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PRESSEAUSSENDUNG
Wien, 23.09.2026 – Aufbruchstimmung am Herbsthimmel: Die ersten Kranichtrupps haben Österreich erreicht und läuten damit eines der beeindruckendsten Naturschauspiele des Jahres ein. In den nächsten Wochen werden Tausende dieser eleganten Großvögel unser Land durchqueren. Der Höhepunkt des Auftretens wird zwischen Ende Oktober und Anfang November liegen. Die Kraniche ziehen aus ihren Brutgebieten in Skandinavien und Osteuropa in Richtung ihrer Winterquartiere nach Frankreich, Spanien oder auch Nordafrika. Entlang ihrer Zugrouten sammeln sie sich zu Tausenden an traditionellen Rastplätzen – wie etwa im burgenländischen Seewinkel. Am Himmel sind sie meist in ihren charakteristischen V-Formationen zu beobachten, begleitet von ihren weithin hörbaren trompetenden Rufen. Um den „Kranichzug“ im Herbst noch besser dokumentieren zu können, ruft BirdLife Österreich auch heuer wieder zur Teilnahme an dieser Meldeaktion auf. Sichtungen können ab sofort unter www.birdlife.at/kranich-meldeaktion eingetragen werden – auch das Hochladen von Fotos ist möglich.
Während Kraniche in Österreich nur in sehr kleiner Zahl brüten, spielt unser Land als Rast- und Durchzugsgebiet eine immer wichtigere Rolle. Die meisten nordosteuropäischen Vögel folgen zunächst der baltisch-ungarischen Zugroute bis nach Ostungarn. Von dort erreichen sie den burgenländischen Seewinkel, der sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Rastplatz entwickelt hat. Nach einem Aufenthalt teilt sich der Zug von dort in zwei Hauptachsen: Ein Teil der Vögel zieht nördlich der Alpen über Deutschland weiter nach Frankreich und Spanien, während der andere südwestlich der Alpen und über die östlichen Randalpen über Niederösterreich, die Steiermark und Kärnten weiterzieht. „Der Kranichzug über Österreich ist ein vergleichsweise junges Phänomen. Erst seit den frühen 2000er-Jahren beobachten wir regelmäßig große Trupps, die unser Land auf ihrem Weg nach Südwesteuropa überqueren“, erklärt Matthias Schmidt, Experte für Zugvögel von BirdLife Österreich. An den Rastplätzen erleben Naturbegeisterte ein einzigartiges Spektakel: In der Abenddämmerung treffen oft Hunderte oder sogar Tausende Kraniche gleichzeitig ein. Laut trompetend ziehen die Trupps über die Landschaft, bevor sie schließlich ihre Schlafplätze aufsuchen.
Kraniche erkennen
Der Kranich zählt mit etwa 120 cm Körperhöhe zu den größten Vogelarten hierzulande. Er hat einen schlanken, grauen Körper, lange schwarze Beine und einen langen Hals. Auffällig ist die schwarz-weiße Kopfzeichnung mit dem roten federlosen Scheitel. Spezielle verlängerte Federn bilden ein buschiges, straußenähnliches „Hinterteil“. Auf große Distanz könnte der Kranich mit Reihern, Wildgänsen, Kormoranen oder Störchen verwechselt werden. Im Vergleich zu Kormoranen und Wildgänsen sind Kraniche jedoch deutlich größer und ihre langen Beine sind besonders auffällig – sie ragen im Gegensatz zu Gänsen und Kormoranen im Flug deutlich sichtbar über den Schwanz hinaus. An den Flügelspitzen tragen Kraniche sehr lange Federn, die im Flug – ähnlich wie bei Adlern oder Geiern – weit abgespreizt werden und an „Finger“ erinnern. Ihre Flügel wirken eher eckig, während die von Gänsen und Kormoranen spitzer sind. Reiher wiederum verraten sich durch einen S-förmig eingezogenen Hals, während Kraniche stets mit ausgestrecktem Hals fliegen. Auch an den Rufen sind Kraniche gut zu erkennen: Kranichrufe sind langgezogen und erinnern an ein hohes rollendes Trompeten. Gänse hingegen schnattern, quaken (Graugans), quieken (Blässgans) oder fliegen nahezu lautlos (Saatgans). Kormorane und Störche hingegen rufen im Flug gar nicht. Störche fliegen zudem nie in V-Formationen, sondern sind häufig kreisend in Thermiksäulen zu beobachten.
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Rückfragehinweis
Lisa Lugerbauer, Leitung Kommunikation 1150 Wien, Diefenbachgasse 35/1/6 Mobil: +43 (0) 699 181 555 65 lisa.lugerbauer@birdlife.at
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