Eine Wiese in Sierndorf, die BirdLife Österreich renaturieren möchte.

Projekt "A gmahde Wiesn"

Ein Projekt zur Wiederherstellung wertvoller Feuchtlebensräume in Niederösterreich.

© Thomas Zuna-Kratky

Feuchtwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas – doch sie sind in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Auch in Niederösterreich sind viele dieser wertvollen Flächen verschwunden: Einst wurden Feuchtwiesen traditionell als Streuwiesen genutzt oder extensiv mit Rindern und Pferden beweidet. Diese schonende Bewirtschaftung erhielt offene, artenreiche Landschaften und schuf Lebensräume für zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Mit der Intensivierung der Landwirtschaft wurden viele Feuchtflächen jedoch entwässert, Sutten verfüllt und anschließend ackerbaulich genutzt. Gleichzeitig führte der Rückgang der Viehhaltung und die schwierige Bewirtschaftbarkeit vieler Standorte dazu, dass Flächen aufgegeben wurden und zunehmend verbuschten.

Mit dem Verlust dieser Lebensräume verschwanden auch wichtige Rückzugsorte für zahlreiche gefährdete Arten – darunter Bekassine, Tüpfelsumpfhuhn, Wachtelkönig sowie seltene Pflanzenarten wie Wiesen-Alant und Sibirische Schwertlilie.

Ziel des Projekts

BirdLife Österreich setzt gemeinsam mit dem Verein AURING ein Projekt zur ökologischen Wiederherstellung degradierter Feuchtflächen um. An drei Standorten in Niederösterreich werden wertvolle Lebensräume wiederhergestellt und langfristig gesichert.

Die Maßnahmen umfassen unter anderem:

  • Wiederaufnahme einer extensiven Pflege durch Mahd

  • Entfernung von Gehölzen auf verbrachten Feuchtflächen

  • Vertiefung von Sutten, um länger Wasser führende Feuchtbereiche zu schaffen

  • Pflege von Kopfweiden als wertvolle Strukturelemente

  • Wiederherstellung von Amphibien-Laichgewässern

Damit entstehen wieder geeignete Lebensräume für seltene und gefährdete Arten der Feuchtwiesen und Auenlandschaften.

Die Projektstandorte

Moosbrunn – Feuchte Ebene

Im Gemeindegebiet Moosbrunn befindet sich eine der größten Sutten der Region. Wie viele andere Kleingewässer führt sie aufgrund veränderter hydrologischer Bedingungen – unter anderem durch ein Absinken des Grundwasserstandes und zunehmende Verdunstung infolge der Klimaerwärmung – heute häufig nicht mehr lange genug Wasser.

Gerade für Arten wie Bekassine und Tüpfelsumpfhuhn ist jedoch ein ausreichend lange wasserführender Lebensraum während der Brutzeit entscheidend.

Geplante Maßnahmen:

  • Vertiefung der Sutte zur Verlängerung der Wasserführung

  • Verbesserung der Lebensraumbedingungen für typische Feuchtgebietsarten

Hohenau an der March – Flur „Hrudka“

Die Feuchtfläche in der Flur „Hrudka“ liegt eingebettet in einem abwechslungsreichen Landschaftsmosaik aus Feuchtwiesen und Äckern. Aufgrund fehlender Bewirtschaftung ist die Fläche jedoch stark verbracht und zunehmend von Gehölzen überwachsen.

Durch die Wiederaufnahme einer extensiven Pflege soll sich langfristig wieder eine naturschutzfachlich wertvolle Auenwiese entwickeln.

Geplante Maßnahmen:

  • Entfernung von Gehölzen und Wiederfreistellung der Feuchtfläche

  • Erstpflege durch Mahd

  • Etablierung einer regelmäßigen extensiven Bewirtschaftung

  • Förderung von Lebensräumen für Bekassine und Tüpfelsumpfhuhn

Sierndorf an der March – wertvolle Auenwiesen entlang der March

Das Projektgebiet in Sierndorf zählt zu den bedeutendsten erhalten gebliebenen Auenwiesengebieten entlang der oberen March-Auen und umfasst rund 13 Hektar.

Auf vielen Flächen wurde die traditionelle Bewirtschaftung jedoch aufgegeben, wodurch wertvolle Wiesen zunehmend verbrachten. Durch gezielte Pflegemaßnahmen sollen diese Lebensräume wiederhergestellt und langfristig erhalten werden.

Projektpartner ist die Gemeinde Jedenspeigen.

Geplante Maßnahmen:

  • Entbuschung verbrachter Wiesenflächen

  • Pflege von Kopfweiden als wichtige Landschaftselemente

  • Durchführung einer Erstmahd zur Wiederaufnahme extensiver Heugewinnung

  • Reaktivierung verlandeter Amphibien-Laichplätze durch Vertiefung

Verbesserung des Lebensraums für den Wachtelkönig Das Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.