Wie können moderne Wohnanlagen einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten? Die Wohnhausanlage „ParkBLICK“ in Eisenstadt-Kirchäcker Ost zeigt eindrucksvoll, dass sich Biodiversität und Wohnbau erfolgreich miteinander verbinden lassen. Bereits bei einer gemeinsamen Begehung im Jahr 2024 wurde der Grundstein dafür gelegt: Wir haben den Bauträger B-SÜD Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft m.b.H. bei der Umsetzung gezielter Vogelschutzmaßnahmen beraten. Beim Folgetermin im Juli 2026 zeigte sich nun, dass die zahlreichen Maßnahmen bereits erste Erfolge erzielen.
Lebensraum am Gebäude und auf dem Dach
Seit der ersten Begehung im Jahr 2024 wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um Vögeln und anderen Wildtieren wertvolle Lebensräume zu schaffen. Bereits bei der Planung und Errichtung des Gebäudes wurde an den Artenschutz gedacht: In die Fassade integrierte Nisthilfen bieten verschiedenen Gebäudebrütern geeignete Brutplätze. Dazu zählen Bruthöhlen für Mauersegler, die bei Bedarf auch von Haussperlingen genutzt werden können. Ergänzend wurden spezielle Nistkästen für Haussperlinge, ein „Schwalben-Hotel“ für Mehlschwalben sowie Nisthilfen für Turmfalken und Dohlen installiert. Die Glasflächen des hauseigenen Fitnessstudios wurden mit Vogelschutzmarkierungen im fachlich empfohlenen Abstand versehen, um das Risiko von Vogelkollisionen wirksam zu reduzieren.
Auch die Freiflächen und Dachbereiche wurden naturnah gestaltet. Besonders die intensiv begrünte Dachfläche bietet mit heimischen Wildpflanzen, Totholz, Insektenhotel, Lesesteinhaufen und dauerhaft vorhandenen Wasserstellen vielfältige Strukturen, die Nahrung, Deckung und Brutplätze schaffen.
Erste Erfolge sichtbar
Bereits bei der zweiten Begehung – nur 1 Jahr nach der Umsetzung – konnten zahlreiche Vogelarten auf oder rund um die Wohnhausanlage gesichtet werden. Beobachtet wurden unter anderem Stieglitz, Dohle, Bachstelze und Hausrotschwanz sowie der stark gefährdete Bluthänfling. Besonders erfreulich: Sowohl vom Stieglitz als auch vom Bluthänfling konnten bereits Jungvögel nachgewiesen werden – ein Hinweis darauf, dass in der Umgebung für diese beiden Arten geeignete Brutplätze vorhanden sind.
Hervorzuheben sind auch die Hinweise auf eine mögliche Brut der Bachstelze im Bereich der Photovoltaikanlagen. Einer der installierten Sperlingskästen wurde bereits vom Hausrotschwanz als Brutplatz genutzt. Insgesamt konnten zwei Nester festgestellt werden.
Auch wenn die übrigen Nisthilfen derzeit noch unbesetzt sind, ist das kein Grund zur Sorge. Viele Gebäudebrüter benötigen Zeit, um neue Brutplätze zu entdecken und anzunehmen. So kann es beispielsweise bei Mauerseglern mehrere Jahre, in manchen Fällen sogar bis zu zehn Jahre dauern, bis neu angebrachte Nistkästen besiedelt werden.
Auch im Umfeld der Wohnhausanlage wurden weitere Siedlungsvögel beobachtet – darunter Turmfalke, Mehlschwalbe, Haussperling sowie Amsel, Türkentaube und Ringeltaube. Die geschaffenen Strukturen in der Wohnhausanlage würden auch diesen Vogelarten attraktive Brut- und Nahrungshabitate bieten.




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Vielfältige Maßnahmen machen den Gebäudekomplex vogelfreundlich.
Weitere Maßnahmen in Planung
Doch damit ist die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Neben den erfreulichen Beobachtungen konnten bei der Begehung auch einige Optimierungsmöglichkeiten identifiziert werden, mit denen sich die Wohnhausanlage für weitere Gebäudebrüter noch attraktiver gestalten lässt.
Besonders erfreulich ist, dass der Vogelschutz auch nach Fertigstellung des Projekts ernst genommen wird und Raum für Verbesserungen besteht. Denn naturnahe Lebensräume entwickeln sich laufend weiter – ebenso wie unsere Erkenntnisse darüber, welche Maßnahmen von den Vögeln besonders gut angenommen werden. Die Bereitschaft, bestehende Strukturen bei Bedarf anzupassen und weiterzuentwickeln, zeigt, dass Artenschutz als langfristiger Prozess verstanden wird. Genau diese kontinuierliche Begleitung trägt dazu bei, das Potenzial der Anlage für Vögel und andere Wildtiere
Die zweite Begehung zeigt eindrucksvoll, dass naturnaher Wohnbau und Artenschutz Hand in Hand gehen können. Mit einer kontinuierlichen Begleitung kann sich die Wohnhausanlage „ParkBLICK“ in den kommenden Jahren zu einem noch wertvolleren Lebensraum für unsere heimischen Vogelarten entwickeln – und als gelungenes Beispiel dafür dienen, wie Biodiversitätsförderung im modernen Wohnbau erfolgreich umgesetzt werden kann.













