Braunkehlchen im Lungau

Gefährdet ein regionales Milchprodukt die Braunkehlchenpopulation?

Katharina Loupal

Im Lungau gibt es die letzte größere Population von Braunkehlchen (Saxicola rubetra) in Salzburg. Für diese "Restpopulation" laufen seit Jahren Schutzbemühungen durch das Land Salzburg und BirdLife Österreich. Nun könnte die Population weiter in Gefahr geraten. Denn 2017 wurde von der SalzburgMilch eine neue Produktpalette mit dem Titel „Reine Lungau“ auf den Markt gebracht.

Die Milch stammt aus der Region des Biosphärenparks Lungau und steht durch Verwendung von ausschließlich regionalen Futtermitteln für Nachhaltigkeit. Um die Nachhaltigkeit der neuen Milch auch für die Biodiversität zu überprüfen, wurden die Braunkehlchenbestände und Mahdzeitpunkte der teilnehmenden Betriebe erhoben, um positive Entwicklungen zu belegen oder um negativen Entwicklungen frühzeitig gegensteuern zu können.

Es zeigte sich, dass die Braunkehlchenreviere in den letzten sieben Jahren um ein Drittel zurückgegangen sind, und zwei Drittel der verbliebenen Reviere von unverpaarten Männchen besetzt werden. Dieser eklatante Mangel an Weibchen ist möglicherweise durch Mortalität auf dem Nest zurückzuführen, wenn die Mahd während der Bebrütungsphase stattfindet. 

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Mahdtermine als großes Problem

Die Intensivierung der Wiesenbewirtschaftung ist in den letzten Jahren im gesamten Lungau fortgeschritten, der mittlere Mahdtermin war um zehn Tage früher als noch 2011. Besonders früh wurden die Flächen der "Reinen Lungau" gemäht, am 2. Juni waren bereits 50% davon gemäht.

Das Fazit: Eine wirklich nachhaltige Produktion einer regionalen Milch wird nur möglich sein, wenn auch auf die spezischen Naturschutzinteressen in der Region Rücksicht genommen wird.

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