uns, mehr über unsere Vogelwelt im Winter zu erfahren“, so Gerald Pfiffinger.
Rückfragehinweis:
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Seltene Schwalbenmöwe in Simmering entdeckt
Wien, 15.12.2011 – Unter tausenden Lachmöwen plötzlich die sensationelle Sichtung: eine Schwalbenmöwe. „Nach unzähligen Besuchen in der Kläranlage Simmering (1110 Wien) ist es mir endlich geglückt, eine echte Rarität aus den tausenden Lachmöwen herauszupicken“, schwärmt Christoph Roland, Ornithologe bei BirdLife Österreich. Der seltene Wasservogel wurde bisher erst 4 Mal in Österreich beobachtet. Schwalbenmöwen kommen aus Nordsibirien und Nordamerika - woher dieses Individuum stammt, kann niemand mit Gewissheit sagen. Eine Verirrung aus Nordamerika ist aber nicht ausgeschlossen.
„Einzelne Schwalbenmöwen erreichen das Binnenland Europas nur im Ausnahmefall“, so Christoph Roland. Die Schwalbenmöwen ist ein Brutvogel der küstennahen arktischen Tundren von Sibirien über Alaska und Kanada bis Grönland und überwintert im Südatlantik vor der Küste Namibias und der Kapprovinz Südafrikas. Unterwegs von den nordkanadischen Brutgebieten zu den Winterquartieren kommt es allerdings immer wieder vor, dass bei der Überquerung des Nordatlantiks einzelne Vögel von starken Winden verweht werden oder ganz einfach vom Zugweg abkommen. So erreicht eine geringe Zahl der Langstreckenzieher britische und irische Küstengewässer, die Nordsee und ganz selten auch das Mittelmeer.
Abenteuer Vogelbeobachtung
Ein Privileg also für Wien, dass selbst in einer Großstadt so eine außergewöhnliche Naturbeobachtung möglich ist. „Es gilt nur immer die Augen offen zu halten“, empfiehlt Roland und betont gleichzeitig warum Vogelbeobachtungen sich immer wieder zu einem spannenden Abenteuer entwickeln.
Unter Ornithologen werden diese seltenen Vogelbeobachtungen sofort weiter gegeben, so dass möglichst viele der Experten noch die Chance haben diese Art mit eigenen Augen zu sehen. Roland: „nach der nicht einmal einminütigen Beobachtung verschwand der Vogel leider in einem anderen Becken und konnte erst nach einer 2-stündigen Suche mit zwei Kollegen im Licht der Laternen beobachtet werden“.
Beringte Vögel geben Auskunft über Zugwege
Seit einigen Jahren nützt Roland die Möglichkeit im Gelände der Kläranlage seine Runden zu drehen und den Möwen auf die Beine zu schauen. „Ganz wenige der im Winter sehr häufigen Lachmöwen - wohl an die 30.000 Tiere übernachten hier- tragen Metallringe, die von Vogelkundlern in anderen Ländern angebracht wurden. Durch das Ablesen der eindeutigen Zahlenkombination kann man einiges über die Wanderbewegungen erfahren“, erklärt Roland seinen unermüdlichen Forschergeist.
Stunde der Wintervögel am 6. Jänner 2012 – die österreichweite Vogelzählung
Für alle VogelfreundInnen gibt es in einigen Wochen die Möglichkeit eigene besondere aber auch alltägliche Vogelbeobachtungen zu melden:
Die Vögel in unmittelbarer Umgebung beobachten, wertvolle Daten sammeln und. Ergebnis BirdLife Österreich zu melden. Ein Folder mit Abbildungen der häufigsten Wintervögel ermöglicht die Bestimmung der Arten für jedermann. Langfristig zeigt die Aktion für den Vogel- und Naturschutz wertvolle Trends auf.
Der Gratis-Folder mit Vogelabbildungen und Meldebogen kann telefonisch bei BirdLife Österreich bestellt werden: 01 / 522 22 28.
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Der kleinste Vogel hat den größten Hunger…
und warum Vögel mit kalten Füßen durch den Winter kommen
Wien, 09.12.2011 – Je größer der Vogel, desto mehr Fettreserven können aufgebaut werden. Kleine Vogelarten tun sich da schwer. Um den Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten, ist beständige Nahrungsaufnahme für die kleinsten unter den gefiederten Freunden überlebenswichtig. Das Wintergoldhähnchen, der kleinste Vogel Europas, bringt gerade einmal 5-7 Gramm auf die Waage – nur so viel wie ein Bleistift. Ständig ist es auf der Suche nach weichhäutigen Insekten wie kleine Mücken und Spinnen, die es auch im Winter, versteckt in den Ritzen der Baumrinde findet. Nimmt das zierliche Vögelchen mehrere Stunden keine Nahrung zu sich, verliert es bis zu zwei Gramm.
