Misteldrossel

Turdus viscivorus

Misteldrossel - Gesang

Georg Amann, XC775820. Erreichbar unter www.xeno-canto.org/775820
  • Status

    Diese Einstufungen basieren auf der Artenliste der Avifaunistischen Kommission Österreich (Jänner 2024).

    regelmäßiger Brutvogel

  • Bestandstrend

    Diese Daten beschreiben Langzeittrends und stammen aus dem Österreichischen Brutvogelatlas (2013-2018).

    Unbekannt

  • Rote Liste (AT)

    Diese Daten stammen aus der Roten Liste Österreich (2017).

    Nicht gefährdet

  • Bestandszahl

    Diese Daten stammen aus dem Österreichischen Brutvogelatlas (2013-2018).

    80.000–120.000 Brutpaare

  • Ampelliste

    Diese Daten stammen aus der von BirdLife Österreich erstellten Ampelliste (Liste der Vögel mit prioritärem Schutzbedarf).

    Grün

  • Rote Liste (weltweit)

    Diese Daten stammen aus der Roten Liste der IUCN.

    Least concern (LC)

Wie erkenne ich eine Misteldrossel?

Die Misteldrossel ist die größte unter den heimischen Drosseln. Die graubraune Oberseite kontrastiert zur weißlichen bis rahmfarbenen Unterseite, die ein unregelmäßiges Fleckenmuster aufweist. Die dunklen Flecken sind an Kinn und Kehle zugespitzt, an der Vorderbrust dreieckig und weiter hinten rundlich oval oder nierenförmig. Außerdem haben Misteldrosseln einen hellen vertikalen Wangenfleck, an den Brustseiten befindet sich häufig ein dunkler Fleck. Die graubraunen Flügelfedern weisen schmale helle Ränder auf. Unterflügeldecken, Achselfedern und Schwanz-Ecken sind weiß - ein gutes Erkennungsmerkmal fliegender Misteldrosseln.

Wird häufig verwechselt mit

Die zum Verwechseln ähnliche Singdrossel ist deutlich kleiner und an der Oberseite nicht graubraun, sondern mittelbraun gefärbt. Ferner sind bei fliegenden Singdrosseln rostbeige Unterflügeldecken zu erkennen (bei Misteldrosseln sind sie weiß). Singdrosseln weisen unterseits generell pfeilförmige Flecken auf, Misteldrosseln haben an Brust und Bauch runde Flecken. Der Ruf der Singdrossel klingt deutlich weicher und ist viel leiser (meist „tsip“-Rufe) als die trockenen und lauten „zer`r`r`r`r`r“-Rufe der Misteldrossel. Der gänzlich verschiedene Gesang der Singdrossel besteht aus meist zwei- bis dreisilbigen Elementen, die üblicherweise zwei- bis dreimal wiederholt werden, z.B. „Judith, Judith, Judith“, „Krokodül, Krokodül“.

Stimme

Der Gesang der Misteldrossel klingt ähnlich wie jener der Amsel, jedoch wehmütiger und er besteht meist aus kurzen, variablen und lauten Strophen sowie kurzen Pausen. Der Ruf besteht aus einem lang gezogenen, trockenen Scharren, das etwa wie „zer`r`r`r`r`r“ klingt.

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Lebensraum

Nadel- und Mischwälder mit hochstämmigen Altholzbestand, Parks, große Gärten und Alleen bilden den Lebensraum der Misteldrossel. Im Winter kommt sie öfters im Flachland vor und ernährt sich von Mistelbeeren, welche sie gegenüber Nahrungskonkurrenten sogar vehement verteidigen.

Nahrung

Die Nahrung wird meist am Boden aufgenommen, vorzugsweise auf kurzrasigen Wiesen oder Weiden. Während im Frühjahr und Sommer tierische Kost verspeist und an Junge verfüttert wird (Regenwürger, Schnecken, Käfer, Heuschrecken, Ameisen, usw.), ändert sich die Nahrung ab dem Spätsommer hin zu vorwiegend vegetarischer Kost: Vogelkirschen, Brombeeren, Früchte von Holunder, Kernobst, Schneeball, Weißdorn, Eberesche und die namensgebenden Misteln.

Verhalten

Typisch für die Misteldrossel ist die aufrechte Haltung während des Hüpfens und Laufens auf dem Boden, bei Erregung wird der Schwanz ruckartig angehoben. Ihr Flug ist wellenförmig, weil nach längeren Schlagphasen die Flügel für kurze Zeit angelegt werden. Der Reviergesang wird von hohen Singwarten vorgetragen. Das Nest befindet sich im Bergwald meist auf Nadelbäumen, in Niederungen häufiger auf kräftigen Ästen von Laubbäumen. An der Jungenaufzucht beteiligen sich beide Elternteile. Grundsätzlich ist diese Art wenig gesellig, ab Juli sind aber auch größere Trupps unterwegs. Im Winter werden beerentragende Bäume und Sträucher mitunter gegen Artgenossen vehement verteidigt.

Haben Sie das gewusst?

"Mistelbeeren reifen im November und Dezember. Sie sind klebrig-schleimig und werden hauptsächlich durch Misteldrosseln (und Seidenschwänze) verbreitet. Die gefressenen Beeren werden nur zum Teil verdaut. Die unverdauten Anteile mit den Samen gelangen nach der Darmpassage im noch keimfähigen Zustand auf die Zweige."

Auf diesem Foto sehen sie eine BirdLife-Mitarbeiterin namens Lisa Lugerbauer.

Lisa Lugerbauer, BA

Was kann ich tun?

Um Misteldrosseln zu unterstützen, empfiehlt es sich, beerentragende Gehölze anzupflanzen und bereits bestehende alte Streuobstwiesen und Waldwiesen zu erhalten. Mit dem Verzicht auf Pestizide unterstützt man die Biodiversität und kann somit auch die Nahrungsgrundlage der Misteldrossel sichern.

Verbreitung

Diese Verbreitungskarte stammt aus dem Österreichischen Brutvogelatlas 2013-2018 der 2024 im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien erschienen ist.

Eigenschaften

Familie
Drossel (Turdidae)
Gattung
Echte Drosseln (Turdus)
Zugverhalten
Teilzieher
Überwinterungsort
Dauervorkommen (nördliche Population kommt nach Mitteleuropa)
Länge
26–29 cm
Spannweite
42–47,5 cm
Gewicht
110–140 g
Höchstalter EURING
21 Jahre
Brutort
Bäume, hohe Sträucher
Jahresbruten
1–2
Gelegegröße
3–5 Eier
Brutdauer
12–15 Tage
Nestlingszeit
12–15 Tage

Publikationen

Österreichischer Brutvogelatlas

Die Publikation "Österreichischer Brutvogelatlas 2013–2018" stellt 235 Vogelarten vor, die von 2013 bis 2018 in Österreich brüteten sowie ehem. und mögliche Brutvögel. Aktuell ist er ausverkauft.

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Projekts "Vogel-Oasen im Siedlungsraum als nachhaltige Bildungsinitiative", gefördert durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, entstanden.