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© BirdLife/P. Buchner |
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Der Eisvogel - Voges des Jahres 2009
BirdLife Österreich hat den Eisvogel zum österreichischen „Vogel des Jahres 2009” gekürt. Der Vogel, der wegen seiner Farbenpracht gern als „fliegender Edelstein“ bezeichnet wird, steht für lebendige Flüsse und Auen. Er braucht sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Auen. Nur dort findet er seine Nahrung, überwiegend Kleinfische, und natürliche Steilwände für die Anlage seiner Brutröhren.
Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres will BirdLife neuen Schwung in die Debatte um den Schutz unserer Gewässer bringen. Angesichts der Goldgräberstimmung bei regenerativen Energien, sind gerade bei uns in Österreich Pläne zu erkennen, die Wasserkraft an schnell fließenden Bächen auszubauen. Damit würden viele naturnahe Lebensräume des Eisvogels beeinträchtigt“, erläutert Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich.
Woher der Name des etwa spatzengroßen Eisvogels (Alcedo atthis) stammt, ist strittig. Manche Deutungen leiten den Namen vom althochdeutschen „eisan“ für „schillern“ oder „glänzen“ ab. Die Bezeichnung „Schillervogel“ passt zum flirrenden Farbenspiel, das der Eisvogel im Sitzen und im Flug bietet. Andere Autoren interpretieren den Eisvogel als „Eisenvogel“ und vermuten einen Bezug auf das stahlblaue Rücken- oder das rostfarbene Bauchgefieder.
Vor wenigen Jahrzehnten waren seine Bestände und Brutplätze wegen wasserbaulicher Maßnahmen, wachsender Wasserverschmutzung sowie Störungen durch Erholungssuchende stark zurückgegangen. Durch wirkungsvolle Abwasserreinigung hat sich die Qualität unserer Gewässer inzwischen erheblich verbessert. Der Abwärtstrend des Eisvogels konnte so zwar gestoppt werden, jedoch hat sich der Bestand lediglich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert.
Heute gibt es in Österreich etwa 300 bis 500 Brutpaare. Doch ist der Eisvogel nirgends häufig. Denn wo Bäche und Flüsse in ein Korsett aus Stein und Beton gezwängt worden sind und Wehranlagen wandernden Fischarten den Weg versperren, findet der Eisvogel weder genügend Nahrung noch ausreichend Brutmöglichkeiten. Trotz mancher Verbesserungen zählt die naturnahe Umgestaltung vieler Gewässer daher zu den vorrangigen Aufgaben des Natur- und Umweltschutzes.
Eine Gewässerpolitik für naturnahe Flüsse, die dem Eisvogel nützt, ist auch ein wirkungsvoller Hochwasserschutz und kommt der Natur und den Menschen, die an Flüssen leben, zugute. BirdLife fordert daher einen Stopp für den weiteren Ausbau der letzten freien Fließgewässerstrecken Österreichs. „Wollen wir dem Eisvogel dauerhaft eine Heimat bieten, brauchen wir lebendige Flüsse“, betonten die Verbände. Neben BirdLife Österreich haben auch der NABU und der LBV in Deutschland den Eisvogel zum Vogel des Jahres 2009 gewählt.
Weitere Informationen: NABU
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© NABU/P. Zeininger |
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Der Kuckuck - Voges des Jahres 2008
BirdLife Österreich, NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben den Kuckuck zum „Vogel des Jahres 2008” gekürt. Der Kuckuck (Cuculus canorus), der seinen Namen nach seinem eingängigen Ruf erhalten hat, ist vielerorts verschwunden, weil sein Lebensraum verloren geht – in Deutschland genauso wie im afrikanischen Winterquartier.
Link: NABU
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Eleganter Jäger in Feld und Flur - der Turmfalke ist Vogel des Jahres 2007
Mit dem Turmfalken wählen BirdLife Österreich und der deutsche NABU einen der häufigsten Greifvögel Europas zum Vogel des Jahres 2007. Der recht leicht erkennbare Mäusejäger ist sowohl in der Stadt wie auch auf dem Land anzutreffen und sorgt mit seinem charakteristischen Rüttelflug für spannende Beobachtungen.