Nicht jeder kleine Vogel ist so spitzfindig wie Tannen-, Sumpf- oder Haubenmeise, die auch im Winter, sobald sie Futter finden, bis zu 100 Körner oder Samen pro Stunde in Rindenspalten verstecken. Prinzipiell ernähren sich viele Vögel auch im Winter von Beeren, Samen und Insektenlarven. Nur manche Vögel legen sich rechtzeitig einen Wintervorrat an: Eichelhäher vergraben Eicheln im Boden und Kleiber verstecken Samen unter Baumrinden.
„Kälte kann auch dem kleinsten Vogel nichts anhaben, solange er genügend Nahrung findet“, so Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Das Übrige tut das Daunenkleid: Die fein verästelten Daunenfedern ermöglichen isolierende Luftpolster am Vogelkörper, sodass die notwendige Körpertemperatur von konstanten 40 Grad erhalten werden kann. Die Pflege des Federkleides ist deshalb durch das Jahr hindurch von großer Wichtigkeit. Die Füße der Vögel sind auch im Winter kalt – nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. So taut der Schnee nicht unter den schmalen Vogel-Füßen und verhindert das Festfrieren.
Jetzt Vögel füttern – aber richtig!
Pfiffinger: „Besonders bei starkem Frost hilft die Vogelfütterung im Winter das Überleben unserer daheim gebliebenen Vögel, sowie der Wintergäste aus dem Norden zu sichern“. Mit dem einsetzenden Winter sollte man jetzt damit beginnen. Die hungrigen Gäste lassen sich am Futterhäuschen besonders gut beobachten. Befolgt man ein paar Tipps, kann man die Freude sogar noch steigern:
- Der Futterplatz sollte an einer übersichtlichen Stelle sein. So können sich Katzen nicht anschleichen. Die Vögel fühlen sich dann sicher und sind ruhiger.
- Hygiene ist besonders wichtig: Das Futter sollte immer trocken und sauber sein. Klassische Futterhäuschen, in denen das Futter von den Vögeln leicht verkotet wird, sollten durch Futtersilos ersetzt oder öfters gereinigt werden.
- Mit der Art des Futters kann man die gefiederten Besucher auch ganz gezielt einladen:
Amseln, Drosseln und Rotkehlchen sind Weichfutterfresser, die gerne Äpfel, Rosinen oder Getreideflocken fressen.
Die Finken (Buch-, Berg- und Grünfink, Dompfaff, Kernbeißer, Stieglitz und Zeisig) sind Körnerfresser. Sie mögen Erdnussbruch, Sonnenblumenkerne und energiereiche, ölhaltige Sämereien wie Hanf oder Mohn.
Auch der Kleiber greift bei diesem Angebot gerne zu.
Meisen (Kohl-, Blau- und Tannenmeisen) lieben Samen, Nüsse, Fett und Haferflocken
Haussperling, Feldsperling und Goldammer sind Körnerfresser, die neben fetthaltigen Samen auch Getreide annehmen.
„Damit sich die Vögel an die Futterstelle gewöhnen, sollte man durchgehend füttern und jetzt beginnen“, empfiehlt Pfiffinger. „Mit etwas Glück und abwechslungsreichem Futter kann man bald bis zu zwanzig Vogelarten bewundern“.
Mitzählen und Gewinnen bei der Stunde der Wintervögel am 6. Jänner 2012
Die Vögel in unmittelbarer Umgebung beobachten, wertvolle Daten sammeln und dabei auch noch Preise gewinnen – all das vereint die Aktion „Stunde der Wintervögel“ – die österreichweite Wintervogelzählung am 6. Jänner 2012. Alle Vogelfreunde sind aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel nach Art und Anzahl in ihrem Garten, vor dem Fenster oder in der Grünanlage zu zählen und das Ergebnis BirdLife Österreich zu melden. Ein Folder mit Abbildungen der häufigsten Wintervögel ermöglicht die Bestimmung der Arten für jedermann. Langfristig zeigt die Aktion für den Vogel- und Naturschutz wertvolle Trends auf. Am 6. Jänner 2011 haben über 6000 Vogelfreunde 202.683 Vögel gezählt.
Der Gratis-Folder mit Vogelabbildungen und Meldebogen kann telefonisch bei BirdLife Österreich bestellt werden: 01 / 522 22 28.
