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Kärntner-Trio und ein Osttiroler gewinnen 23. Austrian BirdRace

Dr. Susanne Schreiner20.05.2026
Das Gewinner-Trio des 23. Austrian BirdRace 2026.
Das Gewinner-Trio des 23. Austrian BirdRace 2026.
© Philipp Rauscher

PRESSEAUSSENDUNG

BirdLife Österreich meldet trotz Schnee und Wind 235 Vogelarten und 8.098 Euro für den Naturschutz

Wien, 20. Mai 2026 – Trotz Regen, Wind und teilweise Schnee am vergangenen Wochenende zählten 241 Teilnehmende in 112 Teams oder solo beim 23. Austrian BirdRace beeindruckende 235 Vogelarten. In der Relativwertung* der Teams setzte sich das Kärntner Trio „Stauseeläufer“ durch: Mit 96 beobachteten Arten erreichten sie 94,1 Prozent der regionalen Richtmarke. Bei den Solist:innen siegte der junge Osttiroler „BNW-Birder“ Johannes Salcher mit 83 Arten (98,8 Prozent der Richtmarke). Auch in diesem Jahr war das BirdRace ein voller Erfolg für den Naturschutz: Durch Spenden kamen 8.098 Euro zusammen – für die Pflege der BirdLife-Naturschutzfläche in Pfaffstätten in Niederösterreich, um das Refugium für bedrohte Arten weiter aufzuwerten, sowie für den Ankauf neuer Rückzugsräume.

Das Kärntner Team „Stauseeläufer“, bestehend aus Philipp Rauscher, Peter Rass und Werner Petutschnig holte sich beim diesjährigen BirdRace mit 96 Vogelarten den Sieg. In einer ähnlichen Team-Konstellation gelang das zuletzt 2022. Dieses Jahr legten sie in neun Stunden auf ihrer Strecke 19 Kilometer rund um den Völkermarkter Stausee zurück, wo sie für die Region ornithologische Highlights wie Löffler, Rallen- und Kuhreiher sowie Temminckstrandläufer entdecken konnten. Zu ihrem Race sagen sie folgendes: „Wir haben alles rausgeholt, was ging! Morgens war es eiskalt, das war zach. Belohnt wurden wir unverhofft von einem Trupp Rallenreihern, die direkt an uns vorbeiflogen“.

Mit unglaublichen 83 Vogelarten gelang dem Osttiroler Johannes Salcher alias „BNW birder“ der Sieg in der Relativwertung* der Solisten, wo er die Gegend um Lienz unsicher machte. Auf seiner Artenliste stechen die Sichtungen von Blauracke und Gänsegeier heraus.

Die Absolutwertung, sowohl der Teams als auch der Solisten, wurde im Burgenland gewonnen: Das Trio „Nassfußfalken“ bestehend aus Finn Seeger, Moritz Preckel und Lina Schock „erbirdete“ 126 Vogelarten, der Solist Clemens Schlosser alias „ESCapus“ beeindruckte mit 135 Vogelarten. „Dass das Burgenland fast jährlich die höchste Absolutwertung verzeichnet, ist bekannt. Der Seewinkel ist einer der wichtigsten Rastplätze auf dem Zugweg in den Norden – selbst im Mai lockt die Region daher zahlreiche Vögel an, die hier nicht brüten. Dies unterstreicht die besondere Bedeutung dieser Landschaft“, erklärt BirdRace-Initiator Christoph Roland.

Von kreativen „Vögeln“ und den meisten Sängern

Das nasskalte und teils windige Wetter schlug sich auch in den Teamnamen nieder wie „RegenRation statt Regeneration“, „Nassfußfalken“, „Wetterfroschvogel“ und „Nordwind“ beweisen. Zu den Vogelarten, die von den meisten Teilnehmenden gesehen oder gehört wurden, zählten vorwiegend weit verbreitete Singvögel, wie Amsel, Kohlmeise, Mönchsgrasmücke, Stieglitz und Buchfink, aber auch die Ringeltaube wurde von den meisten nachgewiesen.

Seltene Vogelarten

Seltene und schwer zu erfassende Brutvogelarten Österreichs wie Karmingimpel, Waldschnepfe, Blaukehlchen sowie verschiedene alpine Arten wie Mauerläufer, Birkhuhn, Steinadler, Zitronenzeisig und Alpensegler, konnten trotz tiefer Schneefallgrenze ebenso auf die Gesamtliste gesetzt werden wie seltene Gäste. Zu den ornithologischen Highlights aus fremden Regionen zählen Rotflügel-Brachschwalbe, Kleines Sumpfhuhn, Mittelsäger und Zwergschnepfe.

Feuchtgebiete als Hotspot

Die Strecken der Siegerteams und ihrer Artenzahlen betonen wieder einmal die Bedeutung von Feuchtgebieten wie Mooren, Gewässern und Feuchtwiesen: Diese Hotspots für die Vogelbeobachtung wie das Burgenländische Neusiedler See-Gebiet, die Waldviertler Fischteiche, das Vorarlberger Rheindelta, der Völkermarkter Stausee, der Untere Inn in Oberösterreich, die Auen an March, Thaya und Donau in Niederösterreich und Wien oder der Lech und das Ehrwalder Becken in Tirol verdienen als wichtige Rast- und Brutgebiete besonderen Schutz und naturschutzfachliches Management.