Link: NABU |
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© M. Delpho |
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Der Kleiber - kopfüber zum Vogel des Jahres 2006
Mit dem Kleiber kürt BirdLife Österreich einen typischen Vertreter der Buchen- und Eichenwälder zum Vogel des Jahres 2006. Der bunte und laute Geselle stellt eine starke Stimme für den Naturschutz im Wald dar.
Link: NABU |
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© M. Delpho |
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Der Uhu: Vogel des Jahres 2005
Nachdem in den Jahren 2002 bis 2004 mit Haussperling, Mauersegler und Zaunkönig drei noch recht weit verbreitete Arten ausgewählt wurden, wurde für 2005 mit dem Uhu, unserer größten heimischen Eulenart, ein charismatischer Großvogel zum „Vogel des Jahres“ gekürt: Nachdem er im Verlauf des 20. Jahrhunderts überall an Terrain verloren hatte und auch der Bestand sehr stark zurück gegangen war, schaffte der Uhu in den letzten 10, 15 Jahren ein bemerkenswertes Comeback und eroberte mittlerweile bereits Gebiete zurück, in denen schon seit vielen Jahrzehnten kein Uhuruf zu hören gewesen war.
Link: NABU
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Kleiner Herrscher im Unterholz - der Zaunkönig
ist Vogel des Jahres 2004
BirdLife Österreich und der Naturschutzbund Deutschland haben
den Vogel des Jahres 2004 gewählt: Es ist der Zaunkönig,
ein Vogel dessen Name zwar viele kennen, den aber die wenigsten
noch zu Gesicht bekommen haben. Kein Wunder, ist er doch ein Meister
des Versteckens, der die meiste Zeit im dichten Unterholz herumhuscht
und nur selten frei zu sehen ist. Diesen "bekannten Unbekannten"
wollen wir 2004 in den Mittelpunkt des Interesses stellen, um mit
seiner Hilfe für mehr Wildnis in Wäldern und Gärten
einzutreten.
Der Zaunkönig gehört mit geschätzten 500.000 Brutpaaren zu den 10 häufigsten Vögeln Österreichs. Man muss sich also um seinen Bestand momentan keine Sorgenmachen. Dennoch stellt er an seine Lebensräume Ansprüche, die es zu beachten gilt, soll er diesen privilegierten Platz in der Vogelwelt auch weiterhin behalten.
Er braucht Gehölzbestände, die in der untersten Schichte sehr dicht verwachsen sein müssen: Bach-, und Flussauen, naturnahe Laub- und Mischwälder und sogar größere Gärten und Parks zählen zu seinen bevorzugten Lebensräumen. Sein Nest baut er in Nischen oder Höhlen in Wurzeltellern, an Böschungen, Baumstrünken, Reisighaufen oder in dichtem Gestrüpp nahe am Boden.
Man merkt schon: Ordentlich darf es im Revier eines Zaunkönigs nicht aussehen! Mit seinen Bedürfnissen plädiert er für mehr Wildnis und "Unordnung" in unseren Gärten, Parks und Wäldern. Denn in sterilen Grünanlagen, unterholzfreien Nutzwäldern und ausgeräumten Bachauen findet er keinen Platz mehr.
Dieser sympathische Winzling steht zwar nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Vögel, dennoch sollte man ihn mit der Erhaltung unterholzreicher, "unordentlicher" Gärten, Bachgehölze und Wälder unterstützen. Man hilft damit nicht nur dem Zaunkönig, sondern einer ganzen Reihe von weniger bekannten Tierarten, die es gerne "wild" haben.
Steckbrief
Als Bewohner fast der gesamten Nordhalbkugel von Nordamerika, Europa bis Ostasien ist der Zaunkönig ein echter Weltbürger. Er ist übrigens der Einzige aus einer weitläufigen Verwandtschaft, der es bis Europa geschafft hat, die meisten anderen Zaunkönige leben im tropischen Mittel- und Südamerika. In Österreich findet man ihn vom Flachland bis zur Baumgrenze im Hochgebirge. Er fehlt bei uns nur in den baumlosen Agrarsteppen und den alpinen Felsregionen. Im Nationalpark Neusiedler See ist er kein Brutvogel, die nächsten Brutplätze liegen in den Leithaauen und dem Leithagebirge. Er ist allerdings ein regelmäßiger Durchzügler im Gebiet und der Schilfgürtel des Neusiedler Sees ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet.