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Hemmungsloser Windkraftausbau in NÖ zerstört wertvollen Naturraum
BirdLife Österreich fordert großflächige Zonierungsstudie
Wien/Niederösterreich 9. November 2011 – Besonderen Aufwind erlebt derzeit die österreichische Windenergie mit einem rasant wachsenden Aus- und Neubau von Windkraftanlagen. Spitzenreiter derzeit ist Niederösterreich: mehr als die Hälfte aller österreichischen Windräder stehen hier. Weitere Anlagen wie nördlich von Engelhartstetten, in Prellenkrichen oder bei Göllersdorf im Weinviertel sind geplant. BirdLife Österreich schlägt Alarm und ortet einen fehlenden Zonierungsplan, der Tabuzonen für den Vogel – und Naturschutz festlegt.
Die Standortfrage einer Windkraftanlage sollte nicht nur lokal sondern vor allem großräumig beantwortet werden. „In keiner der derzeit laufenden Umweltverträglichkeitsprüfungen wird die kumulative Auswirkung mit bereits bestehenden Windkraftanlagen berücksichtigt. Auch weitläufige Gebiete mit hohem Naturschutzpotenzial, das es zu bewahren gilt, werden als solche nicht ausgewiesen“, bringt Gábor Wichmann, Windkraftexperte bei BirdLife Österreich die Lage auf den Punkt.
Für den Vogelschutz relevante Tabuzonen und wichtige Korridore für den Vogelzug werden somit oftmals nicht berücksichtigt. Besonders gefährdete Greifvögel wie der Kaiseradler oder Rotmilan aber auch die Großtrappe sind durch die bis in Höhen von 300 Meter reichenden Rotoren der Windräder in ihrer Flugbahn gefährdet.
Sackgasse für den Vogelzug: Prellenkirchen
Prekär an der österreichischen Windkraftsituation ist, dass es bis dato keinen gesetzlich vorgeschriebenen Zonierungsplan für jedes Bundesland gibt. Aktuelle Beispiele gibt es derzeit genug: mit der geplanten Errichtung des Windparks Prelklenkirchen droht ein gut bekannter Vogelzugkorridor jetzt in einer Sackgasse zu enden. Entlang der March, dem Gebiet mit der höchsten Artenvielfalt in Niederösterreich, werden reihenweise Windparks geplant. Jüngstes Beispiel ist hier Engelhartstetten.
Bei der erneuten Planung zum Windpark Göllersdorf im Ernstbrunner Wald, wird nach ersten Schätzungen der BirdLife-Experten ein Gebiet mit hohem Naturschutzpotential ignoriert. Aber auch gemeindeintern geht die Meinungen hier zwischen Windparkbefürwortern und -gegnern stark auseinander. Am 13. November entscheidet die Gemeinde über die Errichtung von 14 Windrädern.
Burgenland Vorreiter bei Zonierungsplan
„Gerade in einem Bundesland wie Niederösterreich mit einer einzigartigen Artenvielfalt und wichtigen Naturschutzpotentialen ist es unverständlich, dass sich die Politik hier davonstiehlt und die Umweltschutzorganisationen den Disput für eine naturverträgliche Standortwahl von Windkraftanlagen austragen müssen“, zeigt sich auch Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer bei BirdLife Österreich verärgert über den Wildwuchs der Windkraftanlagen in Niederösterreich. Allzu oft unterliegen Standortplanungen weniger fachlichen als lokalen Interessen.
2002 wurde von BirdLife Österreich im Auftrag vom Land Burgenland eine Zonierungsstudie für das Mittel- und Nordburgenland erstellt, die unter anderem eine relevante Tabuzone im grenznahen Gebiet zu Niederösterreich für den Vogelzug erhalten konnte. Wichmann: „ Ein Positivbeispiel dafür, dass die Errichtung klimafreundlicher Windräder mit den Interessen des Naturschutzes sehr wohl in Einklang gebracht werden kann, anstatt beide Bereiche gegeneinander auszuspielen“. Nun droht das Windparkprojekt in Prellenkirchen die gut überlegte Zonierung im Burgenland ad absurdum zu führen, indem man den freigehaltenen Zugkorridor zubaut.
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Birdlife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +43 (0) 699 181 555 65
bettina.kloepzig@birdlife.at
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Seeadler. Foto: Hoyer
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Der Abdruck ist bei Nennung des Credits und im Zusammenhang mit Berichten über das Seeadler-Schutzprogramm honorarfrei. |
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Aufschwung für den Seeadler
Ein donauweiter „Action Plan“ rund um den majestätischen Greif wird von Vogelschutz-ExpertInnen präsentiert
Wien/Orth a. d. Donau, 19. Oktober 2011 – Durch einen Schulterschluss der Donau-Schutzgebiete sowie BirdLife und WWF International werden zukünftig die Bemühungen zum Schutz und der Förderung der Seeadler-Population an der Donau gebündelt. Der Action Plan wird im Rahmen einer internationalen Konferenz in Ungarn vorgestellt.