DETAILERGEBNISSE: Team-Relativwertung

Den 1. Platz in der Team-Relativwertung* erreichte mit 96 gemeldeten Vogelarten und 94,1 Prozent der Kärntner Richtmarke das Team „Stauseeläufer“ (Philipp Rauscher, Peter Rass, Werner Petutschnig), die sich auf den Völkermarkter Stausee zwischen Brenndorf und der Gurkmündung konzentrierten, innerhalb der 24 Stunden 9 Stunden unterwegs waren und 19 Kilometer zurücklegten. Mit der gleichen Strategie konnten sie bereits 2022 den Sieg in der Team-Relativwertung einheimsen.

Der 2. Platz ging an das Team „Glückskehlchen“ (Ursula Grimm, Birgit Reininger) aus Tirol. Das weibliche Duo „birdete“ in beeindruckenden 15 Stunden in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck Land, Schwaz und Kufstein – alles mit dem Fahrrad. Sie setzen 77 Vogelarten auf ihre Liste, was 91,7 Prozent der Tiroler Richtmarke entspricht. Zu ihren Highlights zählten viele alpine Vogelarten wie Zitronenzeisig, Ringdrossel, Bergpieper und Steinschmätzer.

Den 3. Platz in der Relativwertung erreichte das Team „Die Sumpfmeister*innen“ in Wien. Das Quartett (Martin Suanjak, Teresa Aeberli, Katharina Huchler, Luka Gašpar) konnte innerhalb Wiens außergewöhnliche 93 Vogelarten entdecken (89,9 Prozent der Wiener Richtmarke). Das Team legte in 21 Stunden Racezeit unglaubliche 100 Kilometer zurück – von den Alten Schanzen, über Hernals, dem Wienerberg, aber auch der Donauinsel, dem Prater, Essling und der Lobau waren die top Gebiete Wiens dabei.

*Relativwertung: Da in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich viele Vogelarten zu erwarten sind, wird die Zahl der beobachteten Arten in Beziehung zum gemittelten Wert der besten zwei Sieger-Ergebnisse des Bundeslandes gesetzt.

DETAILERGEBNISSE: Team-Absolutwertung

Auf dem 1. Platz der Team-Absolutwertung landete das Team „Nassfußfalken“ (Finn Seeger, Moritz Preckel, Lina Schock), das im Nordburgenländischen Neusiedler-See-Gebiet zwischen Jois und St. Andrä auf Schlaf verzichtete und auf etwa 100 km 126 Arten erbirdete – darunter als Highlight einen Fischadler, der beim BirdRace nur von ihnen gesehen wurde.

Der 2. Platz ging an das Team „AST“ (Alexander Foki, Samatha Foki, Thomas Romstorfer), die ebenfalls im Nordburgenland unterwegs waren. Auf ihrer 140 Kilometer langen Strecke zwischen Nickelsdorf und Apetlon konnten sie innerhalb von 17 Stunden 115 Vogelarten beobachten.

Den 3. Platz der Absolutwertung holte sich das Team „Donaustrudel strikes again“ (Miriam Schindler, Matthias Schmidt, Pirmin Enzensberger, Hannah Denzl) aus Niederösterreich, das das östliche Niederösterreich von Hohenau an der March bis Bruck an der Leitha durchstreifte und so 111 Vogelarten „erbirdete“.

DETAILERGEBNISSE: Solowertungen

Auch in diesem Jahr war es möglich, solo am Austrian BirdRace teilzunehmen. 43 Vogelbegeisterte nutzten diese Möglichkeit. Diesmal überflügelte der Sieger der Solo-Relativwertung sogar die Teams: „BNW-Birder“ Johannes Salcher konnte in Tirol 83 Arten und damit 98,8 Prozent des Bundesland-Richtwertes beobachteten, knapp gefolgt vom Tiroler „fränkischer Lechregenläufer“ Gerhard Rothenbucher mit 82 Arten und 97,6 Prozent.

Die Solo-Absolutwertung blieb fest in burgenländischer Hand: „ESCapus“ Clemens Schlosser belegte mit 135 beobachteten Vogelarten den ersten Platz und damit auch Platz 3 der Solo-Relativwertung. Den zweiten Platz sicherte sich erneut „Pannonia Solo“ Günter Komarnicki mit 119 Arten. 104 Arten brachten Noah Pondorfer alias „Sumpfläufer“ den dritten Platz.

Der Erfolg der Teams und Solo-Racern zeigt: Engagement für den Vogelschutz und sportlicher Ehrgeiz lassen sich wirkungsvoll verbinden – ganz im Sinne des Austrian BirdRace und der Mission von BirdLife Österreich, die heimische Vogelwelt zu schützen und zu fördern.

Alle Ergebnisse finden sich ab Mittwochabend, 20. Mai auf www.birdrace.at.

Rückfragehinweis

Dr. Susanne Schreiner, Pressesprecherin BirdLife Österreich 1150 Wien, Diefenbachgasse 35/1/6 Mobil: +43 (0) 699 181 555 65 susanne.schreiner@birdlife.at

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