Mit etwa 10 cm Körperlänge und nur 10 g Gewicht ist er nach den Goldhähnchen der kleinste Vogel Europas. Zu Gesicht bekommt man ihn kaum, wirklich auffällig ist nur der trillernde Gesang des Männchens, mit dem er sein Revier verteidigt und Weibchen anlockt. Dieser ist für so einen kleinen Vogel (der Zaunkönig ist nur etwa 10 cm lang) sehr laut und kann unter günstigen Bedingungen bis zu 500 m weit gehört werden. Das Gefieder ist kastanienbraun mit feiner dunkler Musterung, was ihn im dunklen Dickicht zusätzlich unauffällig macht. Der kurze Schwanz ist meist steil aufgerichtet, die relativ langen Beine machen ihn zu einem geschickten Kletterer.
Seine Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten und Spinnen, die er aus dem Boden und aus den kleinsten Ritzen und Spalten seines Reviers hervorstochert.
Der Nestbau beginnt schon im März, das Männchen baut mehrere kunstvolle, kugelförmige "Wahlnester" mit seitlichem Eingang, aus denen das Weibchen das passende auswählt. Um die Brut und die Jungenaufzucht kümmert sich überwiegend das Weibchen, während das Männchen fleißig sein Revier verteidigt, noch mehr Nester baut und auch versucht, weitere Weibchen zu verführen.
Im Herbst bleiben die meisten mitteleuropäischen Zaunkönige in der Nähe ihrer Brutgebiete, sie verlassen aber die höheren Lagen und schlagen ihre Winterreviere oft entlang von Gewässern auf, da dort auch bei kaltem Wetter Insekten zu finden sind. Einzelne verschlägt es in die Siedlungen, wo sie gerne auch Fütterungen aufsuchen. Man kann ihnen daher im Winter bröseliges Fettfutter an einer bodennahen Futterstelle anbieten. Besser unterstützt man sie allerdings mit dichtem Gebüsch, "Gestrüpp" und Reisighaufen im Garten, in denen sie Deckung und Nahrung finden.
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Lebende Kunstflieger: Der Mauersegler - Vogel
des Jahres 2003
Der Mauersegler ist ursprünglich ein Felsbrüter, nistet
aber heute überwiegend in menschlichen Siedlungsgebiet. Doch
hier werden allmählich die Brutplätze knapp. Er brütete
ursprünglich an Felsen, seltener auch in Baumhöhlen. Heute
nistet aber der Großteil der europäischen Population
an menschlichen Gebäuden, also künstlichen Felsen. Das
haben sie mit einer Reihe anderer ursprünglicher Felsbrüter
gemeinsam, z.B. Turmfalke, Mehlschwalbe und Hausrotschwanz. Ihr
kleines, mit Speichel verklebtes Nest bauen sie in Löchern,
Ritzen oder Nischen an Fassaden oder in Spalten unter Dachvorsprüngen.
Als Gebäudebrüter ist der Mauersegler ein unmittelbarer Nachbar des Menschen. Durch ihn hat er sich zusätzlichen Wohnraum erschlossen, den er aber jetzt zunehmend wieder verliert. Aus diesem Grund wurde er von BirdLife Österreich und dem Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2003 gewählt. Außerdem verdeutlicht dieser Zugvogel, der nur etwa 3 Monate des Jahres in seinem Brutgebiet verbringt, die Notwendigkeit des grenzüberschreitenden Vogelschutzes.
Der Mauersegler ist mit seinen auffälligen Rufen und den wagemutigen Flugmanövern eine charakteristische Erscheinung der lauen Sommerabende in der Großstadt und belebt selbst dicht verbaute Stadtzentren. Die meisten haben ihn wohl schon gesehen, doch viele halten ihn mit seinem gegabelten Schwanz und den gebogenen Flügeln für eine Schwalbe. Diese gehören aber zu den Singvögeln, während der Mauersegler am nächsten mit anderen Flugkünstlern, nämlich den Kolibris verwandt ist. Er zählt wie etwa der Turmfalke oder der Hausrotschwanz zu jenen ursprünglich an Felsen brütenden Vogelarten, die die hohen städtischen Gebäude als Felsersatz betrachten und in Nischen oder Hohlräumen unter den Dächern ideale Nistplätze gefunden haben.