Die europäische Population des Seeadlers (Haliaeetus albicilla), welche ab den 1950er Jahren dramatisch eingebrochen war, konnte sich trotz weiterhin bestehender vielfältiger Bedrohungen durch die umfangreichen Schutzbemühungen in den vergangenen Jahren erholen. Ein Schwerpunkt des Vorkommens liegt heute entlang der Donau, die noch intakten Ufer- und Flussauenabschnitte beherbergen an die 200 Brutpaare sowie zahlreiche Wintergäste. Auch in Österreich ist der lange als Brutvogel verschollene Seeadler wieder an die Donau zurückgekehrt – in das Gebiet des heutigen Nationalpark Donau-Auen. Dies unterstreicht die zentrale Bedeutung von Europas Schutzgebieten für den Erhalt dieser faszinierenden Art.
Regional werden bereits seit geraumer Zeit umfangreiche Anstrengungen zur Rettung der Seeadler unternommen – der Nationalpark Donau-Auen etwa arbeitet eng mit Birdlife Österreich sowie dem WWF Österreich zusammen.
Als Art mit großem Flächenanspruch benötigt der Seeadler entlang seiner „Lebensachse“ Donau ein Mosaik von vernetzten, möglichst ungestörten Lebensräumen, die ihm Jagd- und Brutmöglichkeiten bieten. Langfristig kann die Sicherung einer vitalen Seeadler-Population an der Donau daher nur durch internationale Zusammenarbeit und Einbindung aller Fachleute erfolgreich sein.
Im Netzwerk der Donau-Schutzgebiete DANUBEPARKS haben die Nationalparks Donau-Auen und Duna-Drava eine Vorreiterrolle für verbesserte Seeadler-Schutzbemühungen übernommen. In zweijähriger Entwicklungsarbeit gemeinsam mit allen Schutzgebieten und internationalen ExpertInnen wurde ein Action Plan für den Schutz des Seeadlers im Donauraum ausgearbeitet. Dieser beinhaltet Zielsetzungen in den Themenbereichen Monitoring, Forschung, Habitatsschutz und Renaturierung, Einrichtung von geschützten Brutgebieten sowie Reduktion der vom Menschen verursachten Bedrohungsfaktoren, Internationale Koordination, Organisation und Evaluierung.
Der Action Plan wird von allen Schutzgebiets-Verwaltungen mit getragen und von BirdLife International sowie dem WWF International - Donau Karpathen Programm unterstützt.
Dieser Meilenstein des koordinierten Naturschutzes wird dieser Tage im Rahmen einer vom Nationalpark Duna-Drava organisierten internationalen Seeadlerkonferenz im ungarischen Széksard vorgestellt. 52 Experten aus 8 Ländern diskutieren hier die aktuelle Bestandssituation und neue Erkenntnisse über Gefährdungsursachen für den Seeadler. Weiters sollen auf der Konferenz, basierend auf dem nun vorliegenden Action Plan, konkrete weitere Schutzmaßnahmen vereinbart werden.
DANUBEPARKS – Projektleiter Georg Frank hält anlässlich der Konferenz fest: „Die transnationalen Bemühungen bedeuten bei Weitem nicht, dass wir regional nichts mehr zu tun haben! Vielmehr soll die donauweite Zusammenarbeit neue Perspektiven für eine effiziente, abgestimmte Schutzarbeit vor der Haustüre aufzeigen. Durch diesen Schulterschluss sollen die einzelnen Schutzgebiete und ihre regionalen Naturschutz-Partnerinstitutionen in der Arbeit gestärkt werden!“
„Vogel- und Naturschutz muss lokal aber vor allem auch grenzüberschreitend funktionieren. Gerade Greifvogelarten wie der Seeadler sind mit ihren bis zu 100km² großen Revieren ideale Indikatoren für eine intakte Natur, ungeachtet vom Verlauf politischer Grenzen!“, bringt Gábor Wichmann, Greifvogelexperte bei BirdLife Österreich das zentrale Anliegen des weltweit agierenden BirdLife-Partnernetzwerks auf den Punkt.
Der Seeadlerschutz im Donauraum ist vor allem dank der fruchtvollen Zusammenarbeit zahlreicher Artenschutzinitiativen in Nord-, Ost und Mitteleuropa eine Erfolgsstory. Auch in Österreich waren viele verschiedene Interessensgruppen daran beteiligt, dass der Bestand binnen zehn Jahren von Null auf 14 Brutpaare anwachsen konnte.
