Teichrohrsänger

Acrocephalus scirpaceus

  • Status

    Diese Einstufungen basieren auf der Artenliste der Avifaunistischen Kommission Österreich (Jänner 2024).

    regelmäßiger Brutvogel

  • Bestandstrend

    Diese Daten beschreiben Langzeittrends und stammen aus dem Österreichischen Brutvogelatlas (2013-2018).

    Abnehmend

  • Rote Liste (AT)

    Diese Daten stammen aus der Roten Liste Österreich (2017).

    Nicht gefährdet

  • Bestandszahl

    Diese Daten stammen aus dem Österreichischen Brutvogelatlas (2013-2018).

    48.000 – 65.000 Brutpaare

  • Ampelliste

    Diese Daten stammen aus der von BirdLife Österreich erstellten Ampelliste (Liste der Vögel mit prioritärem Schutzbedarf).

    Grün

  • Rote Liste (weltweit)

    Diese Daten stammen aus der Roten Liste der IUCN.

    Least concern (LC)

Wie erkenne ich einen Teichrohrsänger?

Die Oberseite dieser schlichten, nicht gestreiften Rohrsängerart ist warm olivbraun; bei adulten Tieren mit warmer grauer Tönung, im Jugendkleid mit leicht rostbraunem Farbstich. Die Unterseite ist hell mit weißlicher Kehle und mehr oder weniger stark ausgeprägten rostig-beigen Flanken.

Wird häufig verwechselt mit

Die Art hat große Ähnlichkeit mit dem Sumpfrohrsänger, vor allem einjährige Individuen sind leicht zu verwechseln. Der Teichrohrsänger hat einen längeren Schnabel und flacheren Kopf, die adulten Sumpfrohrsänger haben eine blassere, olivbraune Oberseite, oft mit einem leichten, aber deutlichen Grünstich. Einfacher ist es sie anhand des Gesanges zu unterscheiden. Im Gegensatz zum monotonen Teichrohrsängergesang, besteht der lebhafte und sehr variantenreiche Gesang des Sumpfrohrsängers immer aus meisterhaften Imitationen von Gesängen und Rufen anderer Vogelarten.

Stimme

Der gleichmäßige Gesang besteht aus einer bis zu 20 Sekunden langen rhythmischen Abfolge von knarrenden und quietschenden Klängen, die in der Regel 2 bis 3mal wiederholt werden. Manchmal sind Imitationen anderer Arten darunter.

Lebensraum

Brutvogel von überflutenden Schilfbeständen, sei es an Seeufern und Teichen, Altarmen oder temporär überschwemmten Feuchtgebieten. Braucht dicht stehende Schilfhalme, um daran sein kunstvoll geflochtenes Nest aufzuhängen.

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Nahrung

Wie bei verwandten Rohrsängerarten besteht die Nahrung vorwiegend aus kleinen Gliederfüßern (2-5 mm groß), deren Larven, sowie aus Schnecken. Oft frisst der Teichrohrsänger Mücken und Fliegen, die er geschickt springend mit mehr oder weniger Flügeleinsatz erbeutet. Er jagt am liebsten im oberen Bereich des Röhrichts und selten am Boden.

Verhalten

Eine wichtige Anpassung an sein Habitat ist das vertikale Hochklettern an Schilfhalmen, wozu ihn seine langen Beine und seine kräftigen Hinterzehen befähigen. Die Art ist weitgehend monogam und beide Geschlechter beteiligen sich an der Fütterung der Jungen.

Haben Sie das gewusst?

Vitale Schilfgebiete können extrem insektenreich sein und dann extrem viele Teichrohrsänger beherbergen. So wurden am Neusiedler See Anfang der 1990er Jahre in Altschilfflächen mehr als 20 Reviere/ha festgestellt.

Erwin Nemeth

Fachbereich Naturschutz

Was kann ich tun?

Um den Teichrohrsänger zu unterstützen sind Uferabschnitte mit größeren Schilfbeständen notwendig, die wenn überhaupt nicht vollständig und nicht jährlich, sondern nur alle drei Jahre oder seltener gemäht werden sollten.

Verbreitung

In Österreich besiedelt der Teichrohrsänger vor allem gewässerreiche Landschaften in tieferen Lagen, wobei die pannonische Region von besonderer Bedeutung ist. Innerhalb der Alpen brütet er nur lokal, bevorzugt in Talböden und Beckenlagen. Über 90 % des österreichischen Bestandes leben im Schilfgürtel des Neusiedler Sees (Burgenland), wo der Teichrohrsänger die mit Abstand häufigste Singvogelart ist und nahezu flächendeckend vorkommt.

Diese Verbreitungskarte stammt aus dem Österreichischen Brutvogelatlas 2013-2018 der 2024 im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien erschienen ist.

Eigenschaften

Familie
Rohrsängerartige (Acrocephalidae)
Gattung
Rohrsänger (Acrocephalus)
Zugverhalten
Langstreckenzieher
Überwinterungsort
West- und Zentralafrika
Länge
13 cm
Spannweite
17 – 21 cm
Gewicht
12,3 g
Höchstalter EURING
19 Jahre 1 Monate
Brutort
An Schilfhalmen meist zwischen 60-80 cm über dem Boden
Jahresbruten
1 – 2
Gelegegröße
3 – 5 Eier
Brutdauer
10 – 13 Tage
Nestlingszeit
9 – 13 Tage

Podcast

Publikationen

Die Vogelwelt des Neusiedler See Gebietes

Die neue Publikation »Die Vogelwelt des Neusiedler See Gebietes« stellt alle 371 Vogelarten, die im Gebiet des Nationalparkes nachgewiesen sind, in ausführlichen Artporträts dar. Preis: € 95.

Dieses Vogelportrait ist im Rahmen des Projekts "Stillgewässer in Österreich" entstanden, das durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert wird.