Doch gerade diese kleinen Öffnungen werden bei Renovierungen großer Häuser oft geschlossen und die Mauersegler, die eine sehr starke Brutplatzbindung haben, suchen in der nächsten Brutsaison vergeblich nach ihrer alten Höhle. In mitteleuropäischen Städten, wie zum Beispiel auch in Wien, sind aus diesem Grund bereits Bestandsrückgänge zu bemerken. Mit der Anbringung spezieller Mauerseglernistkästen oder dem Belassen kleiner Öffnungen (es reichen 6x4 cm) kann man die Vögel leicht unterstützen. Lesen Sie dazu auch unseren Folder zum Runterladen Hilfe für den Mauersegler.
In der Bruthöhle bauen beide Eltern an einem flachen Nest, das aus sehr feinen, fasrigen, im Flug gesammelten Materialien besteht und mit klebrigem Speichel überzogen wird. Damit beweisen sie übrigens ihre Verwandtschaft zu den asiatischen Salanganen, jenen Erbauern der berühmten essbaren Schwalbennester, die ihre Nester nur aus dem klebrigen Speichel bauen, der dann erhärtet und als Delikatesse der ostasiatischen Küche gilt.
In die flache, unausgepolsterte Nestmulde werden meist zwei oder drei Eier gelegt, die beide Eltern abwechselnd etwa 20 Tage bebrüten. Anfangs werden die Nestlinge noch von je einem Altvoögel gehudert, das heißt gewärmt. Gefüttert werden hauptsächlich winzige Insekten, die von den Eltern zu Hunderten im Kehlsack zu einem Futterballen gesammelt und dann zum Nest gebracht werden. Die Jungenaufzucht dauert mit 37 bis 56 Tagen relativ lange und kann je nach Witterungsverlauf und Nahrungsangebot stark schwanken. Dafür sind die Jungvögel nach dem Ausfliegen völlig selbständig, kehren nicht mehr zum Nest zurück und werden auch nicht von den Eltern versorgt. Sie fliegen sogar in Abwesenheit der Eltern aus dem Nest, die nichts ahnend zur nächsten Fütterung kommen und den Futterballen schließlich selbst fressen.
Mauersegler jagen fast ausschließlich Fluginsekten. Besonders große Bedeutung kommt offensichtlich Blattläusen zu, je nach Angebot aber auch Hautflüglern (z.B. schwärmenden Ameisen), Käfern, Mücken und Fliegen. Aus diesem Grund machen ihnen in unseren Breiten Schlechtwettereinbrüche im Sommer stark zu schaffen, da bei Regen oder Kälte kaum Fluginsekten in der Luft sind. Die Altvögel reagieren darauf oft mit sogenannten Wetterfluchten, bei denen sie den Fronten davonfliegen und erst nach Tagen oder sogar Wochen zurückkehren. Ältere Junge können in Abwesenheit der Eltern bis zu 2 Wochen ohne Fütterung überdauern, sie verbringen dann die Nächte in einer Art Kältestarre.
Ein ausreichendes Angebot an Fluginsekten ist auch für die Ansiedlung der Mauersegler bedeutend. Zu große und dicht verbaute Städte können nicht mehr flächig besiedelt werden, da nur über größeren Freiflächen oder Gewässern hohe Dichten an sogenanntem Luftplankton auftreten. Auch flächiger Einsatz von Insektiziden kann das Nahrungsangebot vermindern.
Außer zur Jungenaufzucht befinden sich Mauersegler die überwiegende Zeit in der Luft. Nur zum Übernachten suchen sie gerne Höhlen auf oder klammern sich hängend an Mauern. Bei günstigem Wetter schlafen aber auch viele Vögel in höheren Luftschichten kreisend. Auch sonst machen Mauersegler fast alles im Flug: sie suchen Nahrung, trinken und baden (bzw. duschen bei Regen) im Flug. Die Balz, bei schönem Wetter sogar die Paarung finden in der Luft statt. Auch das rege soziale Leben einer Mauerseglerkolonie spielt sich im Flug ab, besonders auffällig sind die gemeinschaftlichen Flugspiele, im Englischen treffend "screaming parties" genannt, bei denen fast alle Mitglieder einer Brutkolonie laut rufend gemeinsam kreisen und dicht an den Brutplätzen vorbeisausen.
