Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)
Eine "unechte" Meise
Kennzeichen
Die Schwanzmeise ist sehr klein, von rundlicher Gestalt und besitzt einen unverwechselbaren langen, dunklen Schwanz, der 60% der Länge des Vogels ausmacht. Der Schnabel ist hingegen sehr kurz und spitz. Unterseits ist sie hell gefärbt mit weißer Kehle und zart rostbraunem Bauch, oberseits schwarz mit rotbraunen Schulterfedern. In Europa gibt es mehrere Unterarten, unsere Brutvögel gehören zur Unterart europaeus, die in zwei Varianten auftritt: Bei der häufigeren streifenköpfigen Form zieht sich ein breites Band wie überdimensionale Augenbrauen durch das weiße Gesicht, die weißköpfige Form hat fast keine Zeichnung am weißen Kopf. Die nordosteuropäische Unterart caudatus zeigt sich ebenfalls ganz weißköpfig und ist deshalb schwer von unseren weißköpfigen Schwanzmeisen zu unterscheiden.
Verwechslungsgefahr
Schwanzmeisen sind optisch mit keinen anderen Vogelarten zu verwechseln.
Schwanzmeisen sind eher selten allein unterwegs.
Stimme
Von der Schwanzmeise sind oft schon die zirpenden oder rollenden Rufe zu hören, bevor man sie sieht: langgezogen und relativ tief zrrrr, zrrrr oder sehr hoch und gereiht zirp-zirp., Der Gesang ist nicht häufig zu hören und besteht aus einer unregelmäßigen schnellen Folge kurzer kratzender, trillernder und pfeifender Elemente.
Nahrung
Schwanzmeisen fressen kleine Insekten und deren Larven oder Eier sowie Spinnen und andere Kleintiere. Mitunter werden aber auch kleine Knospen, Beeren, Flechten oder Algenstückchen verzehrt. An Futterstellen fressen Schwanzmeisen Fettfutter wie Meisenknödel oder Fettblöcke, kleine Nussstückchen und Insektenfutter.
Wissenswertes
Die Schwanzmeise ist keine echte Meise. Das heißt, sie gehört nicht zur Vogelfamilie der Meisen (Paridae) sondern zu den Schwanzmeisen (Aegithalidae), von denen es weltweit nur 15 Arten gibt. Alleine sieht man Schwanzmeisen übrigens fast nie, in Gruppen von 5-30 Individuen verteidigen sie gemeinsam ein Revier, halten mit ihren Rufen immer Kontakt und schlafen auch eng zusammengekuschelt an ihrem geschützten Schlafplatz – ein wirksamer Kälteschutz, der für die kleinen Vögel in kalten Nächten überlebenswichtig ist!
Verhalten
Die Schwanzmeise turnt noch geschickter als Meisen an kleinsten Ästen und Zweigen, um sie nach Insekten abzusuchen. Außerhalb der Brutzeit ist sie nur in Trupps unterwegs, zur Brutzeit sondern sich einzelne Paare ab und besetzen innerhalb des Schwarmreviers Nestreviere, wo sie in dichten Büschen oder auf Bäumen ihr überaus kunstvolles Nest errichten, das aus Moos, feinen Pflanzenfasern, Spinnweben und Flechten gebaut wird und durch die Flechtenverkleidung gut getarnt ist. Nach dem Schlupf beteiligen sich nicht selten Nichtbrüter und erfolglose Paare des Schwarmes an der Aufzucht. So können dann die erfolgreichen Paare die große Schar mit 8-12 Jungvögeln erfolgreich aufziehen und die hohen Verluste während der Brutzeit wieder ausgleichen.
Helfen
Schwanzmeisen besuchen Futterstellen nicht regelmäßig, doch kommt es immer wieder vor, dass eine Futterstelle im Streifgebiet eines Schwarmes liegt und dann vor allem Fettfutter gerne angenommen wird. Alte verwilderte Gärten bieten ihr sogar geeignete Brutmöglichkeiten. Im Frühling kann man eventuell Moos für den Bau ihres Nestes bereitstellen.
Informationen zur Winterfütterung finden Sie hier: Vogelfreundliche Winterfütterung
Fotos © J. Hohenegger, L. Lugerbauer, H. Assil / Quellen für alle Vogelporträts