Vogelsichtungen

Seltene Gäste in Österreich: Vogel-Highlights im Februar

Filip Reiter, Lisa Lugerbauer, Norbert Teufelbauer08.03.2026
Eine Rothalsgans im Burgenland unter anderen Gänsen.
Eine Rothalsgans im Burgenland.
© Béla Andraskay

In unserer monatlichen Reihe "Seltene Gäste in Österreich: Vogel-Highlights im..." stellen wir eine Auswahl der spannendsten Vogelbeobachtungen des letzten Monats vor, die auf ornitho.at bis zum letzten Tag des jeweiligen Monats gemeldet wurden. Diese Meldeplattform dient dazu, wissenschaftlich verwertbare bzw. naturschutzrelevante Daten über Vögel in Österreich zu sammeln. Die Dokumentationen zur Sichtung sehr selten auftretender Vogelarten werden regelmäßig von der Avifaunistischen Kommission Österreich (AFK) überprüft. Bei aktuellen Meldungen ist das noch nicht erfolgt; die Nennung hier erfolgt daher mit Vorbehalt. Über die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlicht die AFK regelmäßig Berichte auf ihrer Website.

Nach einem interessanten Start ins Birdingjahr 2026 hielten sich viele der bereits im Jänner beobachteten Seltenheiten auch im Februar noch in Österreich auf und wurden regelmäßig gesehen. Dabei handelte es sich überwiegend um unregelmäßige Wintergäste, bevor mit dem wärmeren Wetter im März wohl die ersten Frühlingsraritäten folgen dürften.

Breite Palette an Gänsearten

Mit dem weitgehenden Auftauen der Lacken im zentralen Seewinkel/B kehrten auch die letzten überwinternden sowie die ersten durchziehenden Blässganstrupps wieder in das wohl beste Gänsegebiet Österreichs zurück. Auch seltenere Gänsearten fanden so ihren Weg ins Burgenland: Zunächst zwei, später mindestens drei Zwerggänse (Anser erythropus) wurden von mehreren Beobachter:innen festgestellt. Auch eine Rothalsgans (Branta ruficollis) wählte den Seewinkel als Rastplatz. Weiters hielt sich dort über mehrere Tage eine Weißwangengans (Branta leucopsis) auf.

Die dunkelbäuchige Ringelgans (Branta bernicla bernicla), die im Jänner zwischen Purbach und Donnerskirchen/B entdeckt worden war, hielt sich zumindest zu Monatsbeginn noch ebendort auf, ehe sie mit einem Gänsetrupp weiterzog.

Weiterhin anwesende Wasservögel

Sowohl der Eistaucher (Gavia immer), der bereits den Jänner am Wörthersee/K verbracht hatte, als auch jener aus dem Rheindelta/V konnten im Februar erneut beobachtet werden. Selbiges gilt für die Eiderente (Somateria mollissima) im Rheindelta/V. Dort wurde zusätzlich zu dem bereits anwesenden Vogel ein weiteres Individuum der Eisente (Clangula hyemalis) entdeckt.

Kurzzeitig hielten sich zu Monatsbeginn zumindest vier adulte Zwergschwäne (Cygnus columbianus) im Vorarlberger Rheindelta auf und konnten von Interessierten bestaunt werden. Die nun schon altbekannten Singschwäne (Cygnus cygnus), die sich abseits der regelmäßigen Überwinterungsgebiete der Art in Österreich aufhielten, wurden auch diesen Monat wieder zahlreich gemeldet – sowohl die beiden Individuen bei Ardagger Markt/NÖ als auch jene sechs im oberösterreichischen Innviertel.

Haben Sie das gewusst?

"Seltenheiten können im Winter häufig über längere Zeit an einem Ort verweilen, wenn sie ein geeignetes Überwinterungsgebiet mit ausreichend Nahrung und sicheren Rastplätzen gefunden haben. Auch wenn sich dieser Ort außerhalb ihres üblichen Verbreitungsgebietes befindet, bleiben die Vögel dort mitunter bis ins Frühjahr.“

Redaktionsteam

Weitere Raritäten

Abseits der Gewässer hielt sich die Bewegung in der Vogelwelt noch in Grenzen, und so waren es auch hier eher die Raritäten, die etwas regelmäßiger in Österreich zu sehen sind, welche die Herzen höher schlagen ließen. Während sich ein adulter Adlerbussard (Buteo rufinus) den gesamten Februar auf der Parndorfer Platte/B aufhielt und vielfach beobachtet werden konnte, war ein Artgenosse im Weinviertel/NÖ nur kurz zugegen. Auch eine Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) an der Unteren Enns/OÖ/NÖ konnte nur überfliegend festgestellt werden. Komplettiert wird die Liste der Februarseltenheiten abermals von der Schneeammer (Plectrophenax nivalis), die auch in diesem Monat in Niederösterreich nachgewiesen wurde.

Weiters wurden – wie in jedem Vorfrühling – vor allem außeralpin viele durchziehende Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) in Trupps von bis zu mehreren hundert Individuen beobachtet.

Mit meteorologischem Frühlingsbeginn Mitte/Ende März und den ersten Heimkehrern der heimischen Vogelwelt wird der Frühjahrszug in den kommenden Wochen erwartungsgemäß richtig Fahrt aufnehmen. Zwar werden wir uns wohl von einigen Wintergästen verabschieden müssen, doch bleibt zu hoffen, dass durch die zunehmende Bewegung in der Vogelwelt neue Seltenheiten ihren Weg zu uns finden – und entdeckt werden.

Disclaimer

Vogelbeobachtung soll Freude bereiten – aber stets im Einklang mit dem Wohl der Vögel! Ein verantwortungsvolles Verhalten ist dabei unerlässlich. Absichtliche Störungen, das Beineinträchtigen von Lebensräumen sowie das bewusste Aufscheuchen oder Anlocken von Vögeln durch Klangattrappen lehnen wir entschieden ab. Eine „bessere“ Beobachtung oder ein vermeintlich „perfektes“ Foto rechtfertig so ein Verhalten unter keinen Umständen! Bitte bleiben Sie auf ausgeschriebenen und regelmäßig genutzten Wegen und vermeiden Sie das Betreten von Privatgrundstücken oder geschützten Flächen ohne Erlaubnis. Unbedachtes Verhalten kann nicht nur die beobachteten Vögel belasten, sondern auch andere Arten in der Umgebung unnötig stressen. Darüber hinaus sollten Sie als Naturliebhaber:in mit gutem Beispiel vorangehen. Rücksichtnahme ist der Schlüssel zu einem harmonischen Naturerlebnis!

Wir legen Ihnen zudem nahe, Ihre Anreise so klimafreundlich wie möglich zu gestalten – idealerweise ohne CO₂-Emissionen. Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Wenn eine Fahrt mit dem Auto notwendig ist, bilden Sie doch Fahrgemeinschaften – gemeinsam Vögel zu beobachten macht nicht nur mehr Freude, sondern schont auch die Umwelt!

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Béla Andraskay für das Foto.

Beobachtungen wildlebender Vogelarten können an BirdLife über die Meldeplattform www.ornitho.at gemeldet werden. Bei sehr seltenen Vogelarten (oder Unterarten) sollte zusätzlich auch eine Dokumentation bei der Avifaunistischen Kommission von BirdLife erfolgen. Die Überprüfung durch die Kommission ist die Grundlage für die weitere Verwendung dieser Beobachtungen (z. B. in Publikationen aller Art). Welche Arten gemeldet werden sollten, ist hier ersichtlich.