„Der WWF wird die Entwicklung eines vitalen Seeadlerbestandes weiterhin tatkräftig unterstützen“, kündigt Christian Pichler, Leiter des WWF-Schutzprogramms Seeadler an. „Wir sind sicher, dass das Gesamtpaket den Erfolg ausmacht: Einerseits ein gemeinsam abgestimmtes System der Überwachung und Beobachtung, andererseits die Identifikation und Ausschaltung von Gefahrenquellen, und nicht zuletzt der Kampf gegen illegale Verfolgung durch Giftköder oder Abschüsse“, erklärt Pichler abschließend.
Rückfragen richten Sie bitte an
Mag. Bettina Klöpzig
Pressesprecherin BirdLife Österreich
mobil: +43/699/18155565
bettina.kloepzig@birdlife.at
www.birdlife.at
Claudia Mohl
Pressesprecherin WWF Österreich
Tel. 01/ 488 17-250, mobil: +43/676 83 488 203
claudia.mohl@wwf.at
www.wwf.at
Mag. Erika Dorn
Pressebetreuung Nationalpark Donau-Auen
Tel.: 02212/ 3450-16, mobil: +43/676/ 842235-26
e.dorn@donauauen.at
www.donauauen.at, www.danubeparks.com
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Foto: NABU/M. Vollborn
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Foto: NABU/F. Derer
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Abdruck kostenfrei ausschließlich im Rahmen der BirdLife/NABU/LBV-Jahresvogel-Aktion.
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Dohle ist „Vogel des Jahres 2012“
Singvogel mit rückläufigem Bestand braucht naturbelassene Wiesen und höhlenreiche alte Bäume
Wien/Berlin 14. Oktober 2011 – Die Dohle (Corvus monedula) wurde heute zum „Vogel des Jahres 2012“ von BirdLife Österreich sowie den Partnerorganisationen Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern gekürt. Der früher weit verbreitete Steppenvogel ist auch in Österreich vielerorts selten geworden. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit an Dörfer und Städte findet sich die Dohle auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die hohe Pestizidbelastung und fehlende Brutmöglichkeiten lassen die Bestände schwinden.
Brutplätze: Altbaumbestände und Nischen in hohen Gebäuden
“Als Höhlen- und Nischenbrüter nutzte der schwarz gefiederte Vogel mit den silber-blauen Augen ursprünglich Fels- und Lehmwände. Auch Astlöcher oder verlassene Schwarzspechthöhlen wären geeignete Nistplätze, die es in dieser Form nur noch selten gibt“, so Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Zum Rückgang tragen aktuell auch viele Gebäudesanierungen bei, die zwar wichtigen Energiesparzielen dienen, den Dohlen wie auch anderen Gebäudebrütern jedoch Brutplätze in Nischen, Mauerlöchern und Dachstühlen versperren.
Als Kulturfolger hatte sich der Brutvogel in der menschlichen Nachbarschaft gut eingerichtet: Hohe Gebäude wie alte Kirchtürme oder Industriekamine boten vorzüglichen Unterschlupf sowie Weiden, Felder und Wiesen einen reich gedeckten Tisch mit Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken. Für die Landwirtschaft waren die Dohlen nützliche Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. „Mit dem Verlust von Extensivgrünland und dem starken Einsatz von Pestiziden in der intensiven, großflächigen Landwirtschaft, geht der Dohle heute zunehmend die Nahrung aus“, zeigt sich der Vogelexperte besorgt.
Dohlenbestand in Österreich: geschätzte 3600 - 4600 Brutpaare
Mit dem Vogel des Jahres 2012 wollen die Natur- und Vogelschutzorganisationen nicht nur auf seinen stark rückläufigen Bestand und schwindenden Lebensraum aufmerksam machen. Pfiffinger: „Im Jahr der Dohle wollen wir aufzeigen, wie mit geringen Mitteln Lebensräume erhalten aber auch neu geschaffen werden können“.
Altbaumbestände schützen und Nistkästen anbringen
Es gilt naturnahe Altholzbestände und „Höhlenbäume“ zu schützen. Auch alte Parkbäume in Städten und Siedlungsräumen können diese Funktion erfüllen und dürfen nicht einer übervorsichtigen Verkehrssicherung oder Baumsanierungen zum Opfer fallen. Schornsteine, die noch in Betrieb sind, kann man mit Schutzgittern oder Abdeckungen vor einer Verstopfung durch Nistmaterial bewahren. Gleichzeitig kann man andernorts den Vögeln mit speziellen Dohlen-Nistkästen alternative Brutplätze anbieten.
