Ausgehend von England, hat die „No-Mow-May-Bewegung“ weite Kreise gezogen und wurde für ein Synonym für naturfreundlichere Gartenpflege. Dahinter steckt viel mehr, als einfach einen Monat lang den Rasen nicht zu mähen – Ziel sind bunte, artenreichere Grünflächen in unseren Gärten und Parks, die seltener gemäht werden und mehr Insekten und andere Tiere anlocken. Denn eine einförmige, stark gedüngte Gräserkultur, wie es nur allzu viele Rasenflächen sind, einen Monat lang nicht zu mähen, bringt für die Artenvielfalt nicht sehr viel.
Buntes Grün
Vorrangig sollte man in seiner Grünfläche Wildblumen dulden, die sich von selber angesiedelt haben und sich über den Blütenschmuck freuen! Eintönige Rasenflächen auf nicht zu nährstoffreichen Standorten lassen sich durch fleckenweise Ansaat einer regionalen Blütenrasenmischung aufwerten. Oder Sie legen mit einer regionalen und standortangepassten Saatgutmischung gleich einen Blütenrasen oder eine Blumenwiese neu an. In jedem Fall hat der Rasenmäher bald ganz selbstverständlich weniger zu tun und bleibt den ganzen Mai untätig – denn wer bringt es schon übers Herz, Veilchen, Vergissmeinnicht, Margeriten oder Wiesenschaumkraut in voller Blüte umzumähen, die so eifrig von Bienen und anderen Insekten besucht werden.
Babybrei für junge Finken
Für unsere Gartenfinken ist es entscheidend, wertvolle Nahrungspflanzen wie Löwenzahn, Wegerich, Schafgarbe oder Reiherschnabel zumindest in Teilen des Gartens zum Blühen und Fruchten kommen zu lassen. Die weichen, milchreifen Samen sind unverzichtbares Jungenfutter für Girlitz, Grünling und Stieglitz. Gerade im Mai und Juni warten deren Jungvögel in den Nestern auf den Babybrei aus zarten unreifen Samen, den ihnen die Eltern bringen.
Seltener Mähen
Mähen gehört zu jedem Rasen und jeder Wiese dazu. Im Vergleich zum monotonen „englischen Rasen“ reduzieren Sie bei Blütenrasen und Wiesen jedoch die Schnitthäufigkeit. Blütenrasen werden nur etwa 5-6 Mal im Jahr gemäht, Blumenwiesen 2-3 Mal. Dabei ist es für die Tierwelt wichtig, nicht die gesamte Fläche auf einmal zu mähen, sondern abschnittsweise und alternierend. Es bleiben immer blühende Teilabschnitte stehen und Insekten und andere kleine Tiere haben jederzeit einen Ausweichraum. Auch bringt das Nebeneinander von häufiger und seltener gemähten Bereichen Vielfalt in den Garten.
Das Mähgut lassen Sie am besten zwei Tage verteilt auf der Fläche trocknen, so dass alle Insekten daraus flüchten können und transportieren es danach ab – langfristig werden Blütenrasen und Wiesen immer bunter, je nährstoffärmer der Boden ist. Gerne können Sie das Mähgut in einer Ecke des Gartens lagern, so kann es noch als Versteck für kleine Tiere dienen. Wenn Sie nicht gerade den Fußballplatz eines Oberligavereins pflegen müssen, sind Rasenroboter keine gute Idee – durch das allzu häufige Mähen haben wertvolle Blumen keine Chance und auf Tiere nehmen die Geräte nicht zuverlässig Rücksicht.
Beispiele für besonders wertvolle Vogelblumen für Wiese und Blütenrasen:
Flockenblumen
Löwenzahn und Herbst-Löwenzahn
Schafgarbe
Wiesen-Witwenblume
Margeriten
Wegeriche
Veilchen
Reiherschnabel
Gänseblümchen




+3











