Teichrohrsänger
Acrocephalus scirpaceus




Status
regelmäßiger Brutvogel
Bestandstrend
Abnehmend
Rote Liste (AT)
Nicht gefährdet
Bestandszahl
48.000 – 65.000 Brutpaare
Ampelliste
Grün
Rote Liste (weltweit)
Least concern (LC)
Wie erkenne ich einen Teichrohrsänger?
Die Oberseite dieser schlichten, nicht gestreiften Rohrsängerart ist warm olivbraun; bei adulten Tieren mit warmer grauer Tönung, im Jugendkleid mit leicht rostbraunem Farbstich. Die Unterseite ist hell mit weißlicher Kehle und mehr oder weniger stark ausgeprägten rostig-beigen Flanken.
Wird häufig verwechselt mit
Die Art hat große Ähnlichkeit mit dem Sumpfrohrsänger, vor allem einjährige Individuen sind leicht zu verwechseln. Der Teichrohrsänger hat einen längeren Schnabel und flacheren Kopf, die adulten Sumpfrohrsänger haben eine blassere, olivbraune Oberseite, oft mit einem leichten, aber deutlichen Grünstich. Einfacher ist es sie anhand des Gesanges zu unterscheiden. Im Gegensatz zum monotonen Teichrohrsängergesang, besteht der lebhafte und sehr variantenreiche Gesang des Sumpfrohrsängers immer aus meisterhaften Imitationen von Gesängen und Rufen anderer Vogelarten.
Stimme
Der gleichmäßige Gesang besteht aus einer bis zu 20 Sekunden langen rhythmischen Abfolge von knarrenden und quietschenden Klängen, die in der Regel 2 bis 3mal wiederholt werden. Manchmal sind Imitationen anderer Arten darunter.
Lebensraum
Brutvogel von überflutenden Schilfbeständen, sei es an Seeufern und Teichen, Altarmen oder temporär überschwemmten Feuchtgebieten. Braucht dicht stehende Schilfhalme, um daran sein kunstvoll geflochtenes Nest aufzuhängen.
Nahrung
Wie bei verwandten Rohrsängerarten besteht die Nahrung vorwiegend aus kleinen Gliederfüßern (2-5 mm groß), deren Larven, sowie aus Schnecken. Oft frisst der Teichrohrsänger Mücken und Fliegen, die er geschickt springend mit mehr oder weniger Flügeleinsatz erbeutet. Er jagt am liebsten im oberen Bereich des Röhrichts und selten am Boden.
Verhalten
Eine wichtige Anpassung an sein Habitat ist das vertikale Hochklettern an Schilfhalmen, wozu ihn seine langen Beine und seine kräftigen Hinterzehen befähigen. Die Art ist weitgehend monogam und beide Geschlechter beteiligen sich an der Fütterung der Jungen.
Haben Sie das gewusst?
„Vitale Schilfgebiete können extrem insektenreich sein und dann extrem viele Teichrohrsänger beherbergen. So wurden am Neusiedler See Anfang der 1990er Jahre in Altschilfflächen mehr als 20 Reviere/ha festgestellt.“
Erwin Nemeth
Fachbereich Naturschutz
Was kann ich tun?
Um den Teichrohrsänger zu unterstützen sind Uferabschnitte mit größeren Schilfbeständen notwendig, die wenn überhaupt nicht vollständig und nicht jährlich, sondern nur alle drei Jahre oder seltener gemäht werden sollten.
Verbreitung
In Österreich besiedelt der Teichrohrsänger vor allem gewässerreiche Landschaften in tieferen Lagen, wobei die pannonische Region von besonderer Bedeutung ist. Innerhalb der Alpen brütet er nur lokal, bevorzugt in Talböden und Beckenlagen. Über 90 % des österreichischen Bestandes leben im Schilfgürtel des Neusiedler Sees (Burgenland), wo der Teichrohrsänger die mit Abstand häufigste Singvogelart ist und nahezu flächendeckend vorkommt.
Diese Verbreitungskarte stammt aus dem Österreichischen Brutvogelatlas 2013-2018 der 2024 im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien erschienen ist.

Eigenschaften
- Familie
- Rohrsängerartige (Acrocephalidae)
- Gattung
- Rohrsänger (Acrocephalus)
- Zugverhalten
- Langstreckenzieher
- Überwinterungsort
- West- und Zentralafrika
- Länge
- 13 cm
- Spannweite
- 17 – 21 cm
- Gewicht
- 12,3 g
- Höchstalter EURING
- 19 Jahre 1 Monate
- Brutort
- An Schilfhalmen meist zwischen 60-80 cm über dem Boden
- Jahresbruten
- 1 – 2
- Gelegegröße
- 3 – 5 Eier
- Brutdauer
- 10 – 13 Tage
- Nestlingszeit
- 9 – 13 Tage
Podcast
Publikationen

Dieses Vogelportrait ist im Rahmen des Projekts "Stillgewässer in Österreich" entstanden, das durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert wird.