Imagegewinn: Dohle kein Unglücksbote sondern intelligent, gesellig und lebenslang treu
Mit der Wahl der Dohle erhoffen sich BirdLife, NABU und der LBV auch eine Imagepolitur für den Vogel des Jahres 2012 – denn tatsächlich sind diese kleinsten Vertreter der Rabenvögel weder Unglücksboten noch Pechvögel, wie sie manchmal der Volksmund schmäht. Vielmehr beeindrucken Dohlen durch ihr hoch entwickeltes Familien- und Gesellschaftsleben. Schon der Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz war fasziniert von den lernfähigen und intelligenten Dohlen mit ihrem geselligen wie geordneten Kolonieleben. „Dohlenpaare sind sich ihr Leben lang treu und auch in der fürsorglichen Beziehung zu ihrem Nachwuchs sind sie keine Raben- sondern wahre Vorzeigeeltern“, betont Gerald Pfiffinger die Besonderheiten des Vogels des Jahres 2012.
Vogel des Jahres 2011 ist der Gartenrotschwanz.
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Birdlife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +43 (0) 699 181 555 65
bettina.kloepzig@birdlife.at
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Erholungsgebiet Wienerberg: Infotafeln informieren über seltene Singvögel rund um den Teich
Wien, 5. Oktober 2011 – Wer es nicht schon längst bemerkt hat – spätestens ab heute erfahren Erholungssuchende rund um den Wienerberg Teich, welches Vogelparadies sich hier im Schilf und wilden Buschwerk versteckt. Mit Ende der Badesaison sind die seltenen Singvögel wie Drosselrohrsänger oder Rohrammer bereits nach Afrika und den Mittelmeerraum abgezogen. Im Hochsommer sind ihre Nester und Jungvögel aber oft unbewussten Störungen durch Badegäste und Sportfischer ausgesetzt. Das von BirdLife im Rahmen der vielfaltleben Kampagne des Lebensministeriums initiierte Informationssystem soll daher jetzt schon die BesucherInnen des Erholungsgebiets für die kommende Brutsaison sensibilisieren.
„Teiche und andere Kleingewässer sind Hotspots der Artenvielfalt in der österreichischen Kulturlandschaft. Wir müssen es schaffen, deren Nutzung zur Freizeit und Erholung mit dem Schutz der Artenvielfalt zu verbinden“ so Niki Berlakovich zum vielfaltleben-Schutzprogramm. Das Schutzprojekt dient zunächst der Erfassung von stehenden Kleingewässern und ihrer Vogelbestände. Am Wienerberg Teich wollen die Vogelschützer aber vor allem die Aufmerksamkeit der BesucherInnen auf die brütenden Vogelarten rund um den Teich lenken. „Gerade verschilfte Uferzonen kleinerer Gewässer sind immens wichtige Bruthabitate für seltene Arten wie die Zwergdommel oder die Rohrammer. Umso wichtiger ist es, dass sie auch ungestört ihre Jungen aufziehen können. Wassersportler, aber auch in Ufernähe sitzende Sportangler können unbeabsichtigt zu Störfaktoren für die Bruten werden“, bringt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer BirdLife Österreich die Interessenkonflikte von Vogelbrut und sommerlicher Freizeitvergnügen auf den Punkt. „Mit den Informationstafeln wollen wir auf die besonderen Brutvögel der Uferzonen hinweisen und den Erholungssuchenden einen behutsamen Umgang mit der Natur nahe bringen.“
Wienerberg Teich: ehemalige Ziegelgrube hat größten Schilfbestand im Wiener Raum
„Der Wienerberg gehört zu den beliebtesten Wiener Naherholungsbereichen, die gleichzeitig wertvolle Naturschutzflächen bieten. Es nicht immer einfach, die Interessen von Erholungssuchenden und Naturschützern unter einen Hut zu bringen. Wir sind stolz darauf, gerade innerhalb des Stadtgebiets diese Naturoase für Naherholungssuchende sowie auch aus naturschutzfachlicher Sicht erhalten zu können“, erklärt DI Andreas Januskovecz, Leiter des Forstamts und Landwirtschaftsbetriebs der Stadt Wien (MA 49). Der künstlich angelegte Wienerberg Teich ist aus einer ehemaligen Ziegelgrube hervorgegangen und weist den größten Schilfbestand im Wiener Raum auf. Das Schilf-Röhricht bietet Singvogelarten wie Drosselrohrsänger, Zwergdommel oder Rohrammer perfekte Nistmöglichkeiten. Die Halme dienen als Sitzwarte, Schlafplatz, Nahrungsreservoir und geben Deckung. Im Winter finden Vögel anderer Lebensräume hier Nahrung wie Samen des Schilfrohres oder überwinternde Insekten.