In den mitteleuropäischen Brutgebieten halten sich die Vögel nur etwa drei Monate auf: Frühestens Ende April, meist erst im Mai werden die Brutplätze besetzt und bald nach dem Ausfliegen der Jungen Mitte Juli bis Anfang August machen sie sich auch schon auf den Weg in den Süden. Auch während ihrer langen Reise, die sie bis ins zentrale oder südliche Afrika führt sind sie natürlich auf ständige Nahrungszufuhr angewiesen, weshalb sie sich bei ihrem Zug oft an große Gewässer oder Feuchtgebiete halten, über denen die Insektendichte meist höher ist als über trockenem Land. Auch in ihrem Winterquartier, in dem sie sich ebenfalls nur etwa drei Monate aufhalten, streifen sie je nach Witterung und Nahrungsangebot über großen Gebieten umher.
Gerade am Beispiel dieses extremen Zugvogels, der im Laufe seines Lebens Tausende Kilometer zurücklegt, wird klar, dass Naturschutz und gerade Vogelschutz nur grenzüberschreitend Sinn macht.
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Der Haussperling - Vogel des Jahres 2002
Kaum ein Vogel ist für uns so allgegenwärtig wie der
Spatz, selbst aus unserem Sprachschatz ist er kaum mehr wegzudenken:
Vom Spatzen in der Hand, der besser ist, als die Taube am Dach,
bis zum Spatzenhirn. Und zur Zeit pfeifen es die Spatzen von allen
Dächern: der Haussperling wurde von BirdLife Österreich,
dem NABU Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz in
Bayern zum Vogel des Jahres 2002 gekürt. Er ist zweifellos
einer der bekanntesten Vögel um uns - und doch ist es für
viele eine Überraschung, daß auch schon die Spatzen weniger
werden.
Der Haussperling gehört zur Familie der Sperlinge, von der drei Arten bei uns leben: der Haussperling und der Feldsperling in unseren Siedlungen und der Kulturlandschaft sowie der Schneesperling (auch Schneefink genannt) im Hochgebirge. Ihre nächsten Verwandten sind die afrikanischen und asiatischen Webervögel. Zumindest den Hang zur Geselligkeit haben die Sperlinge von ihren Verwandten übernommen: Sperlinge brüten gerne in enger Nachbarschaft zueinander. In wärmeren Gegenden, z.B. in Südeuropa bauen sie auch oft große Gemeinschaftsnester in Bäumen oder höheren Büschen, auch im südlichen Österreich fand man schon derartige "Spatzenburgen".
Lebensweise
Der Haussperling ist ein Kulturfolger. Durch den Ackerbau hat der Mensch diesem ehemaligen Savannenvogel den Weg nach Europa geebnet - und darüber hinaus: Spatzen sind erfolgreiche Kolonisten und haben weite Teile Afrikas, Nord- und Südamerikas sowie Australiens im Gefolge des Menschen besiedelt. Oft genug haben sie als blinde Passagiere an Bord von Schiffen neue Ufer erreicht und sich dann von den Häfen aus ins Landesinnere ausgebreitet. Und man findet sie heute in den verschiedensten Lebensräumen - in glühend heißen Trockengebieten, im Gebirge und auch noch weit nördlich des Polarkreises.
Bei uns brüten Haussperlinge meist an Gebäuden: unter Dachvorsprüngen, in Mauerspalten und Nischen, auch an ausgefallenen Standorten wie in Straßenlaternen oder hinter Leuchtschriften. Sperlinge brüten auch in Schwalbennestern und in Ortschaften, wo durch übertriebene Ortsbildpflege und Phobie vor Vogelkot Nistmöglichkeiten für Sperlinge und Schwalben immer weniger werden, können sie zu Nistplatzkonkurrenten werden. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau. Es werden 4-6 Eier gelegt, aus denen nach 10-15 Tagen die Jungen schlüpfen. Sie sind nach einer zwei- bis knapp dreiwöchigen Nestlingszeit flügge und nach rund weiteren zwei Wochen selbständig. Haussperlinge können in einer Brutsasion zwei- bis dreimal brüten, ausnahmsweie noch häufiger.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Getreidekörnern, daneben Samen von Wildkräutern und Gräsern, Knopsen, Blüten und jungen Blättern. Zur Fortpflanzungszeit spielt proteinreiche tierische Nahrung eine größere Rolle (v.a. verschiedenste Insekten wie Blattläuse, Käfer und Zweiflügler, Spinnen). Im Sommer fliegen sie gerne truppweise auf Stoppelfelder, um aufzulesen, was bei der Ernte übrig geblieben ist. Ihre Jungen füttern sie zum großen Teil mit Insekten, daneben auch mit reifen und unreifen Pflanzensamen. Zum Wohlfühlen brauchen Spatzen auch offene Bodenstellen, an denen sie ihre Staubbäder nehmen - um Gefiederparasiten loszuwerden.
