Wendehals
Jynx torquilla




Wendehals - Gesang
Status
regelmäßiger Brutvogel
Bestandstrend
Unbekannt
Rote Liste (AT)
Gefährdet
Bestandszahl
3.300 – 4.900 Brutpaare
Ampelliste
Gelb
Rote Liste (weltweit)
Least concern (LC)
Wie erkenne ich einen Wendehals?
Der Wendehals zählt zwar zu den Spechten, passt aber so gar nicht in deren typisches Erscheinungsbild. Er zimmert keine eigene Bruthöhle, trommelt nicht, sitzt häufig aufrecht auf Ästen und ist mit etwa 16 cm Körperlänge vergleichsweise klein. Außerdem ist der Wendehals ein Zugvogel (Langstreckenzieher), der bei uns etwa von April bis September anzutreffen ist. Sein ausgezeichnetes Tarngefieder erinnert am ehesten an Baumrinde, und auch sein Habitus ähnelt eher dem einer Drossel als dem eines Spechts. Der Schnabel ist relativ kurz und spitz. Die Geschlechter lassen sich im Feld nicht unterscheiden. Die Oberseite des Wendehals ist grau, die Flügel sind überwiegend braun gefärbt. Im Flug fällt ein dunkelbraunes Band auf dem Rücken auf.
Wird häufig verwechselt mit
Beobachtet man ihn aus der Nähe, ist der Wendehals eigentlich kaum mit einer anderen Vogelart zu verwechseln. Sowohl die Färbung als auch das für einen Specht untypische Verhalten machen ihn zu einem charakteristischen Erscheinungsbild. Sein Gesang ähnelt dem des Baumfalken, klingt jedoch nasaler und klagender und wird manchmal sogar im Duett mit dem Brutpartner vorgetragen.
Stimme
Vor allem im Frühling ist der Wendehals auch aus größerer Entfernung durch sein nasales „Quäken“ gut zu hören. Sichtbeobachtungen sind hingegen deutlich schwieriger – nicht zuletzt wegen seiner hervorragenden Tarnung. Der Gesang ist am ehesten mit dem des Baumfalken zu verwechseln, dieser ruft jedoch weniger nasal und etwas „quietschender“. Andere Lautäußerungen hört man außerhalb der Brutzeit nur selten.
Lebensraum
Der Wendehals besiedelt offene bis halboffene Landschaften mit eingestreuten Bäumen. Dazu zählen bei uns Weingärten, Trockenrasen, Obstwiesen, aber auch Waldränder und Parks. Geschlossene Wälder werden in der Regel gemieden. Wichtig ist, dass im Lebensraum ausreichend Ameisen vorkommen – sie bilden seine Hauptnahrung.
Nahrung
Wie Grün- und Grauspecht ist der Wendehals ein Ameisenspezialist. In geringerem Umfang erbeutet er auch andere Insekten und Spinnen. Von den Ameisen werden meist Larven und Puppen gefressen.
Verhalten
Im Verhalten unterscheidet sich der Wendehals deutlich von unseren anderen Spechtarten: Er hackt weder Löcher in Bäume, noch löst er Rinde von Stämmen, um nach Käfern zu suchen. Häufig sieht man ihn hüpfend am Boden, wo er mit seiner klebrigen Zunge Ameisen aufpickt. Ameisenbauten werden dabei auch mit Schnabelhieben geöffnet.
Haben Sie das gewusst?
"Der Name „Wendehals“ stammt von den ruckartigen Kopfdrehungen, die der Vogel in Bedrohungssituationen zeigt. Dabei dreht und wendet er den Kopf und stellt oft auch die Federn auf, um eine Schlange zu imitieren und so Angreifer abzuschrecken. Auch Jungvögel zeigen dieses Verhalten: nähert man sich einer Bruthöhle oder einem Nistkasten zu auffällig, können sie sogar schlangenähnlich zischen."
Wolfgang Kantner
Leitung Landesstelle Wien
Was kann ich tun?
Der Wendehals braucht abwechslungsreiches Kulturland mit Baumbestand. Wer die Möglichkeit hat, eine Obstwiese zu pflegen, kann entscheidend zum Erhalt geeigneter Lebensräume beitragen. Da der Wendehals keine eigenen Höhlen zimmert, nimmt er auch gerne Nistkästen an.
Verbreitung
Diese Verbreitungskarte stammt aus dem Österreichischen Brutvogelatlas 2013-2018 der 2024 im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien erschienen ist.

Eigenschaften
- Familie
- Spechte (Picidae)
- Gattung
- Jynx
- Zugverhalten
- Langstreckenzieher
- Überwinterungsort
- Sahelzone
- Länge
- 16-17 cm
- Spannweite
- 25-27 cm
- Gewicht
- 30-45 g
- Höchstalter EURING
- 9 Jahre, 10 Monate
- Brutort
- Baumhöhlen
- Jahresbruten
- 1-2
- Gelegegröße
- 7-10 Eier
- Brutdauer
- 12-14 Tage
- Nestlingszeit
- 19-21 Tage
Publikationen

Österreichischer Brutvogelatlas
Die Publikation "Österreichischer Brutvogelatlas 2013–2018" stellt 235 Vogelarten vor, die von 2013 bis 2018 in Österreich brüteten sowie ehem. und mögliche Brutvögel. Aktuell ist er ausverkauft.