Künstliche Stillgewässer: Ersatzlebensraum für Vögel
Trockenlegung von Feuchtgebieten, der Verlust von stabilen, alten Schilfhalmen oder auch menschliche Störungen am Brutplatz sind nur einige Ursachen, die in den letzten Jahren zu besorgniserregenden Bestandsrückgängen bei vielen an den Lebensraum Schilf gebundenen Vogelarten führen. Die meisten Stillgewässer in Österreich werden intensiv vom Menschen genutzt, wodurch oft Konflikte mit dem Vogelschutz entstehen, “ so Michael Dvorak, Projektleiter bei BirdLife Österreich. Andererseits sind es gerade die künstlich geschaffenen Wasserflächen, wie Fischteiche, Schottergruben und Erholungsgebiete, die Wasservögeln wie beispielsweise dem Haubentaucher einen wichtigen Ersatzlebensraum bieten.
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Pressesprecherin BirdLife Österreich,
Mobil: +43 699 181 555 65, bettina.kloepzig@birdlife.at
DI Christina Stockinger, MA 49 - Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien Public Relations
Tel.: (+43-1) 4000 49031; christina.stockinger@wien.gv.at
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Zugvögel kennen keine Grenzen
BirdLife Österreich ruft im Rahmen des European Birdwatch 2011 vom 1. - 2. Oktober zur Vogelzugbeobachtung auf
Wien/Österreich im Oktober 2011 – Beim Vogelzug live dabei: ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren und Graugänse zur Zugzeit beobachten. Das erste Wochenende im Oktober steht europaweit ganz im Zeichen des Vogelzugs. In Österreich stehen Experten von BirdLife an Vogelbeobachtungs- Hots-Spots für alle vogelkundlichen Auskünfte zur Verfügung. Alternativ kann auch jeder auf eigenen Faust zum Fernglas greifen. Initiiert wird der Vogelbeobachtungs-Event von BirdLife International dem weltweit größten Partnernetzwerk für Vogel- und Naturschutz. Das gemeinsame Anliegen der Ornithologen ist Bewusstsein für grenzüberschreitenden Vogel- und Naturschutz zu schaffen.
„Wenn das gewohnte Nahrungsangebot immer schwieriger zu finden ist, Insekten und Samen weniger werden, setzt die „Zugunruhe“ bei den gefiederten Sommergästen ein“, erklärt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife. Etwa die Hälfte der in Österreich vorkommenden Vogelarten sind Zugvögel, die im Herbst ihre Brutgebiete hier verlassen, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten. Andere Arten wie Watvögel, Bussarde und Rohweihen überqueren das Land, um an geeigneten Rastplätzen aufzutanken und weiter zu ziehen. Manche Vögel ziehen nachts und dadurch von den meisten Menschen unbemerkt, andere legen tagsüber weite Strecken zurück – in großen Schwärmen oder auch allein.
Egal welche Route die Zugvögel nehmen, überall sind sie unvorstellbaren Gefahren ausgesetzt. Die massive Zerstörung von Rast- und Überwinterungsplätzen entlang der Zugvogelrouten ist ein großes Problem. Pfiffinger: Sümpfe werden trockengelegt und die Zugvögel finden ihre gewohnten Plätze zum Rasten nicht mehr“. Besonders schlimm ergeht es den Singvögeln, die in südeuropäischen Destinationen Station machen. In Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Malta oder Zypern gehört die Vogeljagd zur Tradition. Leimfallen, Klappnetze oder Schlingenfallen sind die Waffen der erbarmungslosen Gourmet-Jäger. Viele der in Europa gefährdeten Vogelarten landen nach wie vor eingelegt im Delikatesssenglas oder werden zur Spaß-Trophäe illegaler Jägerschaften.
Über 30 Länder beteiligen sich am diesjährigen EuroBirdwatch. Wenn der Sonntag zu Ende geht werden Vogelmeldungen unter anderen von Armenien, Azerbaijan über Russland, Litauern, Rumänien, Bulgarien, Polen, Ungarn, Österreich, der Schweiz, Deutschland, ganz Skandinavien, Portugal, Malta, Italien, Griechenland und Cypern vorliegen. Pfiffinger:“ Mit der grenzüberschreitender Vogelbeobachtung wollen die nationalen Partnerorganisationen von BirdLife International Bewusstsein schaffen, dass Vogel- und Naturschutz vor allem auch grenzüberschreitend funktionieren muss.“
Homepage European Birdwatch 2011
http://www.birdlife-extranet.ch/ebw11/
Download
BirdLife-Exkursionen am EuroBirdwatch 2011 vom 1.-2. Oktober (pdf)
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, Birdlife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +43 (0) 699 181 555 65
bettina.kloepzig@birdlife.at
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Erst vor einigen Wochen ist der junge Kaiseradler aus dem elterlichen Horst ausgeflogen.
Foto: M. Tiefenbach
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Nun wurde der tote Kadaver des Vogels gefunden.
Foto: BirdLife
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Junger Kaiseradler abgeschossen!