Düstere Zukunft?
Doch der "Allerweltsvogel" hat zunehmend Probleme: Gebäuderenovierungen bzw. die glatte Bauweise moderner Fassaden verringern die Brutmöglichkeiten, Bodenversiegelungen (Ortsbildverschönerungen!) betonieren die Staubbäder zu und bei modernen Erntemethoden fallen immer weniger Dreschabfälle an. Pestizide und exotische Gehölze in unseren Gärten und Parks reduzieren das Insektenangebot. Umstellungen in der Landwirtschaft (verstärkter Anbau von Wintergetreide, weniger Stoppelbrachen im Winter) tragen zusätzlich zu einem verringerten Nahrungsangebot bei.
Es liegen noch relativ wenige langfristige Daten zur Bestandsentwicklung des Haussperlings vor, doch diese belegen in weiten Teilen Europas z.T. deutliche Bestandsrückgänge. Vielfach sind es auch Hinweise von Beobachtern, die sich noch an große herbstliche Spatzenschwärme auf den Stoppelfeldern aber auch an vielen städtischen Plätzen erinnern können - Bilder, die man heute vermisst. Die früher durchgeführten großflächigen Bestandsregulierungen (so wurden z.B. um 1950 in Hessen/Deutschland 2,5 Millionen (!) Spatzen vergiftet) sind heute längst nicht mehr aktuell, wenn auch heute noch manchmal Spatzenkolonien in großen Supermärkten Probleme verursachen.
Aus Österreich liegen noch kaum Daten über langfristige Veränderungen der Sperlingsbestände vor, doch ist auch bei uns der Rückgang in vielen Gebieten mehr als offensichtlich. In Wien führt BirdLife seit dem Jahr 2000 im Auftrag der MA 22 eine Brutvogelkartierung durch, von der man sich unter anderem aufschlußreiche Ergebnisse zur Situation des Haussperlings erhofft.
Fazit
Einer der ausgeprägtesten Kulturfolger in der Tierwelt wird somit allmählich zu einem ernsten Thema für den Naturschutz - der "freche Spatz" schlüpft ungewolt in die Rolle eines Indikators, der uns anzeigt, wie unsere unmittelbarste Wohnumgebung immer naturferner und lebensfeindlicher wird. Helfen kann aber jeder: mehr einheimische Gehölze in unseren Gärten, "Mut zur Unordnung" im Garten und rund ums Haus mit Wildkräutern, G'stetten und offenen Bodenstellen, Fassadenbegrünungen, Erhaltung von Nistplätzen bei Gebäuderenovierungen - darum also: mehr Platz für den Spatz! |
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Der Haubentaucher - Vogel des Jahres 2001
Mit dem Haubentaucher hat BirdLife Österreich einen imposanten
Wasservogel zum "Vögel des Jahres" gewählt.
Mit seinem prächtigen Federkleid, seinem auffälligen Balzritual
und dem unverwechselbaren Ruf ist der Haubentaucher einer der markantesten
heimischen Wasservögel, der besonders im Frühjahr als
eindrucksvolles Naturschauspiel an unseren Seen erlebbar ist.
Mit der Wahl des Haubentauchers zum "Vogel des Jahres"
stellt BirdLife jedoch nicht nur einen auffälligen und schönen
Vogel der Öffentlichkeit vor, sondern macht auch auf die aktuelle
Gefährdung unserer Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam.
Eine Reihe von Arten sind durch fortschreitenden Lebensraumverlust
oder die Nachstellung des Menschen immer noch stark bedroht.
