Hoffnungsträger Kiebitz

Schutzprojekt zeigt wie Überleben des Agrarvogels gesichert wird!

Katharina Loupal

Die Feld- und Wiesenvögel befinden sich europaweit im Sinkflug Sie sind in den letzten 20 Jahren um 42% zurückgegangen. (Lesen Sie mehr) Doch gezielte Vogelschutzprogramme lassen einen sanften Hoffnungsschimmer zu: Seit 2016 setzt BirdLife gemeinsam mit dem Naturpark Obst-Hügel-Land in Oberösterreich erfolgreiche Kiebitz-Schutzprojekte um, wodurch wertvolle Beiträge zur Bestandserholung dieser bedrohten Vogelart geleistet werden.

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Kiebitz als „Sorgenkind“

Im März kehren die Kiebitze aus ihren Winterquartieren zurück, um über Äckern mit laut wummernden Flügelschlägen ihre Reviere zu besetzen. Als Feldvögel errichten sie ihre Nester in der offenen Agrarlandschaft, was ihnen zur Zeit der intensiven Landwirtschaft zum Verhängnis wird: Durch die häufige Bewirtschaftung der Felder werden die gut getarnten Kiebitz-Nester zerstört und zahlreiche flugunfähigen Jungvögel getötet. Die kleinen Kiebitz-Küken haben in der „modernen“ Landwirtschaft ohne Hilfe kaum Chancen zu überleben.

Beratung und Beteiligung der Landwirte

BirdLife-Mitarbeiter behalten das Brutgeschehen von Kiebitz-Familien im Auge und verhandeln mit den Flächeninhabern, wie die gefährdeten Feldvögel mit einfachen Maßnahmen unterstützt werden können. Die Düngung von bereits bekannten Kiebitz-Feldern erfolgt möglichst frühzeitig vor Brutbeginn, um die Beeinträchtigungen zu minimieren. Für neue Neststandorte wird eine Verzögerung der Maisaussaat bis 10. Mai verhandelt, um so das Erstgelege der Kiebitze zu retten. Zur finanziellen Entschädigung werden einjährige Vertragsnaturschutz-vereinbarungen mit dem Land Oberösterreich empfohlen.

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„Rettungsinseln“ für Kiebitz-Familien

Wenn die großflächigen Schutzmaßnahmen für Landwirte nicht umsetzbar sind, so helfen BirdLife-Mitarbeiter auch für kleinflächige Lösungen aus: Sie markieren den Standort von Nestern, die aus der Nutzung genommen und dabei kleinräumig umfahren werden. Bereits eine Aussparung von rund 15 m² um Kiebitz-Nester ermöglicht dem gefährdeten Feldvogel das Überleben. 

In der Brutsaison 2018 konnte durch diese Maßnahme 13 Kiebitz-Nester erfolgreich geschützt werden. 

Dieses Schutzprojekt in Oberösterreich zeigt im Kleinen, was im Großen möglich ist. Eine verbesserte Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern kann unsere gefährdeten Feld- und Wiesenvögel retten. Viele Landwirte sind dazu bereit, jedoch muss die Politik hier den notwendigen Rahmen geben: Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an den Agrarsubventionen in der EU von 2021-2027, wobei entschieden wird wofür Landwirte zukünftig Förderungen erhalten werden. BirdLife macht Druck und setzt sich ein, damit wirksame naturschutzfachliche Maßnahmen gefördert werden.

BirdLife dankt Phytopharma für die "Initiative für Kiebitzfamilien": Durch gezielte Ansprache der Öffentlichkeit wird mitgeholfen die Gesellschaft für Natur- und Artenschutz zu sensibiliseren. 

"Das erfolgreiche Kiebitz-Schutzprojekt macht Hoffnung für die Zukunft."

Karin Garstenauer (Geschäftsführung Phytopharma)

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