Im Mai geschlüpft jetzt tot in Thaya gefunden
BirdLife, WWF und NÖ Landesjagdverband verurteilen die illegale Tat scharf
Wien, am 19. September 2011 – Dreist erschossen und in der Thaya entsorgt, so lautet die Todesursache für den vor wenigen Wochen flügge gewordenen Kaiseradler im Weinviertel. Erst im Juli haben die Greifvogelexperten von BirdLife Österreich die zwei seltenen Jungtiere beringt und mit einem Sender ausgestattet. „Nachdem wir keine Senderbewegung mehr feststellen konnten, hat sich unser Verdacht schnell erhärtet“, so Gábor Wichmann von BirdLife. Der bereits tote Jungvogel ist in einer Staude in der Thaya hängengeblieben und konnte dann dank des Senders geortet und umgehend geborgen werden. Die Analyse des Tierkadavers durch das Institut für Wildtierforschung und Ökologie bestätigte dann den Einschluss eines bleihaltigen Projektils. Drei Brutpaare dieses majestätischen Greifvogels leben nach aufwändigen Artenschutzbemühungen wieder in dieser Region. Dennoch bleibt der Kaiseradler in Österreich vom Aussterben bedroht. Das dieses Jahr gestartete grenzüberschreitende EU-Projekt sollte den Greifvogelschutz mit Telemetrie zusätzlich absichern.
„Jeder einzelne Adler, den wir verlieren, stellt einen herben Verlust für den Bestand dieses Greifvogels dar!“, erklärt Wichmann, Leiter des BirdLife-Kaiseradlerprojektes. Ist ein Kaiseradler einmal so weit, dass er den elterlichen Horst verlässt, kann bereits viel geschehen sein. Der Horst muss Sturm und Regen standhalten, die ein bis zwei Eier müssen von Mader und Co verschont bleiben und zuletzt muss der Adlernachwuchs genügend Nahrung erhalten. Zuviel Regen und ein ungewöhnlicher Kälteeinbruch in der Aufzuchtphase hat schon manche hoffnungsvolle Brut zunichte gemacht. Wichmann: „Hat ein Jungvogel überlebt und breitet erstmalige sein bis zu zwei Meter breiten Schwingen aus, erkundet der Kaiser der Lüfte bald ein Revier von 100km. So verfolgen wir tag täglich die Flugerfolge des zweiten besenderten und noch lebenden jungen Kaiseradlers“.
Der aktuelle Fall setzt eine Serie illegaler Anschläge auf seltene Greifvögel fort. „"Allein seit 2007 wurden vier Seeadler Opfer von hitzköpfigen Schützen. Ganz abgesehen von diversen Giftanschlägen“, erklärt Christian Pichler Seeadler-Experte beim WWF. „Wir werden nicht zulassen, dass unverantwortliche Einzelpersonen unsere gemeinsamen Erfolge ruinieren“. Besonders bedauerlich ist nach Ansicht der Naturschützer, dass sich diese Vorfälle besonders im March-Thaya Gebiet häufen, wo Landwirte, Jägerschaft und Naturschutz seit Jahren ausgezeichnet zusammenarbeiten.
Empört und betroffen reagiert auch die Jägerschaft auf den aktuellen Fall. „Hier liegt ein ganz klarer Verstoß gegen das Jagdrecht vor“, ist Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Landesjagdverbände empört. Das seltene Tier ist in den Jagdgesetzen als ganzjährig geschont ausgewiesen. „Die Verfolgung von Greifvögeln ist kein Bagatelldelikt. Unsere Jagdschutzorgane werden verstärkt patrouillieren, damit dieses unsinnige Vogelmorden endlich der Vergangenheit angehört.“
Anzeige gegen Unbekannt wurde von WWF, Birdlife und der Jägerschaft eingebracht und Beweismaterial zur Verfügung gestellt. Derzeit untersucht die Polizeiinspektion Bernhardsthal den Fall. Wichmann von BirdLife kündigt an: „Gemeinsam mit WWF und der Jägerschaft werden wir die polizeilichen Untersuchungen ganz genau verfolgen und verstärkt gegen die Wilderei vorgehen“.
Weitere Informationen zu den Flugrouten der anderen jungen Kaiseradler:
http://www.birdlife.at/coro-skat
Rückfragehinweis:
Bettina Klöpzig, BirdLife Österreich Pressesprecherin, Tel. 0699 181 555 65
Christian Pichler, WWF, Tel. 0676 834 882 02
NÖ Landesjagdverband, Tel. 01 / 405 16 36 – 24
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Kontakt
Mag. Bettina Klöpzig
Pressesprecherin BirdLife Österreich
Tel.: +43 (0) 1 523 46 51 DW 90
E-mail: bettina.kloepzig@birdlife.at |
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