Lebensweise
Der Haubentaucher ist ein Unterwasserjäger und taucht bis zu 20m tief und bleibt bis zu einer Minute lang unter Wasser. Er ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen, daneben auch von Wasserinsekten, Spinnen, Kaulquappen und anderen kleinen Wassertieren. Ein besonders auffälliges Schauspiel ist die Balz: Nach längerem einleitendem Kopfschütteln beider Partner richten sie sich beim sogenannten Pinguin-Tanz hoch aus dem Wasser auf, scheinen dabei buchstäblich auf der Wasseroberfläche zu gehen, und präsentieren sich mit ihren Schnäbeln Teile von Wasserpflanzen. Auch die Jungenaufzucht ist bemerkenswert: Die Küken werden ihre ersten drei Lebenswochen - zuerst ständig, später zeitweise - im Rückengefieder ihrer Eltern sitzend herumgeführt und vom jeweils anderen Altvogel gefüttert.
Lebensraum und Verbreitung
Der Haubentaucher bevorzugt stehende oder langsam fließende, fischreiche Gewässer mit gut ausgebildeten Röhrichtbeständen. Sofern diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist er recht flexibel und man findet ihn an Seen, größeren Teichen aber auch an Baggerseen und Kiesgruben. Zur Zugzeit und im Winter kann man ihn an allen größeren eisfreien Gewässern, auch an Flüssen und Küsten, antreffen.
Der Haubentaucher brütet bei uns in allen Bundesländern. Sein Brutbestand liegt bei mindestens 900 - 950 Paaren. Die größten Vorkommen liegen am Bodensee, an einigen Kärntner Seen (Wörthersee, Ossiacher See) sowie an den Waldviertler Teichen. Im Osten Österreichs findet man ihn am Neusiedler See sowie an einigen größeren Schotter- und Fischteichen. Sein europäischer Bestand beläuft sich auf rund 300.000 Brutpaare, wobei Finnland, Litauen und Schweden davon rund ein Drittel beherbergen.
Gefährdung
Vor allem im 19. Jahrhundert wurden Haubentaucher intensiv verfolgt. In den letzten Jahrzehnten kam es jedoch in Europa verbreitet zu Bestandszunahmen und einer Arealausdehnung. Die Gründe für diese positive Entwicklung lagen einerseits in einem Nachlassen der Verfolgungen, andererseits aber auch in der zunehmenden Eutrophierung der Gewässer, wodurch sowohl die Bestände von Kleinfischen zugenommen haben, als auch die Wachstumsbedingungen für Schilfbestände verbessert wurden. In letzter Zeit mehren sich jedoch wieder Hinweise auf Stagnation oder gebietsweise Rückgänge der Haubentaucher-Populationen. So führt die Zerstörung kleiner, schilfgesäumter Teiche zum Verlust von Brutplätzen und kann durch die Neuschaffung von Gewässern nicht oder nur unvollständig kompensiert werden. Vor allem aber die Freizeitgesellschaft fordert ihren Tribut: Störungen an Teichen und Seen können zu Brutausfällen führen und so geeignet erscheinende Gewässer völlig entwerten. Bootsfahren, Surfen, Angeln und Badebetrieb sind hier die wichtigsten Störquellen. Und leider gehören illegale Übergriffe (Abschüsse, Zerstören der Gelege) durch Fischer, die im Haubentaucher einen vermeintlichen Konkurrenten sehen, an manchen Gewässern noch zur Tagesordnung. So wird etwa am oberösterreichischen Almsee durch das Anstechen der Eier immer wieder der Bruterfolg vereitelt.
Um die Haubentaucherbestände langfristig zu sichern ist es notwendig an stark genutzten Gewässern, aber auch besonders an kleinen Gewässern, geeignete Ruhezonen zu schaffen. Der Haubentaucher ist insgesamt ein guter Indikator dafür, inwieweit unsere moderne Freizeitgesellschaft auch anspruchsvollen Wasservögeln ihren Platz an unseren Gewässern zugesteht.
Steckbrief Haubentaucher
Größe: knapp 50 cm
Gewicht: 900 bis 1.400 Gramm
Merkmale: Entengroßer Schwimmvogel mit langem schlankem Hals. Oberseite schwarzbraun, Vorderhals und Brust leuchtend weiß. Im Brutkleid durch schwarze, zweigeteilte Haube und kastanienbraun-schwarz gefärbten Backenbart unverkennbar. Im Winterkleid ist das Gesicht überwiegend weiß, der Schnabel rosa. Jungvögel haben gestreifte Kopfseiten.
Stimme: Lautes wiederholtes "gröck-gröck" oder ähnlich, zur Balz weittragende Rufe wie "krrra-ahr".
