Flussuferläufer
Actitis hypoleucos


Flussuferläufer - Gesang
Status
regelmäßiger Brutvogel
Bestandstrend
Abnehmend
Rote Liste (AT)
Stark gefährdet
Bestandszahl
430 – 630 Brutpaare
Ampelliste
Rot
Rote Liste (weltweit)
Least concern (LC)
Wie erkenne ich einen Flussuferläufer?
Der Flussuferläufer ist ein kleiner, kurzbeiniger Vogel mit graubrauner Oberseite und scharf abgegrenzter weißer Unterseite. Charakteristisch ist der weiße Keil an den Brustseiten, der vom Bauch aufwärts reicht und Brust sowie Flügel voneinander trennt („Hosenträger“). Sein Schwanz ist vergleichsweise lang, die Flügelspitzen ragen deutlich hervor. Im Flug fällt der markante weiße Flügelstreif sofort ins Auge.
Wird häufig verwechselt mit
Der Flussuferläufer kann in Österreich leicht mit dem Bruchwasserläufer oder dem Waldwasserläufer verwechselt werden. Beide Arten unterscheiden sich jedoch deutlich: sie zeigen keinen Flügelstreif. Der Bruchwasserläufer hat längere, grünliche Beine und wirkt insgesamt heller gefärbt mit deutlicher Fleckung. Der Waldwasserläufer hingegen wirkt insgesamt dunkler als der Flussuferläufer.
Stimme
Der Ruf des Flussuferläufers klingt hoch und aufgeregt „Hii-di-diii“, wobei die erste Silbe betont wird. Diesen charakteristischen Ruf stößt der Flussuferläufer im Abflug aber auch im Sitzen aus, und ist sehr ähnlich dem Gesang
Lebensraum
Der Flussuferläufer lebt an natürlichen, kies- und sandreichen Ufern von Fließgewässern mit spärlicher Ufervegetation, wobei vorwiegend (mittel-) große Flüsse bewohnt werden.
Nahrung
Auf dem Speiseplan stehen Insekten (vorwiegend Käfer und Fliegen), die direkt von der Bodenoberfläche aufgelesen oder gefangen werden. Seltener aber auch Insektenlarven und kleine Fische.
Verhalten
Auffällig ist sein häufiges Wippen mit seinem Schwanz. Bei kurzen Flügen fliegt der Flussuferläufer oft mit stark gewölbten Flügeln schaukelnd knapp über dem Wasser. Gerne sitzt er auf etwas erhöhten Plätzen am Wasser, wie z. B. Baumstämmen und Steinen. Das Nest wird gerne in Deckung wie Treibholz oder Büschen angelegt – sofern vorhanden.
Haben Sie das gewusst?
„Flussuferläufer können nicht nur fliegen, sondern auch schwimmen und tauchen, was sie aber selten tun. Noch nicht flugfähige Küken schwimmen häufiger als adulte Vögel.“
Katharina Bergmüller
Leitung Fachbereich Naturschutz
Was kann ich tun?
Um den gefährdeten Flussuferläufer zu schützen, muss man seine Lebensräume erhalten und wiederherstellen, insbesondere dynamische Kies- und Schotterbänke. Diese müssen zur Brutzeit von April bis Juli auch insofern geschützt werden, sodass Störungen durch Menschen (mit Hunden) ausgeschlossen werden können. Bitte bewegen Sie sich immer auf ausgewiesenen Wegen und ziehen Sie sich zurück, nehmen Sie auf Kiesbänken aufgeregte Altvögel wahr.
Verbreitung
Die Lebensraumansprüche des Flussuferläufers spiegeln sich in der Verbreitung in Österreich, die sich auf die (mittel)großen Flüsse mit grobem Geschiebe konzentriert, wider: Der Schwerpunkt liegt im Alpenraum und Alpenvorland, als Brutvogel fehlt er nur im Burgenland und Wien. Aber auch dort kann er als Durchzügler an Flüssen beobachtet werden.
Diese Verbreitungskarte stammt aus dem Österreichischen Brutvogelatlas 2013-2018 der 2024 im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien erschienen ist.

Eigenschaften
- Familie
- Schnepfenvögel (Scolopacidae)
- Gattung
- Uferläufer (Actitis)
- Zugverhalten
- Kurz- bis Langstreckenzieher
- Überwinterungsort
- Südeuropa und Afrika
- Länge
- 19 – 21 cm
- Spannweite
- 38 – 41 cm
- Gewicht
- 40 – 60 g
- Höchstalter EURING
- 22 Jahre 6 Monate
- Brutort
- Im Kies oder in schütterer Vegetation
- Jahresbruten
- 1
- Gelegegröße
- 4 (3) Eier
- Brutdauer
- 21 – 22 Tage
- Nestlingszeit
- 26 – 28 Tage (Führungszeit)
Publikationen

Österreichischer Brutvogelatlas
Die Publikation "Österreichischer Brutvogelatlas 2013–2018" stellt 235 Vogelarten vor, die von 2013 bis 2018 in Österreich brüteten sowie ehem. und mögliche Brutvögel. Aktuell ist er ausverkauft.
