Wiesenvogelbeauftragte

BirdLife und Land Tirol werben Landwirte an, um Wiesen vogelfreundlich zu bewirtschaften

Katharina Loupal

Schon lange zählt das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) in Tirol zu den stark gefährdeten Vogelarten. Gemeinsam mit BirdLife setzt sich das Land Tirol für den Erhalt der letzten Populationen des kleinen unscheinbaren Wiesenvogels ein. In den letzten, für Mitteleuropa einzigartigen Braunkehlchen-Gebieten mit bis zu 100 Brutpaaren sind seit 2015 Wiesenvogelbeauftragte aktiv. Eine spezielle Förderung im Rahmen des ÖPUL (Österreichisches Programm für eine umweltgerechte Landwirtschaft) unterstützt Maßnahmen in der Bewirtschaftung zum Schutz von Wiesenvögeln und zur Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft. 

Braunkehlchen stark gefährdet

Laut Katharina Bergmüller, Leiterin der Landesstelle BirdLife Tirol isind seit den 1970er Jahren sind starke Rückgänge der Braunkehlchen-Bestände zu verzeichnen. Früher in ganz Tirol weit verbreitet, sind heute nur noch im Oberen Gericht, Außerfern und in Osttirol nennenswerte Populationen erhalten.

Tirol ist in Bezug auf die Vögel der mitteleuropäischen Kulturlandschaft aber keine Ausnahme. Seit Jahren verzeichnet BirdLife mit den regelmäßigen Erhebungen für den Farmland Bird Index einen Negativtrend bei den häufigen Vogelarten der Kulturlandschaft: Dabei sind 44% der Bestände von Braunkehlchen, Feldlerche, Wachtel und anderen bodenbrütenden Vogelarten seit 1998 verschwunden.

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Konkrete Maßnahmen zum Vogelschutz

Schutzgebiete und gesetzliche Regelungen alleine reichen für die Erhaltung der Artenvielfalt und für die Bestandssicherung der Wiesenvögel nicht aus. Beim Erhalt der Lebensräume spielt auch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung eine wesentliche Rolle. Bäuerinnen und Bauern, die Felder in den Brutgebieten von Wiesenvögeln bewirtschaften, können eine Förderung in Anspruch nehmen, wenn sie sich dafür entscheiden, die Felder später zu mähen oder andere Maßnahmen zum Vogelschutz zu setzen.

Die Wiesenvogelbeauftragte kontaktieren die Landwirte in diesen Gebieten persönlich, klären über die Situation des Braunkehlchens und anderer Wiesenvögel sowie mögliche Fördermaßnahmen auf und helfen bei der Abwicklung.

Nicht nur das Braunkehlchen ist betroffen

Das Braunkehlchen gilt als Schirmart für die artenreiche Kulturlandschaft. Wie viele andere, gefährdete Kulturlandschafts-Vögel ist es auf extensiv genutzte Wiesen, Feldstadel, kleine Gebüsche und nicht genutzte Randstrukturen angewiesen. 

Heute finden Bodenbrüter wie die Feldlerche (Bild rechts), Braunkehlchen oder Wachtel vielfach keine angemessenen Lebensbedingungen mehr vor. Das wollen wir durch Bewusstseinsbildung und Anreize für eine spätere Mahd, vermehrte Wiesenraine und Landschaftselemente ändern und so den Bestand der Wiesenvögel nachhaltig sichern!

Auch die Salzburger Braunkehlchen sind gefährdet! Mehr Informationen lesen Sie HIER. 

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