Fortpflanzung: Schwimmnest in der Ufervegetation versteckt, 2-6 Eier, die Jungen schlüpfen nach 25 Tagen und sind nach rund 10 Wochen selbständig. In der Regel eine Jahresbrut.
Wanderungen: Hauptsächlich Teilzieher; durch Zuzug von Vögeln aus Nordosteuropa bei uns ganzjährig zu beobachten.
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Der Milan: Vogel des Jahres 2000
Sie entdecken am Himmel einen etwa bussardgroßen Greifvogel,
der einen sehr eleganten Eindruck macht. Auffällig sind seine
langen, schmalen Flügel und sein für einen Greifvogel
langer Stoß, der gekerbt ist. So haben Sie einen der seltesten
Greifvögel Österreichs vor Augen, einen Milan. Jetzt bleibt
noch zu klären, ob es sich um einen Schwarz- oder Rotmilan
handelt, denn es kommen beide Arten in Österreich vor.
Rotmilan
Eindeutige Kennzeichen: vorwiegend rostrote Färbung mit hellem Diagonalband auf den oberen Armdecken und kontrastreichen weißen "Fenstern" auf der Handflügelunterseite, wichtig ist der tief gegabelte, rostfarbene Stoß.
Stimme: am Brutplatz ausgesprochen jammernd "wiii-uuh, ii uu ii", auch ein weich miauender Ruf , schwächer als beim Mäusebussard.
Schwarzmilan
Eindeutige Kennzeichen: dunklere braune Färbung mit hellem Diagonalband auf den oberen Armdecken, wichtig ist der schwach gekerbte dunkle Stoß.
Stimme: vibrierendes "küi i i i i ", außerdem bussardartiges Miauen.
Lebensraum
Die halboffene, abwechslungsreiche Kulturlandschaft und Auen; in Österreich kommen beide Arten fast ausschließlich in Auwäldern vor. Zur Nahrungssuche sieht man sie aber gelegentlich auf Äckern der Umgebung, aber auch an Mülldeponien. Da beide Milane Aasfresser sind, sind sie unter anderem durch illegale Vergiftungsaktionen, die im Winter gezielt gegen Greifvögel durchgeführt werden, gefährdet.
Der Schwarzmilan ist in der Alten Welt von Afrika über Eurasien bis Australien weit verbreitet. In Europa nimmt er aber insgesamt in seinem Bestand ab. Das Vorkommen in Österreich ist räumlich deutlich zweigeteilt: Eine Population bewohnt im Westen das Vorarlberger Rheintal und den anschließenden Walgau, die zweite ist im Osten in den Auwäldern von Donau, March und Thaya in Nieder- und Oberösterreich beheimatet, vereinzelt brütet er auch an anderen Donau-Zubringern wie der Traun. Der Schwerpunkt liegt aber unterhalb Wiens, v.a. im Nationalpark Donau-Auen und an der March. BirdLife sind in Österreich etwa 60 Paare des Schwarzmilans bekannt. Vor allem an der Donau kam es zu starken Rückgängen, wobei besonders beunruhigend ist, daß es für die Ursachen der Rückgänge noch keine genauen Erklärungen gibt. Der Schwarzmilan gilt als stark gefährdet.
Noch schlimmer steht es um den Rotmilan, denn er ist vom Ausstreben bedroht. Er ist ein echter Europäer: abgesehen von wenigen Paaren in Marokko ist die gesamte Weltpopulation auf Europa beschränkt, vor allem auf Deutschland und Frankreich. Seit dem 19. Jahrhundert waren seine Bestände stark rückläufig, etwa um die Jahrhundertwende verschwand er als regelmäßiger Brutvogel aus Österreich. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten kam es in Teilen Europas zu einer Erholung der Bestände, was dazu führte, daß seit den 1980er Jahren wieder wenige Paare in Österreich brüten. Es gelingt ihnen aber nicht recht, bei uns Fuß zu fassen. Es wurden zuletzt nur 2-3 Paare in den Auen von Thaya, March und Donau im östlichen Niederösterreich gezählt.
Die Milane benötigen speziell in Österreich Unterstützung. Die ungeklärten Ursachen der Bestandesrückgänge beim Schwarzmilan und die unbeständigen Ansiedelung des Rotmilans haben zur Ernennung zum Vogel des Jahres 2000 geführt.
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