Gartengrasmücke

Sylvia borin

Eine Gartengrasmücke im Garten im Frühling.
Eine Gartengrasmücke gut getarnt in einem Baum.

Gartengrasmücke-Gesang

Benjamin Schmid, XC1041220. Erreichbar unter www.xeno-canto.org/1041220; Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0
  • Status

    Diese Einstufungen basieren auf der Artenliste der Avifaunistischen Kommission Österreich (Jänner 2024).

    regelmäßiger Brutvogel

  • Bestandstrend

    Diese Daten beschreiben Langzeittrends und stammen aus dem Österreichischen Brutvogelatlas (2013-2018).

    Unbekannt

  • Rote Liste (AT)

    Diese Daten stammen aus der Roten Liste Österreich (2017).

    Nicht gefährdet

  • Bestandszahl

    Diese Daten stammen aus dem Österreichischen Brutvogelatlas (2013-2018).

    15.000 – 30.000 Brutpaare

  • Ampelliste

    Diese Daten stammen aus der von BirdLife Österreich erstellten Ampelliste (Liste der Vögel mit prioritärem Schutzbedarf).

    Grün

  • Rote Liste (weltweit)

    Diese Daten stammen aus der Roten Liste der IUCN.

    Least concern (LC)

Wie erkenne ich eine Gartengrasmücke?

Die Gartengrasmücke wirkt insgesamt unauffällig und beinahe etwas „farblos“. Ihr Gefieder ist überwiegend braungrau mit einem leichten Olivton: Rücken, Kopf und Schwanz sind einheitlich gefärbt, die Unterseite ist etwas heller und rahmfarben. Der Schnabel ist relativ kurz und für eine Grasmücke vergleichsweise kräftig. Oft zeigt sich ein angedeuteter heller Überaugenstreif, an den Halsseiten findet sich nicht selten ein leichter grauer Anflug. Männchen und Weibchen der Gartengrasmücke sind gleich gefärbt und kaum zu unterscheiden.

Wird häufig verwechselt mit

Am ehesten kann die Gartengrasmücke optisch mit ihrer nahen Verwandten, der Dorngrasmücke oder auch der Klappergrasmücke verwechselt werden. Aufgrund ihres insgesamt unscheinbaren Erscheinungsbildes sind aber auch Verwechslungen mit anderen eher „merkmallosen“ Arten wie der Nachtigall oder verschiedenen Schwirlen möglich.

Stimmlich stehen Verwechslungen mit der weitaus häufigeren Mönchsgrasmücke, in Ostösterreich auch mit der Sperbergrasmücke an der Tagesordnung.

Stimme

Die Gartengrasmücke hat einen wunderschönen melodischen Gesang, der sich schwer von Mönchsgrasmücke und Sperbergrasmücke unterscheiden lässt. Er ist etwas schneller und voller als jener der Mönchsgrasmücke, auch fehlen die flötenden Schlusstöne, die die Mönchsgrasmücke meist bringt. Im Vergleich zu jenem der Sperbergrasmücke ist der Gartengrasmückengesang etwas tiefer, weniger kratzig und besteht aus längeren Strophen. Der Ruf der Gartengrasmücke erinnert an ein schmatzendes „tschäck“ oder „tscherrt“.

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Lebensraum

Die Gartengrasmücke besiedelt verschiedene Gehölze mit einer dichten, gut ausgeprägten Kraut- und Strauchschicht, bevorzugt an feuchten Standorten oder in Gewässernähe: Von aufgelockerten Laubwäldern, besonders Auwäldern über strauchreiche Waldlichtungen und Waldränder bis hin zu Feld- und Ufergehölzen in der halboffenen Landschaft. In den Alpen steigt sie bis an die Baumgrenze auf, wo vor allem Grünerlen- und Weidengebüsche geeignete Lebensräume bieten. Anders als ihr Name vermuten lässt, hält sie sich nur ausnahmsweise in Gärten auf – allenfalls in größeren Parks und weitläufigen Gärten mit dichtem, strukturreichem Heckenbewuchs.

Nahrung

Ähnlich wie bei anderen Grasmücken stehen Insekten(-Larven), Schnecken und Spinnen auf ihrem Speiseplan, im Sommer und Herbst auch Beeren und Früchte, mit denen sie sich für die Reise in ihr Winterquartier stärkt.

Haben Sie das gewusst?

"Im Sommer und Herbst lassen sich Gartengrasmücken häufig an Holundersträuchern oder Liguster beobachten. Dort fressen sie die reifen Beeren und legen sich Energiereserven für ihren Zug in den Süden an.“

Evelyn Hofer, MSc

Bildung & Vogelschutz ums Haus

Verhalten

Die Gartengrasmücke ist tagaktiv, meist mit einem Aktivitätsgipfel in der morgendlichen Dämmerung und einem am späten Nachmittag. Zur Zugzeit ändert sich das jedoch: Sie zählt zu den Nachtziehern, die überwiegend bei Dunkelheit ziehen. Sie hält sich bevorzugt in dichter Vegetation auf, oft nur in 1-2 m Höhe. Wir haben sie also sozusagen in Augenhöhe, dennoch lebt sie meist gut verborgen und fällt oft nur durch ihren Gesang oder die Rufe auf. Im Brutgebiet legt sie überwiegend nur kurze Flugstrecken zurück.

Ihre Nahrung sucht sie vor allem, indem sie Blätter und Zweige absammelt; gelegentlich erbeutet sie Insekten auch in kurzen Schwirrflügen. Während der Brutzeit sind Gartengrasmücken territorial und verteidigen ihr Revier mit ihrem charakteristischen Gesang.

Was kann ich tun?

Auch wenn Gartengrasmücken nur selten in Gärten brüten, lohnt sich eine naturfreundliche Gartengestaltung – vielleicht lässt sich so doch einmal eine Gartengrasmücke anlocken. Entscheidend sind dichte Hecken aus heimischen Sträuchern, die im Herbst reichlich Beeren als Nahrung bieten und im Frühjahr zugleich eine geschützte Kinderstube ermöglichen. Und wenn keine Gartengrasmücke kommt, dann sicher eine Mönchs- oder Klappergrasmücke!

Verbreitung

In Österreich ist die Gartengrasmücke im ganzen Land vertreten, jedoch nirgendwo besonders häufig und, im Gegensatz zu ihrem Namen, in Gärten eine Rarität.

Auf dieser Karte ist die Verbreitung der Gartengrasmücke in Österreich mit Schwerpunkt auf den West abgebildet.

Eigenschaften

Familie
Grasmückenartige (Sylviidae)
Gattung
Grasmücken (Sylvia)
Zugverhalten
Langstreckenzieher
Überwinterungsort
Afrika
Länge
14 cm
Spannweite
20 – 24,5 cm
Gewicht
14,5 – 24 g
Höchstalter EURING
14 Jahre 10 Monate
Brutort
Nest in Laubhölzern, Sträuchern, Stauden
Jahresbruten
1
Gelegegröße
4 – 5 Eier
Brutdauer
11 – 15 Tage
Nestlingszeit
9 – 14 Tage

Publikationen

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